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Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Armend Alaj hat sich in dieser Szene gegen Daniel Szenteski durchgesetzt

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Armend Alaj hat sich in dieser Szene gegen Daniel Szenteski durchgesetzt

Wieder nur eine gute Halbzeit

ThSV Eisenach II unterliegt nach 14:8-Führung der SG Suhl/Goldlauter am Ende klar mit 30:36 • Vladimir Dimic mit 18 Treffern für den Sieger

Wer 30 sehr gute und 20 schlechte Minuten mit solch miserabler Effektivität abliefert, kann kein Spiel gegen eine gute Mannschaft der SG Suhl/Goldlauter gewinnen, bilanzierte Michael Stegner-Guillaume, der Coach des ThSV Eisenach II.

Seine Schützlinge unterlagen nach einer 14:8-Führung (22.) und einem Drei-Tore-Plus zur Halbzeitpause (18:15) dem internationalen Handballer-Ensemble aus Suhl am Ende mit 30:36. Die Schlussviertelstunde, nach Eisenachs 24:22-Führung, ging mit 14:6 an die Gäste. Da war es nicht nur Goalgetter Vladimir Dimic (18 Tore), da trumpften die Gäste als Kollektiv auf.

Im ersten Abschnitt konnten wir unsere Abwehrprobleme mit einer guten Angriffsleistung kompensieren. Das gelang nach dem Seitenwechsel nicht, wir ließen glasklare Chancen nach Tempogegenstößen und insgesamt 4 Siebenmeter aus, bilanzierte Michael Stegner-Guillaume.

Die zwei grundverschiedenen Halbzeiten lassen sich durch statistische Werte belegen. Im ersten Abschnitt verzeichnete der ThSV Eisenach II eine Angriffseffektivität von 62 Prozent, im zweiten Abschnitt von nur noch 33 Prozent. In der ersten Halbzeit wurden zwei, nach dem Seitenwechsel neun technische Fehler notiert. Begründet auch durch die Abwehrarbeit der Gäste.

Nach Wiederanpfiff wurde endlich das umgesetzt, was wir uns eigentlich von Beginn fest vorgenommen hatten, stellte Daniel Hellwig, der Coach der SG Suhl/Goldlauter, fest. Wir standen in der Abwehr kompakt, die Eisenacher ohne echten Distanzwerfer hatten es nun sehr schwer, bis zum Kreis durchzukommen. Im Angriff spielten wir – im Gegensatz zur ersten Halbzeit – geduldig, effektiv mit unseren beiden Kreisläufern, schufen dadurch auch Räume für nachstoßende Spieler, fügte Daniel Hellwig hinzu.

Die Suhler steckten auch zwei (völlig berechtigte) rote Karten weg: Nenad Mirkovic nach grobem Foulspiel an Julius Brenner (48.) und Torhüter Borisa Eskic nach Körperkontakt im Feld beim Herauslaufen gegen den völlig freien Maximilian Manys (52.). Beide umarmten sich nach dem Abpfiff. Während des Spiels reichten sich die Spieler beider Teams nach hartem Einsatz stets versöhnlich die Hände! Sehr wohltuend!

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Trumpfte wenige Tage nach seinem 19. Geburtstag im ersten Abschnitt stark auf: Rückraumspieler Julius Brenner.

Furioses Angriffsfeuerwerk
Die Hausherren, mit den Gebrüdern Alaj und Youngster Julius Brenner im Rückraum, starteten mit temposcharfem Angriffsspiel. Armend Alaj marschierte resolut zum 5:1 durch (8.). ThSV-Keeper Marius Noack parierte mehrfach, bediente den sprintenden Ardit Ukaj zur 6:1-Führung (9.). Die körperlichen Vorteile der Gäste (Größe und Gewicht) kompensierten die Wartburgstädter mit viel Kreativität bei hohem Tempo. Die SG Suhl/Goldlauter, mit Vladimir Dimic, Nenad Mirkovic und Daniel Szenteszki im Rückraum sowie Maciej Sieczka am Kreis beginnend, hatte Mühe, tempomäßig mitzuhalten. Qendrim Alaj zog schlitzohrig zum 7:2 ab (10.). Der wenige Tage zuvor das 19. Lebensjahr vollendende linke Eisenacher Rückraumspieler Julius Brenner netzte immer wieder ein ((8:2, 11./ 12:7, 19.). Dass die SG Suhl/Goldlauter nicht hoffnungslos ins Hintertreffen geriet, hatte sie ihrem Goalgetter Vladimir Dimic zu verdanken. Er (21.) und Jan Pindej (24.) scheiterten allerdings von der Siebenmeter-Linie am ins ThSV-Gehäuse eingewechselten Andreas Fehr.

