„Wir haben unser Herz und unsere Seele auf das Parkett gebracht.“

Bildquelle: sportfotoseisenach – Julius Brenner wird von der Abwehr der Saalestädter gestoppt

ThSV Eisenach II unterliegt in einer Partie auf Augenhöhe dem USV Halle mit 33:35 (15:18) / Schwächen im Deckungsinnenblock

Aufsteiger ThSV Eisenach II schnupperte gegen den USV Halle, einem Spitzenteam der Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Handballverbandes, das vergangene Saison auf dem 3. Platz abschloss, an einem Punktgewinn, an einer Überraschung. „Wir haben unser Herz und unsere Seele auf das Parkett gebracht. In der Endphase unterliefen uns ein bis zwei Fehler zu viel. Im Spielverlauf fehlte uns in der Abwehr der nötige Zugriff, insbesondere im Deckungsinnenblock. In diese Kritik beziehe ich mich ausdrücklich mit ein“, erklärte der 19-jährige schweißgetränkter Kreis- und Deckungsinnenblock-Spieler Conrad Ruppert nach der 33:35 (15:18)-Niederlage gegen den USV Halle. Das Team von der Saale zelebrierte schnellen und kreativen Angriffshandball. 

sportfotoseisenach – Ole Gastrock-Mey ließ 7 Bälle im Gästekasten zappeln

„Mit unserer Angriffsleistung, mit unseren 35 erzielten Toren sind wir sehr zufrieden. Kritisch betrachten wir die 33 Gegentore. Die Eisenacher Ole Gastrock-Mey und Armend Alaj vermochten wir nicht entscheidend am Torwurf zu hindern. Wir kassierten viele einfache Gegentreffer. Der ThSV Eisenach II hat uns bis zur Sirene voll gefordert. Letztlich war es ein verdienter Sieg für uns“, erklärte Oliver Middell, der Torhüter des USV-Halle. Er stand, wie der einstige Bundesliga- und Nationalmannschafts-Torhüter Chrisha Hannawald, in kurzen Hosen im Tor. Das Torhüterduell mit seinen Eisenacher Kollegen Bastian Freitag und Aron Büchner endete Remis. „Wir haben in einer Partie auf Augenhöhe bravourös gekämpft, doch am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Aufbauend auf dieser Leistung müssen wir in den nächsten Spielen punkten“, erklärt ThSV-Keeper Aron Büchner. Kommenden Samstag wartet allerdings die schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellen-Dritten Rot-Weiß Staßfurt, der am Samstag mit einem 34:34-Remis einen Zähler aus Bernburg entführte. 

sportfotoseisenach – Armend Alaj trifft von Rechtsaußen

„Die Partie als Gesamtpaket betrachtend, lieferten wir eines unserer besten Saisonspiele. Wir haben von der ersten bis letzten Sekunde gekämpft, uns nie aufgegeben. Wichtig, wir sind sehr gut in die zweite Halbzeit gestartet, unterstützt durch von Aron Büchner parierte Bälle. Wir markierten mehrfach den Anschlusstreffer, der Ausgleich gelang aber nicht. Immer dann agierten wir überhastet, unterliefen uns Fehler. Ole Gastrock Mey und Conrad Ruppert rackerten im Abwehrzentrum, das zehrte schon an den Kräften, doch wir kassierten zu viele Tore über die Mitte und im 1 gegen 1. Ein erfahrener Duje Miljak, der verletzungsbedingt fehlte, hätte uns da sehr gutgetan. Als Angriffsgestalter gefielen Jannes Rehm und Julian Rothhämel. Letzterer hat gezeigt, weshalb wir ihn vor der Saison verpflichtet haben“, konstatierte Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, der zumeist nur für Siebenmeter auf das Parkett kam, von 7 Strafwürfen 6 verwandelte. 

sportfotoseisenach – Julian Rothhämel marschiert in die Nahtstelle der Abwehr des USV Halle

