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Trucktrial, die Kunst des Langsamfahrens

Trucktrial ist eine relativ junge Motorsportart. Doch hier stehen nicht die schnellen Autos im Mittelpunkt, sondern Geschicklichkeit und Fahrzeugbeherrschung sind gefragt. Am Wochenende trafen sich nun die besten Teams aus Europa in Osnabrück zum 6. Lauf der Europameisterschaft im Trucktrial.
Bei feuchtem Wetter wurde es im Steinbruch Piesberg zum gefürchteten Tanz durch die Stangen und über die Steine. Zwei Thüringer Teams gingen an den Start. In der Prototypenklasse waren Horst Blodau und Charly Steigelbauer auf einem Unimog-Spezial mit 183 PS und Allradlenkung unterwegs. Der Dietzenbacher (Suhl) konnte den EM-Lauf gewinnen. Jetzt liegt er auf dem 3. Platz in der EM mit 5 Punkten Rückstand. Blodau: «Es war nicht einfach hier zu fahren, die Steine und das Gelände im Steinbruch waren sehr glatt».
Bei der Serienklasse S5 gingen Mario Westergerling/Daniel Waldhelm (Oberdorla) mit ihrem 250 PS-starken Tatra 813 in die Sektionen. «Ich muss voll auf Sieg fahren, um in der EM noch eine Chance zu haben», so «Supermario» Westergerling. Doch es sollte in Osnabrück nicht unbedingt sein Tag werden. Er landete auf dem 5. Platz und steht in der Gesamtwertung vor dem letzten Lauf auf Platz 3 mit 8 Punkten Rückstand.
Insgesamt gingen 56 Teams an den Start. Und der Piesberg forderte von den Fahrern und Co-Piloten alles ab.
Der Regen verwandelte den Steinbruch in eine Schlammwüste und machte die riesigen Gesteinsbrocken unheimlich glatt.
Die Sektionen waren mit unterschiedlichen Toren bespickt, die Zahl der Fahrtrichtungswechsel waren begrenzt und wurden mit Strafpunkten bewertet. Und da wurde so mancher Stein überrollt der sich in den Weg legte.
Trotz des Wetters zog der einzige EM-Lauf in Deutschland tausende Zuschauer an.
Sie kamen auf ihre Kosten. Da ging es steile Hänge hinauf und Abfahrten hinunter. Schon beim Zusehen bekommt man einen flauen Magen. In Osnabrück waren die Meister auf ihren Gelände-LKW unterwegs. Unterschiedlich die Fahrzeuge, hier reichte die Palette vom Unimog über die Tatras, MAN, Ural, W 50, MAZ, IVECO bis hin zu den Prototypen und einem Gama Goat, Magirus und den bulligen Faun.
Geschwindigkeit ist nicht gefragt. Hier geht es um die Kunst des Langsamfahrens, oft geht es bei dem Stangentanz nur um Millimeter. Im Reglement heißt es: «Trials sind geländespezifisch angelegte Geschicklichkeitsprüfungen und haben den Zweck der Erprobung im Umgang mit dem Fahrzeug, sind daher von großem verkehrserzieherischen Wert».

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