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ThSV-Keeper Jan-Steffen Redwitz, der hier im Siebenmeterduell gegen Lasse Seidel Sieger bleibt, parierte insgesamt 21 Bälle. | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: ThSV-Keeper Jan-Steffen Redwitz, der hier im Siebenmeterduell gegen Lasse Seidel Sieger bleibt, parierte insgesamt 21 Bälle.
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Umschalten auf den Verwaltungsmodus führte zur Niederlage

ThSV Eisenach kassiert nach 23:20-Führung noch 25:26-Niederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen • Keeper Jan-Steffen Redwitz pariert 21 Bälle und ist dennoch stinksauer

Diese zwei Zähler hätten dem ThSV Eisenach so gut getan! Für das Punktekonto und als Nahrung für das Pflänzchen Hoffnung in Sachen Klassenerhalt. Die Wartburgstädter führten 13 Minuten vor der Sirene bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 23:20, verließen aber mit hängenden Köpfen das Parkett der EmslandArena in Lingen. Die Hausherren und ihr über 3.000-köpfiger Anhang bejubelten einen überaus glücklichen 26:25 (14:13)-Erfolg. Über weite Strecken bot das Team von der Wartburg den besseren Handball, in Abwehr und Angriff, mit viel Leidenschaft und Kampfgeist.

Wir werden intensiv weiterarbeiten. Auch im psychologischen Bereich, um richtige Entscheidungen, richtige Lösungen im Spiel zu finden, erklärte Eisenachs Cheftrainer Arne Kühr.

Am Samstag, 17.02.2018 kommt der TV Emsdetten in die Werner-Aßmann-Halle (Anwurf 19.30 Uhr).

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Marcel Schliedermann Ili.) im Zweikampf mit Philipp Vorlicek.

Nach 3-Tore-Führung den Sack nicht zugeschnürt

Ich bin unendlich enttäuscht, dass unsere Führungsspieler in der entscheidenden Phase keine 100 Prozent gegeben haben, fand Jan-Steffen Redwitz klare Worte.

Der  Keeper war mit 21 parierten Bällen eigentlich mehr als die halbe Miete für einen Eisenacher Sieg. Die Gastgeber verzweifelten, brachten in der Schlussphase binnen kurzer Zeit (50./53.) gleich zwei Strafwürfe nicht im Kasten der Wartburgstädter unter.

Wir haben es versäumt nach der 3-Tore-Führung nachzulegen, sind stattdessen in einen taktischen Sicherheitsmodus verfallen, haben die eigenen Möglichkeiten nicht genutzt. Daraus müssen wir lernen, konstatierte ThSV-Co-Trainer Nils Kühr.

Das „Umschalten vom Offensiv- auf den Defensivmodus“ arbeitete auch Cheftrainer Arne Kühr als Hauptursache für die vermeidbare Niederlage heraus.

Wir hätten nach dem 23:20 auf das 4. und 5. Tor spielen und den Sack zumachen müssen. Der Versuch, den Vorsprung zu verwalten, erwies sich als untauglich, resümierte Arne Kühr. Mit unsicheren Zuspielen haben wir die Hausherren wieder stark gemacht, ärgerte sich der Eisenacher Trainer.

In den letzten 13 Minuten gelangen seinem Team nur noch zwei Treffer.

Letztendlich müssen wir uns an die eigene Nase fassen, befand Arne Kühr.

Misslungene Zuspiele zum Kreis, Querspielen ohne den Weg in die Tiefe zu suchen, technische Fehler  und erfolglose Torwürfe gegen einen sich steigernden Björn Buhrmeister im Kasten der HSG Nordhorn-Lingen ließen die Wage noch zur anderen Seite neigen. Zunächst vom 20:23 (47.) zum 24:23 (57.). Der auf das Parkett zurückgekehrte Duje Miljak wuchtete zum 24:24 ein (58.). Kurz darauf standen beide Teams dezimiert auf dem Parkett. Die Eisenacher patzten in Ballbesitz, Lasse Seidel hatte leichtes Spiel zum 26:24 (59.). Wenige Sekunden später zappelte ein Ball von Alexander Saul zum Anschlusstreffer im Netz. Da waren noch 95 Sekunden zu spielen. Eine lange Zeit im modernen Handball. Jan-Steffen Redwitz parierte gegen Luca de Boer und eröffnete seinen Teamkollegen die Chance auf zumindest einen Zähler. Der Zuspielversuch von Alexander Saul zu Nicolai Hansen misslang, eröffnete der HSG Nordhorn-Lingen noch eine Gegenstoßmöglichkeit. Mit seiner 21. Parade verwehrte Jan-Steffen Redwitz dem Ball den Weg ins Tor.