Nach 14:12-Führung im Deckungsverband zu porös

Beim ThSV Eisenach II standen erstmals die 17-jährigen Tim Nothum und Louis Kryeziu auf dem Spielprotokoll, die am Nachmittag mit der ThSV-A-Jugend im MHV-Pokal den HBV Rene mit 33:29 bezwungen hatten. Beide Youngsters kamen aber nicht zum Einsatz. Der ThSV Eisenach II spielte überwiegend mit Ardit Ukaj auf Links- und Armend Alaj auf Rechtsaußen, Ole Gastrock Mey, Julius Brenner, Jannes Rehm oder Julian Rothhämel, im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis sowie Bastian Freitag oder Aron Büchner im Tor. Conrad Ruppert vollendete einen Tempogegenstoß zum 3:2 (4.). Nach Regelwidrigkeit an Julis Brenner verwandelte Qendrim Alaj vom Strich zum 7:5 (10.). Sehenswert, der von Armend Alaj vollendete Kempa zum 8:6 (11.). Mit scharfen und präzisen Würfen versenkte Ole Gastrock-Mey das Leder im Gästekasten, ließ das Netz mit seinem 4. Treffer zum 11:8 zappeln (15.). In der ersten Viertelstunde fielen schon 19 Treffer. Ardit Ukaj „vernaschte“ die Gästeabwehr zum 12:10 (17.). Zunehmend zogen die Gäste ihr schnelles Angriffsspiel zur Kreismitte auf, zum sich freilaufenden Tom Kryszon (insgesamt 7 Treffer). Distanzwürfe zappelten im Eisenacher Kasten. Die Zwillingsbrüder Sascha und Nicolas Berends (zusammen 12 Tore) lochten vom 14:12 (19.) zum 15:18 (29.) ein. Die  Eisenacher Conrad Ruppert, Ole Gastrock-Mey, Ardit Ukaj scheiterten aus dem Feld, Qendrim Alaj per Strafwurf an Gästekeeper Oliver Middell. Bei Holztreffern fehlten Conrad Ruppert und Julian Rothhämel nur wenige Zentimeter. 

sportfotoseisenach – Conrad Ruppert versenkt gegen Gästekeeper Oliver Middell

Ausgleichstreffer fällt nicht

Die Gäste aus Halle, mit Rotation im Rückraum, behaupteten nach Wiederanpfiff durchgehend die Führung. Ole Gastrock-Mey wuchtete zum 18:19 ein (36.). Nur 7 Sekunden später fiel das 18:20 durch Sascha Berends. Ein Zuspiel von Julius Brenner verwerte Conrad Ruppert zum 21:22 (39.). Der am Kreis freigespielte Tom Kryszon antwortete zum 21:23 (40.). Einem 4-Tore-Rückstand (23:27/45.) ließen die Eisenacher die Treffer von Julian Rothhämel, Qendrim Alaj und Armend Alaj zum 26:27 folgen (47.). Der Ausgleich fiel nicht, ein überhasteter Aufsetzer von Julius Brenner landete über dem Gästekasten. Diese nutzten mit ihrem leichtfüßigem Angriffsspiel Eisenachs Deckungsschwächen zum 27:30 durch Chris Heyer (51.). Die Eisenacher bekamen den Innenblock nicht zu, vermochten Anspiele an den Kreis nicht zu unterbinden. Doch sie fighten mit ganz viel Herzblut, ließen sich von einer umstrittenen Zeitstrafe in der Schlussphase nicht aus der Bahn werfen. Qendrim Alaj und Ole Gastrock-Mey trafen nach dem 30:33 (55.) zum 32:33 (58.). ThSV-Keeper Bastian Freitag parierte. Doch seine Teamkollegenverloren das Leder. Dem 32:34 (Sascha Berends) ließ Conrad Ruppert das 33:34 folgen (60.). Da waren noch 49 Sekunden zu spielen. Nicolas Berends gelang für die Gäste der alles entscheidende Treffer zum 33:35. Wenig später jubelten die Handball-Männer des Universitätssportvereins Halle über einen Doppelpunktgewinn in Eisenach.  

sportfotoseisenach – Beste Stimmung auf der erneut gut besuchten Haupttribüne
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Statistik 

ThSV Eisenach II:
Freitag, Büchner; Brenner (3), Rehm, Nothum, Stupka, Ruppert (6), Schlotzhauer, Kryeziu, Gastrock-Mey (7), Ukaj (1), A. Alaj (7), Q. Alaj (7/6), Rothhämel (2)

USV Halle:
Middell, Plitz; Loerzer, S. Berends (5), Feger, N. Berends (7), Kryszon (7), Heyer (7), Sogalla, Mucke (3), Zänker, Kurrat, Conrad (4/3), Patan (2)

Siebenmeter:
ThSV Eisenach II 6/7 – USV Halle 3/3

Zeitstrafen:
ThSV Eisenach II 5 x 2 Min. – USV Halle 3 x 2 Min.

Schiedsrichter:
Franke/Perll

Zuschauer:
267  

Th. Levknecht 

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