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Wir haben uns den Sieg nicht nehmen lassen!

ThSV Eisenach klettert nach 33:30 (20:13)-Erfolg über den HC Elbflorenz wieder auf den 4. Tabellenplatz

Wir haben uns den Sieg nicht nehmen lassen, formulierte Eisenachs Top-Torjäger Fynn Hangstein treffend.

Die Wartburgstädter bezwangen vor nahezu 1.500 stimmgewaltigen Zuschauern den HC Elbflorenz mit 33:30 (20:13), feierten den 5. Heimsieg in Folge und kletterten wieder auf den 4. Tabellenplatz. Im 8. Aufeinandertreffen beider Teams um Zweitliga-Zähler gelang dem ThSV Eisenach erst der zweite Sieg. Von Beginn war richtig Feuer auf dem Parkett. Die Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski verhängten insgesamt 30 Strafminuten, 14 gegen den ThSV Eisenach und 16 gegen den HC Elbflorenz. Auf den Rängen des Thüringer Handballtempels herrschte eine fantastische Stimmung.

Diese brennt sich in meinem Herzen ein, gab ThSV-Coach Misha Kaufmann einen kurzen Einblick in seine Gefühlswelt. Die Woche nach der 5-Tore-Niederlage in Hamm war nicht einfach, so Eisenachs Manager Rene Witte.

Mit den jüngsten Heimsiegen habe man nun auch die Position in der Heimtabelle gehörig aufgebessert.

Es hat richtig Spaß gemacht, in einer solchen Atmosphäre zu spielen, merkte Rico Göde, der Coach des HC Elbflorenz, an.

Seine Schützlinge bedankten sich nach dem Abpfiff per Handschlag bei den etwa 40 mitgereisten Fans. Der übergroße Teil der Zuschauer intonierte indes inbrünstig Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied.

Kein Torwart-Spiel

Eisenach hat bis auf die Anfangsminuten durchgehend geführt und verdient gewonnen, merkte Timo Meinl, der Torwarttrainer des HC Elbflorenz und einst selbst im Tor des ThSV Eisenach, an.

Er hatte kein Torwart-Spiel gesehen. Bis zur 37. Minute standen für seine eingesetzten Keeper Mario Huhnstock und Marius Noack 0 Paraden in der Statistik. Danach konnte Marius Noack, der Ex-Eisenacher beim HC Elbflorenz, noch 4 Bälle abwehren.

Das ist nicht mein Anspruch, gestand der 21-jährige 2,02-Meter-Keeper.

Aber auch die Eisenacher Schlussleute Johannes Jepsen und Fran Lucin vermochten zusammen nur 8 Würfen den Weg ins Tor zu versperren. Aber das war dennoch doppelt so viel wie auf der Gegenseite. Die ThSV-Fangruppe aus Osnabrück feierte Johannes Jepsen dennoch euphorisch.

Jannis Schneibel machte den Deckel drauf
Zum Ende der Partie wackelte der Eisenacher Sieg, verkürzten die Sachsen bis auf einen Treffer (31:30, 59.). Der überragende Jannis Schneibel (8 Treffer aus 9 Versuchen) machte im Doppelpack zum 33:30 den Deckel drauf.

Die Partie durchlief verschiedene Phasen, ging Eisenachs 21-jähriger Spielgestalter Jannis Schneibel in die Analyse. Anfangs hatten wir Probleme in der Abwehr, doch unsere Deckung stabilisierte sich rasch. Nach vorn war effektiver Angriffshandball zur 7-Tore-Führung angesagt. Im zweiten Abschnitt machten wir uns das Leben selbst schwer, haben freie Bälle weggelassen, bilanzierte Jannis Schneibel. Den vielleicht einfachsten Ball habe ich nicht untergebracht, gestand er freimütig. In der ersten Halbzeit haben wir am Optimum gespielt, unsere Chancen konsequent genutzt, befand Eisenachs Kapitän Peter Walz. Im zweiten Abschnitt waren wir etwas zu schlampig mit unseren Würfen, kassierten hinten dumme Tore, räumte Fynn Hangstein selbstkritisch ein.

Wir fanden gute Lösungen gegen die Eisenacher Abwehr, waren mit Durchbrüchen erfolgreich, skizzierte Rico Göde, der Coach des HC Elbflorenz, den zweiten Spielabschnitt.

Mindaugas Dumcius und Oskar Emanuel (zusammen 11 Treffer) netzten immer wieder ein.

Doch wir haben kühlen Kopf bewiesen, schob der Top-Torjäger der Liga (jetzt 260 Treffer), Eisenachs Fynn Hangstein, nach.

Treffsichere Außen auf beiden Seiten

Zu Beginn der Partie hatten wir Probleme in der Abwehr, doch ab der 10. Minute stellten wir eine bärenstarke Abwehr, resümierte Fynn Hangstein.

