Wie geht es Jannis Schneibel?

Bildquelle: ThSV – Porträtfoto Jannis Schneibel

Rückraumspieler des ThSV Eisenach muss sich aufgrund einer schweren Verletzung bis zur Rückkehr auf das Handballparkett gedulden 

Jannis Schneibel war der Aufstiegsregisseur des ThSV Eisenach der Saison 2022/2023 in die 1. Handballbundesliga der Männer. Am vorletzten Spieltag zog er sich eine schwere Schulterverletzung zu, war beim Handball-Hitchcock am letzten Spieltag zur Zuschauerrolle verurteilt. In der Folge warfen ihn immer wieder schwere Verletzungen zurück. Im Januar 2024 ereilte ihn der erste Kreuzbandriss. Zur Saison 2024/2025 war er auf Ausleihbasis beim Zweitbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten am Ball, zog sich hier einen erneuten Kreuzbandriss zu. Im Sommer 2025 kehrte der 25-jährige Rückraumspieler, der beim TV Hochdorf mit dem Handballspielen begann, in der Jugend zu den Rhein-Neckar Löwen wechselte, zum ThSV Eisenach zurück. 

Wir sprachen mit Jannis Schneibel: 

Sie werden von den blau-weißen Fans sehnsüchtig auf dem Parkett wiedererwartet. Wie sieht es damit aus? 

Ich selbst vermisse es auch sehr, auf der Platte zu stehen und meiner Leidenschaft nachzugehen. Meine Operation war Ende Mai. Für mein Comeback gibt es kein festes Datum. Mir ist es wichtig, dass ich mir die Zeit nehme, die mein Körper braucht. Ein Comeback noch in der Spielzeit 2025/2026 ist aber eher unwahrscheinlich. 

sportfotoseisenach – Jannis Schneibel in der Saison 2021/2022 beim Torwurf für den ThSV Eisenach

Blicken wir mal zurück. Mitten in der Corona-Zeit, im Dezember 2020, wechselten Sie zum ThSV Eisenach. Wir war das damals?

Das ging damals relativ schnell. Aufgrund der schweren Knieverletzung von Jonas Ulshöfer war der ThSV Eisenach auf der Suche nach einem neuen Spielmacher. Als die Anfrage kam und ich von den Rhein-Neckar Löwen direkt die Freigabe bekommen habe, fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

Es ging dann stetig bergauf. Sie waren in der Saison 2022/2023 der Aufstiegsregisseur des ThSV Eisenach, führten den blau-weißen Traditionsverein in die 1. Handballbundesliga. Was zeichnete das Team dieser Saison aus? Der letzte Spieltag mit dem Aufstieg endend war an Dramatik nicht zu überbieten….

Wir waren ein extrem gut eingespieltes Team mit klarem Plan, haben über die Saison hinweg ein gewisses Selbstverständnis entwickelt. Zudem haben wir als Team sehr viel investiert und hatten mit unserer „besonderen Abwehr“ und Spielweise ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Liga.  

Sie zogen sich eine schwere Schulterverletzung zu und mussten länger pausieren…?

Ja, leider habe ich mir im vorletzten Saisonspiel eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen, musste daraufhin fünf Monate pausieren und habe den Start der Bundesligasaison 2023/2024 verpasst. 

Gerade ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, ereilte Sie im Januar 2024 ein Kreuzbandriss. Wie haben Sie den Schock verkraftet?

Die zweite schwere Verletzung innerhalb kürzester Zeit war natürlich nicht einfach zu verkraften. Trotzdem habe ich die Situation akzeptiert und das Beste daraus gemacht. Nach 9 Monaten Reha habe ich mich sehr fit gefühlt und war froh, endlich wieder meiner Leidenschaft nachgehen zu können. 

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Auf Leihbasis wechselten Sie zur Saison 2024/2025 zum Zweitbundesligisten HBW Balingen-Weilstetten – und zogen sich erneut eine schwere Verletzung zu. Eine Rückkehr auf das Handballparkett stand nie in Frage? Wie erlebten Sie die Zeit bei den Galliern von der Alb? 

Meine Verletzung ausgeklammert, hatte ich in Balingen eine echt schöne Zeit und habe viele tolle Menschen kennenlernen dürfen. Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir nach meinem ersten Kreuzbandriss die Chance gegeben hat, mich wieder zurückzukämpfen. Der Verein hat die optimalen Strukturen und Voraussetzungen, bald wieder erstklassig zu spielen. 

Der zweite Kreuzbandriss, zwei Monate nach meinem Comeback, war nicht nur körperlich, sondern vor allem Mental extrem fordernd. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nie darüber nachgedacht habe, aufzuhören oder auch Zweifel aufkamen, ob ich eine so intensive Reha nochmal meistern kann. 

sportfotoseisenach – Jannis Schneibel im energischen Zweikampf im Heimspiel gegen Nordhorn in der Saison 2021/2022

Wer unterstützt Sie, wer macht Ihnen Mut? 

Meine gesamte Familie, vor allem meine Eltern und meine Freundin waren und sind immer an meiner Seite. Von ihnen habe ich die beste Unterstützung, die ich mir vorstellen kann.

Zudem gibt der Rückhalt des ThSV Eisenach mir Sicherheit, wie auch die optimale Betreuung durch Mannschaftsarzt Dr. Tilo Trommer von der Sportklinik Erfurt und meine heimatnahe Reha-Einrichtung. 

Der Kontakt zum ThSV Eisenach riss ja nie ab?

Das ist korrekt. Ich habe die Spiele stets aus der Ferne verfolgt, stand regelmäßig mit Geschäftsführer Rene Witte und einigen Spielern in Kontakt. 

Wie nahmen Sie die Entwicklung des ThSV Eisenach wahr? 

Der ThSV Eisenach hat sich in der Bundesliga etabliert, hat sich innerhalb der Liga, ja der gesamten Handballwelt, ein hohes Ansehen erworben. Ihn zeichnet ehrlicher Handball mit unermüdlichem Kampf in der altehrwürdigen Werner-Aßmann-Alle aus. Es ist schön, dass dieser Traditionsverein wieder fester Bestandteil der 1. Handballbundesliga ist. 

Im Sommer wurde die Rückkehr zum ThSV Eisenach vereinbart. Mit welchen Hoffnungen, mit welchen Erwartungen Ihrerseits? 

Meine Gesundheit, meine vollständige Rehabilitation haben für mich Priorität. Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er hinter mir steht, mir die notwendige Unterstützung und Zeit gibt. 

Jannis Schneibel, Danke für das Interview, beste Wünsche für die Reha und die Rückkehr auf das Handballparkett. 

Th. Levknecht