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Überaus respektabel bei den «Bergischen Löwen»

Der klare Favorit, der hochkarätig besetzte Bergische HC, landete mit einem 33:29 (17:11) den erwarteten Erfolg. Die Gäste aus Thüringen verkauften sich ausgesprochen respektabel, zumal sie in EM-Teilnehmer Tomas Sklenak und Girts Lilienfelds auf zwei Stammkräfte verletzungsbedingt verzichten mussten. Tomas Sklenak fehlte wegen einer Muskelverhärtung und so kam es nicht zum direkten Aufeinandertreffen mit EM-Mannschaftskollegen Jiri Vitek in den Reihen des Bergischen HC. Adrian Wöhler musste krankheitsbedingt passen.

«Wir wussten, die Trauben hängen ausgesprochen hoch. Der Auftakt ging klar an meine Mannschaft. Als uns dann zwei Treffer aberkannt wurden, übernahm der Bergische HC das Kommando. Wir hatten gegen deren robuste Abwehr gute Lösungen gefunden, nutzten aber nicht die heraus gespielten Torchancen, auch weil da noch der letzte Einsatz fehlte. Bei konsequenterer Wurfausbeute über die gesamte Distanz wäre sogar mehr möglich gewesen», bilanzierte Eisenachs Trainer Maik Handschke. Sein Kollege HaDe Schmitz, unter dessen Leitung der eigentliche Topfavorit der Liga nun zur Aufholjagd auf die Tabellenspitze geblasen hat, war eigentlich nur mit dem Doppelpunktgewinn, nicht mit dem Spiel seiner Schützlinge zufrieden. «Uns fiel nach dem Höhepunkt im DHB-Pokal am Samstag gegen Erstligist TuS Nettelstedt-Lübbecke die Rückkehr in den Zweitligahandball schwer. Nach einer insgesamt ordentlichen ersten Halbzeit mit souveräner Pausenführung agierten im zweiten Abschnitt nicht alle Spieler ausreichend konzentriert», bemängelte der neue Chef auf der Bank des Bergischen HC. Seine Crew durfte zudem auf einen Bonus bei den Unparteiischen Jörg Berning/Hendrik Thermann (Steinfurt) bauen. In der Schlussviertelstunde sorgte ein junger Eisenacher für stetiges Raunen unter den knapp 1000 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle. Daniel Luther gab Kostproben seiner Wurfkraft gepaart mit Präzision, schmetterte dem wahrlich guten Jan Stochl im Gastgeberkasten insgesamt neun Bälle ins Netz. Alexander Koke gefiel neben seinen Regiequalitäten im Schlussabschnitt auch mit seinem Wurfreportoire.

Als Eisenachs Außen nicht mehr trafen…
Gegen die körperlich (Größe und Masse) klar überlegenen Gastgeber hatte ThSV-Coach Maik Handschke die richtig Taktik gewählt. Mit viel Tempo wurden die «Schränke» in der Abwehr des Bergischen HC gehörig in Bewegung und die eigenen Außen in Wurfpositionen gebracht. Die Eisenacher starteten selbstbewusst. Einen Tempogegenstoß über Martin Hoffmann schloss Alexander Schiffner nach 160 Sekunden zum 1:3 ab. Daniel Luther lochte zum 2:5 (5.) ein. Alexander Schiffner traf von Linksaußen zum 3:6 (7.). Der Bergische HC setzte im Vorwärtsgang auf die individuelle Klasse seiner Rückraum-Asse Kenneth Klev und Jiri Vitek sowie in der Defensive einen sich steigernden Jan Stochl im Tor. Der BHC-Keeper kaufte nun beiden Eisenacher Außen reihenweise das Leder ab. Blitzschnell fütterte Jan Stochl zudem seine Vorderleute mit Steilvorlagen, wie beim 7:7 durch Tempogegenstoßspezialist Christian Hoße (14.). Im Gegenzug scheiterte einmal mehr Martin Hoffmann. Da die Außen nicht mehr trafen, Benjamin Trautvetter und später Philipp Lindner an der Kreismitte hauteng und keinesfalls zimperlich (Moen Kleven) abgeschirmt wurden, versuchten es Eisenaschs Rückraumwerfer. Deren Bälle wurden jedoch abgeblockt oder eine Beute von Jan Stochl. Die Hausherren konterten die Wartburgstädter vom 8:8 (16.) zum 13:8 (24.) und 17:10 (30.) aus. Immer wieder war spätestens bei BHC-Schlussmann Jan Stochl für Eisenachs Offensive Endstation.