Bei uns waren viel zu schnelle und unvorbereitete Würfe zu verzeichnen, resümierte Daniel Hellwig zum ersten Abschnitt.

Der beim ThSV Eisenach II sein Comeback nach einer Verletzungspause feiernde Noah Streckhardt markierte das 14:8 für seine Farben (22.). Mit einem Doppelpack sorgte Vladimir Dimic kurz vor der Pause dafür, dass die SG Suhl/Goldlauter nur mit einem 3-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause ging.

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Alle Hinweise von Trainer Michael Stegner-Guillaume im zweiten Abschnitt halfen nicht.

ThSV Eisenach II kassiert 21 Gegentore nach dem Seitenwechsel
Mit neuem Elan kehrten die Hellwig-Schützlinge auf das Parkett zurück. Zunächst besorgte Armend Alaj per Strafwurf das 19:15 (31.). Die Abwehr der Gäste stellte die Hausherren frühzeitig zum Zweikampf. Die Abwehr des THSV Eisenach II wurde immer poröser. Beim 21:21 (37.) musste der ThSV Eisenach II den Ausgleichstreffer hinnehmen. Wenig später kam Andreas Fehr für Marius Noack ins ThSV-Gehäuse. Eine Balleroberung nutzte Noah Streckhardt zum 21:19 (36.). Vladimir Dimic besorgte das 22:22 (38.). Der Ex-Suhler Renato Pauli verfehlte von Rechtsaußen, Maximilian Manys schmetterte das Leder gleich zweifach nach einem Gegenstoß ans Holz. Qendrim Alaj scheiterte von der Siebenmeterlinie. Aber auch Alex Hollo (Suhl) traf völlig frei nicht ins Netz. Dies gelangen dann für die Gastgeber Renato Pauli und Julius Brenner zum 24:22 (43.). Das war das Signal zum fulminanten Schlussspurt der SG Suhl/Goldlauter. Hinten wurde nun abgeriegelt, vorn mit Effizienz abgeschlossen. Auch eine Sonderbewachung gegen Vladimir Dimic vermochte die Gäste nicht zu stoppen. Janko Pesic bediente Jan Pindej zur erstmaligen Gäste-Führung (27:26, 50.). Armend Alaj glich nochmals aus, doch dann überrollte der Suhler Express Eisenachs Zweitliga-Reserve. Taktische und personelle Veränderungen in den Reihen der Hausherren blieben erfolglos. Die Fehlerquote stieg und stieg, das Selbstvertrauen rutschte in die Hose. Im gleichen Maß wuchs das Selbstvertrauen der SG Suhl/Goldlauter, die unbeeindruckt von den zwei roten Karten längst das Zepter an sich gerissen hatte, den mitgereisten Anhang mit Treffern am Fließband verzückte.

Die Anspiele zum Kreis vermochten wir nicht zu unterbinden, sah Michael Stegner-Guillaume als eine Hauptursache.

Im Mittelpunkt der Gäste Janko Pesic! Er stibitzte sich das Leder und vollendete zum 27:29 (51.). Tizian Bittermann wehrte einen Streckhardt-Siebenmeter (52.) und einen Urbach-Wurf von Rechtsaußen ab (53.). Auch in Unterzahl ließ die SG Suhl/Goldlauer gegen konsternierte Eisenacher nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil! Über Zuspiele zum Kreis wurde die Trefferausbeute noch erheblich aufgestockt. Maciej Sieczka traf zum 32:27 für seine Farben (56.). Janko Pesic beendete den Trefferreigen.

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Noah Streckhardt (am Ball) feierte nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback.

Statistik
ThSV Eisenach II: Noack, Fehr; Brenner (8), Pauli (1), Urbach (2), Meyer, Manys (1), Ukaj (1), A. Alaj (7), Warlich, Streckhardt (5/1), Q. Alaj (5/2), Förster
SG Suhl/Goldlauter: Bittermann, Eskic; Hollo (1), Sieczka (6), Pindej (5), Pamer (1), Pesic (3), Mirkovic, Savcenco, Dimic (18/5), Szenteszki (2), Lehmann, Prunner, Biskup
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 7/3 / SG Suhl/Goldlauter 7/5
Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 6 x 2 Min., Rot für Pauli nach 3. ZS (59.) / SG Suhl/Goldlauter 5 x 2 Min., Rot für Mirkovic (48.) und Eskic (52.)
Schiedsrichter: Arnold/Kunze
Zuschauer: 200

Th. Levknecht

Andrea T. | | Quelle:

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