Ein überaus glücklicher Sieg. Wir legen den Mantel des Schweigens über den Großteil der Partie. Intern wird es einiges zu bereden geben, ließ Heiner Bültmann, der Coach der HSG Nordhorn-Lingen wissen.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Hier nimmt Matthias Gerlich kein Blatt vor den Mund.

Daniel Luther bringt neuen Schwung
Der ThSV Eisenach startete im Schlummerzustand. Das Team schien noch im Bus. Trainer Arne Kühr griff deshalb bereits nach fünf Minuten zur grünen Karte, die Hausherren führten 3:0. Der Weckruf fruchtete. Die Abwehr mit Nicolai Hansen und Duje Miljak im Innenblock stabilisierte sich. Die Gastgeber trafen jedoch immer wieder aus dem Fernwurfbereich. Ihnen drohte Gefahr, wenn die Thüringer zur Kreismitte kombinierten. Matthias Gerlich verwandelte einen an Nicolai Hansen verwirkten Siebenmeter zum 5:5 (11.). Die Partie blieb ausgeglichen. Jan-Steffen Redwitz war von Beginn der große Rückhalt im Eisenacher Kasten. Willy Weyhrauch traf zum 7:7 und hatte kurz darauf die Eisenacher Führung auf der Hand, doch er brachte das Leder nicht unter (16.). Mit der Einwechslung von Daniel Luther erfuhr das Eisenacher Spiel neue Dynamik. Der Kapitän übernahm Verantwortung beim Torwurf, auch von der Siebenmeterlinie, markierte binnen sieben Minuten 4 Treffer.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • ThSV-Coach Arne Kühr mit klaren Instruktionen während einer Auszeit.

Nur noch zwei Tore in den letzten 13 Minuten
ThSV-Coach Arne Kühr setzte über die gesamte Distanz auf seinen eingespielten Block, ließ im Rückraum Matthias Gerlich, Daniel Luther, Marcel Schliedermann, Duje Miljak und Alexander Saul rotieren. Die Aufgaben am Kreis teilten sich Nicolai Hansen und Marcel Niemeyer. Die Außenpositionen besetzten durchgängig Adrian Wöhler und Willy Weyhrauch. Die handballerischen Vorzüge der Eisenacher kamen zum Tragen. Adrian Wöhler traf von Linksaußen zum 16:18 (37.). Die HSG Nordhorn-Lingen verzweifelte immer wieder an Eisenachs Schlussmann Jan-Steffen Redwitz. Mit Matthias Gerlich, Daniel Luther und Alexander Saul im Rückraum trafen die Eisenacher zum 20:23 (45.). Doch nun fehlte den Schützlingen von Arne Kühr die Cleverness, den Sack zu zubinden. Marcel Niemeyer und Adrian Wöhler scheiterten (49.) ebenso Alexander Saul (52.). Der zuvor zelebrierte Offensiv-Power war weg. Die Gastgeber witterten nun die Chance, vor ihrer Saison-Rekordkulisse doch noch zwei Zähler zu ergattern. Jens Wiese traf zum 23:23 (54.), Alexander Terwolbeck zum 24:23 (57.). Nach dem 24:24 netzten Nicky Verjans und Lasse Seidel zum 26:24 ein. Da waren noch fast zwei Minuten zu spielen. Mehr als der Anschlusstreffer gelang dem ThSV Eisenach nicht.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Niedergeschlagen nach dem Abpfiff: Matthias Gerlich, Adrian Wöhler, Duje Miljak.

Statistik
HSG Nordhorn-Lingen: Kaleun, Buhrmester; Verjans 5, Wilmsen, Heiny 2, Leenders 1, Mickal, Miedema 1, Fraatz 3, Terwolbeck 2, de Boer, Zare, Vorlicek 4, Wiese 2, Smit, Seidel 6
ThSV Eisenach: Redwitz, Gorobtschuk; Wöhler 3, Meoki, Luther 5/3, Gerlich 7/1, Miljak 4, Schliedermann 2, Hansen, Richardt, Baur,  Streckhardt, Popa, Niemeyer 2, Weyhrauch 1, Saul 1
Siebenmeter: HSG Nordhorn-Lingen 2/0 – ThSV Eisenach 4/4
Zeitstrafen: HSG Nordhorn-Lingen 3 x 2 Minuten – ThSV Eisenach  5 x 2 Minuten
Schiedsrichter: Linker/Schmidt
Zuschauer: 3.013

Andrea T. | | Quelle:

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