Daniel Luther mit Kostproben seiner Wurfkraft
Mit Beginn der zweiten Halbzeit setzten die Gastgeber auf eine offensive 3:3-Deckungsvariante. Da war Spielintelligenz vom ThSV Eisenach gefragt. Und die Wartburgstädter hatten diese! Leichtfüßig und mit viel Spitzwitz narrten die Eisenacher die Defensive des Bergischen HC. Im Nachsetzen lochte Youngster Philipp Lindner zum 15:20 (38., aus ThSV-Sicht) ein. Bei zurückspringenden Bällen hatten jedoch die Gastgeber klare Vorteile. Der bereits nach 17 Minuten ins ThSV-Gehäuse gekommene Andreas Nositschka wehrte mehrfach prächtig ab, doch die Abpraller angelten sich die Hausherren, versenkten im zweiten, dritten oder gar vierten Versuch, wie beim 20:14 (38.). Zur «Aufmunterung» seiner Kollegen wehrte Eisenachs für diese Aktion eingewechselter Keeper Radek Musil einen Strafwurf von Christian Hoße ab (40.). «Kollege» Jan Stochl im BHC-Kasten schickte noch einmal Tim Henkel auf die Reise, der zum 23:17 (43.) traf. Die Eisenacher steckten keineswegs den Kopf in den Sand, was für die Moral der Truppe um Coach Maik Handschke spricht! Alexander Schiffner legte seinen Respekt vor Jan Stochl ab, netzte nun wieder von Linksaußen ein. Es folgte die Daniel-Luther-Gala zwischen der 48. und 54. Minute, mit fünf Treffern des 22-jährigen Eisenacher. Jan Stochl holte nur verdutzt das Leder aus den Maschen! Dass es beim 24:20 (49.) und 25:21 (50.) nicht noch kribbeliger für den haushohen Favoriten wurde, hatte dieser der individuellen Klasse von Rückraum-Shooter Kenneth Klev (8 Treffer) zu verdanken, der seinen Körper mit viel Power einsetzte (27:22, 52.). Nach Kokes Schlagwurf zum 26:30 (aus Eisenacher Sicht, 57.) hatte BHC-Coach HaDe Schmitz die Nase gestrichen voll, zückte die grüne Karte zur Auszeit. Der Sieg seiner Crew geriet nicht mehr in Gefahr. «Künftig müssen wir weitaus besser spielen», so der erfahrene Coach. Eisenachs Alexander Schiffner setzte mit seinem siebenten Treffer den Schlusspunkt.

Eine Vorstellung des ThSV Eisenach, die für das Heimspiel am Samstag, 13.02.2010 um 19.30 Uhr gegen die von den Ex-Nationalspielern Mike Fuhrig und Jan-Olaf Immel betreute HSG FrankfurtRheinMain (ein Zusammenschluss der SG Wallau und der TSG Münster) – dann wieder mit Tomas Sklenak – hoffen lässt!

Statistik
Bergischer HC: Stochl, Huhnstock; Fuchs, Hoße (9/4), Vitek (6/2), Hinze (1), Klev (8), Quade (3), Moen Kleven, Giela (1), Kluge (1), Henkel (4), S. Aschenbroich , Reinarz

ThSV Eisenach: Musil, Nositschka, Gorobtschuk; Hofmann (1), Trautvetter (1), Lipsky, Luther (9), Bitterlich, Schiffner (7), Lindner (1), Heinemann, Koke (6/1), Prokopec (4/2)

Siebenmeter: Bergischer HC 7/6; ThSV Eisenach 4/3
Zeitstrafen: Bergischer HC 4 x 2 Min.; ThSV Eisenach 3 x 2 Min.

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