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Wenn man 29 Tore wirft, kann man auch gewinnen!

ThSV Eisenach unterliegt der SG BBM Bietigheim mit 29:34 (14:16)

Der ThSV Eisenach startete mit einer 29:34-Heimniederlage gegen die SG BBM Bietigheim in den zweiten Teil der Punktspielsaison der 2. Handballbundesliga der Männer. Die Schwaben, von Eisenachs einstigen exzellenten Spielgestalter Hannes Jon Jonsson trainiert, bleiben damit auf Erfolgskurs, können auf 7 Siege aus den letzten 9 Spielen verweisen, klettern in der Tabelle weiter nach oben.

Eine solide Leistung, mehr nicht, reichte zum souveränen Sieg und zwei wichtigen Punkten, erklärte ein aufgekratzter Coach Hannes Jon Jonsson an einstiger Wirkungsstätte. Wir wussten, der ThSV Eisenach ist eines der besten Teams in punkto zweiter Welle. Wir waren darauf vorbereitet. Allerdings setzten wir uns zu spät ab, das hätte schon im ersten Abschnitt passieren können, so der Isländer.

In Christian Schäfer (11 Tore bei 11 Würfen) hatte er einen ausgesprochen treffsicheren Mann. Der Mannschaftsbus der SG BBM Bietigheim musste aufgrund von Schnee- und Eisglätte den Eisenacher Sportkomplex auf einem „Schleichweg“ verlassen, was der Stimmung im Inneren keinen Abbruch tat.

ThSV Eisenach: Zu viele Technik- und Regelfehler

Uns unterliefen 16 Ballverluste und technische Fehler, einfach zu viel, konstatierte ThSV-Coach Markus Murfuni.

Mit dem offensiven Halbverteidiger der Gäste habe sein Team Probleme bekommen. Viel Verantwortung übernahm Alexander Saul. Der Kapitän, von einer Erkrankung noch sichtlich gekennzeichnet, war mit 8 Treffern (bei 9 Versuchen) bester Werfer seines Teams. Nachdem Willy Weyhrauch und Adrian Wöhler jeweils einen Strafwurf nicht untergebracht hatten, schlüpfte er auch (erfolgreich) in die Rolle des Siebenmeter-Werfers. Auch Ivan Snajder übernahm viel Verantwortung (6 Treffer aus 6 Versuchen!). Martin Potisk fehlte nach noch nicht auskurierter Fußverletzung, sodass der kurz vor dem Weihnachtsfest verpflichtete 20-jährige Jannis Schneibel über die gesamte Distanz die Spielregie übernahm. Die Aufgabe am Kreis lastete ausschließlich auf den Schultern von Hannes Iffert, der für Abwehraufgaben zumeist von Andrej Obranovic abgelöst wurde.

Wenn man 29 Tore wirft, kann man auch gewinnen, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte, dem die Aggressivität in der Abwehr fehlte. Wir befinden uns im Abstiegskampf. Das heißt Kämpfen. Und das vornehmlich in der Abwehr, fügte Rene Witte hinzu.

Beim 7:8 (14.) und 11:12 (23.) versäumten es die Eisenacher zum Anschlusstreffer einzunetzen, gerieten nach Wiederanpfiff schnell mit 14:18 (32.) und 15:21 (38.) ins Hintertreffen.

Wir hatten uns zur Halbzeitpause viel vorgenommen. Nach dem raschen 4-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit verfielen wir in alte Muster, uns unterliefen überhastete Würfe, senkten sich die Köpfe, bekannte Alexander Saul.

Die Gäste trafen zum 17:23 (41.) und 20:27 (46.).

Wenn es eng wird, hätte es noch einmal in beide Richtungen gehen können, so Hannes Jon Jonsson.

Wurde es aber nicht. Beim 23:29 (50.) „war der Drops gelutscht“. Die Eisenacher vermochten nur noch bis auf 4 Treffer zu verkürzen. Alexander Saul traf per Strafwurf zum 26:30 (55.). Auf der Gegenseite versenkte Nils Broschen einen von Thomas Eichberger abgewehrten Ball zum 27:31 (57.). Die Jonsson-Sieben war bereits emotional in Siegesfreude. Der 4. Sieg in Folge war in trockenen Tüchern.

Bietigheim ist nicht unser Gradmesser, dennoch war mehr möglich, drückte Markus Murfuni die allgenmeine Unzufriedenheit im Eisenacher Lager aus. Wir müssen Punkte sammeln gegen den Abstieg, für den Klassenerhalt, betonte der Eisenacher Coach.