Durch Oskar Emanuel hatten die Gäste zum 4:5 eingelocht (8.). In Unterzahl traf Jonas Ulshöfer zum 5:5 (9.). Alexander Saul und Jannis Schneibel legten zum 7:5 nach (10.). Angriffszüge zu beiden Außenpositionen hieß ein Eisenacher Erfolgsrezept. Rechtsaußen Ante Tokic (7 Treffer aus 7 Versuchen) und Ivan Snajder (6 Treffer aus 7 Versuchen) schlossen konsequent ab. In Julius Dierberg hatten die Dresdner einen treffsichern Werfer mit einer 100-Prozent-Quote von Linksaußen und vom Siebenmeter-Strich. Auch in doppelter Unterzahl ließen die Hausherren den Ausgleichstreffer nicht zu. Nach dem 10:9 (16.) zappelte das Leder in kurzen Abständen im Dresdner Kasten. Jannis Schneibel stibitzte das Leder aus den Gästereihen, passte zu Ivan Snajder, der mühelos zum 15:10 ins leere Gehäuse vollendete (22.). Nach einer Dresdner Auszeit eroberten sich die Eisenacher durch Daniel Dicker das Leder, das über Fynn Hangstein zu Ante Tokic kam, der zum 16:10 einnetzte (23.). Die Gäste hatten inzwischen neues Personal für den Rückraum gebracht. Nils Kretschmer und Ivar Stavast waren gekommen. ThSV-Coach Misha Kaufmann hatte Martin Potisk im Rückraum und Ruben Sousa am Kreis eingewechselt. Eisenachs Angriffsspiel lief auf Hochtouren. Die Gäste kassierten in den ersten 30 Minuten 20 Gegentreffer. Als letzte Aktion der ersten Halbzeit versenkte Jannis Schneibel praktisch mit der Sirene eine Freiwurfablage zum 20:13-Pausenstand.

Der 7-Tore-Rückstand war eine schwere Hypothek, räumte Dresdens Sebastian Greß ein.

HC Elbflorenz schnupperte am Punktgewinn
Die Wartburgstädter dominierten nach Wiederanpfiff. Keeper Johannes Jepsen fütterte Ante Tokic mit einer Steilvorlage, der zum 25:19 versenkte (39.). Fynn Hangstein traf zum 26:21 (43.).

Doch wir ließen zu viele Gegentore zu, ärgerte sich Peter Walz.

Die Abwehr bot nicht mehr die Geschlossenheit der ersten Spielhälfte.

Wir wussten, Dresden kommt zurück. Das hat die Mannschaft erst jüngst beim Sieg über Gummersbach bewiesen. Sie zeigten sich mit zunehmender Spielzeit kreativ und mutig, erklärte Eisenachs Trainer Misha Kaufmann.

Langsam schmolz das Eisenacher Polster. Fynn Hangstein scheiterte an Keeper Marius Noack und dem Holz (53.). Auch Martin Potisk brachte den Ball nicht unter. Oskar Emanuel verkürzte von Rechtsaußen bis auf zwei Treffer (29:27, 55.). Die Treffer von Ante Tokic zum 30:27 (55.) und Janis Schneibel zum 31:28 (58.) bedeuteten keine Entscheidung. Mindaugas Dumcius und Sebastian Greß ließen den HC Elbflorenz zumindest auf einen Punkt hoffen. Diese Hoffnung wuchs, als Fynn Hangstein scheiterte (59.). Doch die Eisenacher eroberten sich das Leder, Jannis Schneibel traf zum 32:30 (60.). ThSV-Keeper Johannes Jepsen parierte und Janis Schneibel traf zum 33:30-Endstand.

Aue und Emsdetten müssen Weg in die 3. Liga gehen
Nach diesem Wochenende stehen der EHV Aue und der TV Emsdetten als Absteiger fest.

Wir wünschen unseren Freunden aus dem Erzgebirge die rasche Rückkehr in die 2. Liga, betonte Rene Witte.

Die 99. und 100. Auflage des Traditionsderbys zwischen dem ThSV Eisenach und dem EHV Aue muss nun etwas warten. Wer den EHV Aue und den TV Emsdetten in die 3. Liga begleitet, entscheidet sich zwischen den Eulen Ludwigshafen, Bayer Dormagen, dem TuS Ferndorf und dem TV Großwallstadt. Als erster Aufsteiger steht – nach einem Handball-Hitchcock – die HSG Konstanz fest.

Statistik
ThSV Eisenach: Jepsen (16.-46. u. 52.-60./ 4 Paraden), Lucin (4 Paraden); Iffert, Wöhler, Potisk, Hangstein (5/1), Ulshöfer (1), Walz (1). Tokic (7), Sousa (1), Dicker, Donker, Schneibel (8), Snajder (6), Weyhrauch, Saul (4)
Trainer: Misha Kaufmann
HC Elbflorenz: Huhnstock (1.-16./ 0 Parden), Noack (ab 16./ 4 Paraden), Mohs (n.e.); Hoffmann, Emanuel (5), Dierberg (8/4), Buschmann, Dumcius (6), Kretschmer (2), Jungemann (4), Stavast (2), Greß (3), Vanco, Quade, Wellner
Trainer: Rico Göde
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 1/2 (Hangstein verwandelt 1 x gegen Huhnstock, Hangstein wirft gegen Noack vorbei) – HC Elbflorenz: 4/4 (Dierberg verwandelt 2 x gegen Jepsen und 2 x gegen Lucin)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 7 x 2 Min. (Dicker u. Snajder je 4 Min., Walz, Tokic und Schneibel je 2 Min.) – HC Elbflorenz: 8 x 2 Min. (Kretschmer u. Jungemann je 4 Min.; Dierberg, Buschmann, Stavast u. Wellner je 2 Min.)
Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski
Zuschauer: 1.457
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Schneibel, Snajder, Tokic – HC Elbflorenz: Dierberg, Dumcius

Th. Levknecht

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