Wenn das Spiel hätte kippen können, unterlief einer der wenigen Fehler
ThSV Eisenach II unterliegt in kleiner Formation mit 36:41 (17:20) beim USV Halle /Rasantes Angriffsspiel mit 10 zugesprochenen Siebenmetern/ Schwächen in der Abwehr
„Die Jungs haben mit diesem dezimierten Kader alles reingehauen, kämpferisch alles gegeben. Wenn man auswärts 36 Tore wirft, muss man eigentlich gewinnen. Wenn es Spitz auf Knopf stand, der Ausgleichstreffer sogar möglich war, unterlief uns einer der insgesamt wenigen Fehler“, bilanzierte ThSV-Nachwuchskoordinator Mark Dragunski nach der 36:41 (17:20) – Niederlage des ThSV Eisenach II beim USV Halle. Der Ex-Nationalspieler, direkt von einem Kurzurlaub an der See angereist, hatte wieder das Coaching übernommen. Er griff mehrfach in die Taktikkiste, setzte phasenweise auf 4 Rückraumspieler, veränderte die Abwehrformationen bis hin zu einem 3:3-System. Die personellen Alternativen waren freilich rar, lief der im Abstiegskampf befindliche ThSV Eisenach II lediglich mit 8 Feldspielern in Halle-Neustadt auf. „Duje Miljak fehlte arbeitsbedingt, Julius Brenner erkrankte kurzfristig und musste ins Krankenhaus“, erläuterte Spielertrainer Qendrim Alaj, der über 60 Minuten in Angriff und Abwehr auf dem Parkett gefordert war. Einige Nachwuchsspieler waren zu Auswahl-Lehrgängen. Julian Rothhämel und Felix Cech begründeten ihr Fernbleiben mit Verletzungen. Einige in Frage kommenden Spieler fehlten aus privaten Gründen. Der ThSV Eisenach II startete mit Leif Katzwinkel auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis und Stanislaw Gorobtschuk im Tor. Jannes Rehm und Max Schlotzhauer, zunächst auf der Bank, kamen im Spielverlauf zum Einsatz.
„Absprachen in der Abwehr funktionierten nicht. Teilweise haben wir zu offen verteidigt, die hellwachen körperlich starken Hallenser zum Durchstarten eingeladen“, konstatierte der 19-jährige Rückraumspieler Jannes Rehm. Die Gastgeber waren immer wieder mit Durchbrüchen erfolgreich. Nicolas Berends und Tim Kryszon markierte je 10, Chris Heyer 9 Treffer für den gestanden Regionalligisten. Das, was der ThSV Eisenach II unbedingt vermeiden wollte, trat wieder ein. Er geriet frühzeitig deutlich in Rückstand, lag nach knapp 18 Minuten, beim Stand von 14:7 für die Gastgeber, mit 7 Treffern hinten. „Ich war heute keine Hilfe“, gestand Keeper Stanislaw Gorobtschuk. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter klappte zudem nicht. Stanislaw Gorobtschuk, der reaktivierte Torwarttrainer der Eisenacher Bundesligamannschaft, parierte im ersten Abschnitt 4, im zweiten Abschnitt 5 Bälle. Das Aufholen des 7-Tore-Rückstandes kostete freilich Kraft. Zur Halbzeitpause, 20:17 für den USV Halle, war die Partie wieder offen.
ThSV Eisenach II markiert nach 7-Tore-Rückstand den Anschlusstreffer
Armend Alaj marschierte immer wieder in die Nahtstellen der Abwehr, markierte selbst 7 Treffer, holte 5 Siebenmeter heraus. Der den ThSV Eisenach II im Sommer zum Northeimer HC verlassende Ole Gastrock-Mey steuerte mit Power den Kasten der Hausherren an. Der USV Halle vermochte Eisenachs Angriffsflut mehrfach nur regelwidrig zu stoppen. Von den 10 zugesprochenen Siebenmetern versenkte der ThSV Eisenach II 8, jeweils 4 durch Qendrim Alaj und Marec Stupka. Die Wartburgstädter nutzten die Qualitäten des 19-jährigen Marec Stupka nach dem Seitenwechsel besser. Der Linkshänder netzte von Rechtsaußen ein, war mit insgesamt 8 Treffern erfolgreichster Werfer seines Teams.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff markierte Jannes Rehm den 21:22-Anschlußtreffer. Die kleine ThSV-Fangruppe um den ehemaligen ThSV-Nachwuchsspieler Philipp Bourtal erhöhte die akustische Unterstützung. „Da war das Momentum auf unserer Seite. Die Partie hätte kippen können, doch gerade in dieser Phase unterläuft uns ein technischer Fehler, bringen wir Bälle nicht unter“, ärgerte sich Aron Büchner aus dem Torhüterteam des ThSV Eisenach II, zu dem auch der 18-jährige Lukas Mingram gehörte. Der USV Halle schloss seine Angriffszüge binnen 5 Minuten zum 27:22 ab (40.). Von Resignation aber keine Spur beim ThSV Eisenach II. Marec Stupka verwandelte die seinem Team zuerkannten Siebenmeter, so auch nach Foulspiel an Conrad Ruppert zum 30:28 (48.) und nach Foulspiel an Armend Alaj zum 31:29 (50.). „Doch wir bekamen weiterhin keinen Zugriff in der Abwehr“, gestand Qendrim Alaj. Leif Katzwinkel versenkte zum 30. Eisenacher Treffer (32:30/51.). Der Anschlusstreffer gelang nicht. Mit blitzschnellem Umschaltspiel hielt der USV Halle die Gäste aus Thüringen auf Distanz, traf zum 34:30 (53.) und 39:33 (57.).
„Wir bestreiten eines unserer besten Auswärtsspiele, stehen aber mit leeren Händen da“, sinnierte Qendrim Alaj. Nach der Partie saßen beide Teams noch vor dem Imbiss-Stand im Freien bei DDR-Bouletten, Nudeln mit Gulasch, roter Fassbrause und kühlem Gerstensaft beisammen. Gern würde der USV Halle den ThSV Eisenach II auch in der nächsten Saison begrüßen.
Heimspiel gegen den HV R-W Staßfurt
Damit die leise Hoffnung auf den Klassenerhalt bleibt, braucht der ThSV Eisenach im Heimspiel gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt am Samstag, 18.04.2026 einen Sieg (Anwurf 19.30 Uhr, Werner-Aßmann-Halle). Noch stehen 4 Punktspiele aus.
Statistik
USV Halle:
Middell; Kosak (1), S. Berends (4), Plitz (3), Kaiser (1), N. Berends (10/1), Greif (3), Kryszon (10), Heyer (9), Zänker, Kurrat, Patan
ThSV Eisenach II:
Gorobtschuk, Büchner, Mingram; Rehm (2), Stupka (8/4), Ruppert (1), Schlotzhauer (3), Gastrock-Mey (4), A, Alaj (7), Katzwinkel (4), ,Q. Alaj (7/4)
Siebenmeter:
USV Halle 1/1 – ThSV Eisenach II 8/10
Zeitstrafen:
USV Halle 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 3 x 2 Min.
Schiedsrichter:
Franke/Perll
Zuschauer:
227 in der Sporthalle im Bildungszentrum Halle-Neustadt