Am Freitag, 12.02.2020 geht es zu Bayer Dormagen, am 20.02.2029 kommt zu einem sogenannten 4-Punkte-Spiel der TuS Fürstenfeldbruck in die Werner-Aßmann-Halle.

Der Ausgleichstreffer fiel nicht

Erst nach klarem Rückstand fanden wir ins Spiel. Der eingewechselte Blaz Voncina unterstützte uns mit abgewehrten Bällen, beschreibt Alexander Saul die Auftaktphase.

Von Eisenacher Fehlern begünstigt, traf Christian Schäfer von Aßen zum 1:5 (7.). Alexander Sul traf aus der Distanz (5:7, 12./ 6:8, 14.). Ante Tokic schloss einen Gegenstoß zum 7:8-Anschlußtreffer ab. Danil Dicker hatte die dicke Ausgleichschance auf der Hand, doch sein Heber nach einem Tempogegenstoß ging über das Tor (14.). Dann kassiert der ThSV Eisenach in Überzahl zwei Treffer zum 7:11 (18.). Ein Kempa misslingt. Patrick Rentschler versenkt im Nachwurf zum 7:12 (20.). Die Eisenacher starteten die nächste Aufholjagd. Willy Weyhrauch trifft im Doppelpack (22./23.). Doch die Eisenacher belohnen sich nach Ballgewinnen nicht. Nach einem Missverständnis von Ante Tokic und Willy Weyhrauch landet das Leder im Toraus (27.). May Öler „vernaschte“ die ThSV-Abwehr zum 11:14 (28.). Jannis Schneibel verkürzt mit voller Überzeugung im Doppelpack zum 14:15 (30.). In den verbleibenden 8 Sekunden zappelt noch ein Ball von Dominik Claus im Eisenacher Kasten.

Sehr ärgerlich, bekannte Alexander Saul.

Befürchtung von Hannes Jon Jonsson unbegründet – sein Team dominiert
Mit Jonnas Link, Paco Barthe und Tim Dahlhaus im Rückraum kontrolliert die SG Bietigheim nach Wiederanpff die Partie. Bei Holz- und Innenpfostentreffern hatten die Eisenacher Pech. Nach Regelwidrigkeit an Hannes Iffert vermochte Adrian Wöhler den blitzschnell die Füße schließenden SG-Keeper Aron Edvardsson von der Siebenmeterlinke nicht zu überwinden (38.). Dann bleibt ein Daniel-Dicker-Ball auf der Torlinie des Gästekastens kleben. Paco Barthe trifft im Gegenzug zum 17:23 (44.). Dann ist es immer wieder der vortrefflich in Szene gesetzte Eisenacher Ivan Snajder, der erfolgreich abschließt, wie beim 20:25 (44.). Hannes Jon Jonsson rief sein spielendes Personal noch einmal zusammen, er wollte unbedingt verhindern, dass es noch einmal eng wird. Seine Mannen hatten verstanden. In der Abwehr. Im Angriff. Auch in Unterzahl ließen sie sich nicht beirren. Mit seinem 10. Treffer netzte Christian Schäfer zum 23:30 ein (51.). Der in den ThSV-Kasten zurückgekehrte Thomas Eichberger parierte noch 5 Bälle, die große Aufholjagd blieb aus. Der Glaube, das Blatt noch zu wenden, schien verfolgen….

Statistik
ThSV Eisenach: Eichberger (1.-16./ 41.-60. – 8 Paraden), Voncina (16.-41./ 5 Paraden); Iffert, Volar, Wöhler, Hideg, Tokic (4), A. Alaj, Dicker (3), Obranovic, Schneibel (4), Snajder (6), Weyhrauch (4), Saul (8/4)
SG BBM Bietigheim: Edvardsson (1.-60./ 9 Paraden/ 1 Tor), Lehmann, Rentschler (4), Claus (1), Öhler (3), Schäfer (11/6), M. Urban, Dahlhaus (5), Link (1), Asmuth (2), Barthe (4), L. Urban, Boschen (1), Marcec (1), Fischer
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 6 Min. (Hideg, Dicker, Obranovic je 2 Min.) / SG BBM Bietigheim: 12 Min. (Rentschler, Claus, Dahlhaus, Link, Assmuth, Boschen je 2 Min.)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 4/6 (Saul verwandelt 4 x gegen Edvardssson, Weyhrauch und Wöhler scheitern je 1 x an Edvardsson) / SG BBM Bietigheim: 6/6 (Schäferverwandelt 3 x gegen Eichberger und 3 x gegen Voncina)
Schiedsrichter: Kauth/Kolb
Zuschauer: keine
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Snajder, Saul / SG BBM Bietigheim: Schäfer, Link, Boschen

Th. Levknecht

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