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Wir müssen unsere Torchancen einfach besser nutzen!

Im Interview Matthias Bäurer, Jugendkoordinator und Trainer der A-Jugend des ThSV Eisenach, nach dem Jugendbundesliga-Qualifikationsturnier in Niedersachsen und vor der Hoffnungsrunde am Pfingstwochenende in Stuttgart

Die A-Jugend des ThSV Eisenach unternimmt einen erneuten Anlauf, sich für die Jugendbundesliga zu qualifizieren. Die direkte Qualifikation wurde am Wochenende beim Qualifikationsturnier in Ilsede (Niedersachsen/ Landkreis Peine), mit einer Spielzeit von 2 x 20 Minuten, verpasst. Zwei Remis (20:20 gegen den TV Anderten und 18:18 gegen die HSG Verden-Aller), die in die Wertung einfließende Punkteteilung aus der Qualifikations-Vorrunde gegen den EHV Aue (22:22) sowie Niederlagen gegen den TSV Burgdorf (17:29) und HC Bremen (17:19) reichten für die von Matthias Bäurer und Daniel Hellwig betreuten ThSV-Talente nicht. In der Abschluss-Tabelle landeten die Wartburgstädter – durch das Heranziehen der Ergebnisse der drei Teams mit jeweils 3 Pluszählern untereinander – auf dem 5. Platz. Dieser hält die Tür zur Jugendbundesliga noch einen Spalt auf, berechtigt er zur Teilnahme an einer bereits am Pfingstwochenende stattfindenden bundesweiten Hoffnungsrunde in zwei Staffel, in der noch 6 Startplätze ausgespielt werden. Die ThSV-Youngster sind am Samstag, 04. und Sonntag, 05.06.2022 in Stuttgart gefordert.

Für die A-Jugend des ThSV Eisenach waren in Niedersachsen am Ball:
Freitag; Müller (14), Katzwinkel (18), Grabow (1), Beyer, Stegner (1), Wöhler (9), Elwert, Völksch (4), Höllein, Cürten (5), Helm (11), Starke (8), Stehmann (1)

Wir sprachen mit Matthias Bäurer, Jugendkoordinator und Trainer der A-Jugend des ThSV Eisenach:
Gehen wir kurz in die Analyse der 4 Spiele des vergangenen Wochenendes. Gegen den TV Anderten hat Ihr Team 12:6 und 18:14 geführt, lag dann 18:19 hinten, um mit einem 20:20 die Partie abzuschließen. Was führte zur Wende?
In der ersten Spielhälfte lief es für uns im Angriff und in der Abwehr sehr gut. Leider konnten wir weder in dieser Begegnung als auch in den folgenden die Leistung nicht beibehalten. In der zweiten Halbzeit sind wir an unserer Chancenverwertung gescheitert, standen aber auch in der Abwehr nicht mehr so stabil.

Es schien, gegen den TV Burgdorf waren Ihre Jungs von Beginn chancenlos, lagen sie schon zur Pause 9:16 hinten, am Ende hieß es 17:29?
Um gegen den TV Burgdorf eine Chance zu haben, hätten wir am obersten Limit spielen müssen. Das ist uns nicht gelungen. Unsere Chancenverwertung verhinderte eine knappere Niederlage.

Gegen die HSG Verden-Aller ging es mit einem 7:11 Rückstand in die Halbzeitpause, doch nach dem Seitenwechsel übernahm Ihr Team mehr und mehr das Sagen, ging gar mit 18:17 in Führung, mussten quasi mit dem Schlusspfiff aber den Treffer zum 18:18-Endstand hinnehmen…?
Uns fehlte insbesondere in den ersten 20 Minuten der Zugriff in der Abwehr. Hinzu kam unsere miese Chancenausbeute. Im zweiten Abschnitt wurde das deutlich besser. Wir hätten die Partie vor den dramatischen Schluss-Sekunde für uns entscheiden können.

Gegen den HC Bremen hätte es einen vollen Erfolg benötigt. Sie starteten mit einer 3:0-Führung, lagen aber nach der 14. Minuten durchgehend im Rückstand. Am Ende leuchtete ein 17:19 auf der Anzeigetafel. Lag es wieder an der schlechten Chancenverwertung?
Die Abwehr arbeitete ganz ordentlich. Doch bei Ballbesitz unterliefen zu viele technische Fehler. Und ja, die herausgespielten Torchancen vermochten wir viel zu wenig zu nutzen.

Das Positive, das Erreichen der Hoffnungsrunde…?
Ja, wir sind noch in der Verlosung, müssen uns aber in punkto Chancenverwertung deutlich verbessern.

War die Vorbereitungszeit nicht zu kurz. Allenthalben spielen jene Teams, die die Qualifikation bestreiten, schon während der Saison zusammen. Beim ThSV Eisenach war das nicht so?
Der Großteil unseres Teams spielte in der Regionalliga Ost der männlichen Jugend B zusammen, kennt sich also bestens. Die Kontrahenten in der Qualifikation waren noch bis vor kurzem im DHB-Pokal am Ball und mussten dann ihren Kader umstellen.

Warum?
Zur Qualifikation spielen nur die Jahrgänge 2004, 2005 und jünger.

Damit kamen bei ThSV Eisenach Spieler wie Karl-Marius Schnell, Aron Büchner und Max Schlotzhauer nicht in Betracht?
Richtig.

Dennoch fehlten in Ihrem Aufgebot Namen von Spielern, die während der Saison in den A-Jugend-Punktspielen am Ball und spielberechtigt waren?
Wir haben uns für diesen Spielerkreis entschieden.

War denn die Zeit zur Integration der externen Neuzugänge nicht zu kurz, fehlte es an Harmonie?
Mit unseren Neuzugängen gewannen wir an individueller Qualität. Wir können besser rotieren als zuvor. John Katzwinkel ist erst seit zwei Wochen bei uns, er ist noch nicht vollends integriert, hilft uns aber mit seinen individuellen Stärken. Wir werden die Integration unserer drei Neuzugänge vorantreiben. Sie werden uns helfen.

Mit Bastian Freitag steht nur ein Torhüter im Aufgebot, ein nicht zu großes Handicap?
Natürlich wäre es mit zwei Torhütern schöner, doch wir haben aktuell nur Bastian Freitag. Er genießt unser volles Vertrauen.

Ist Ihr Team nicht zu „Grün“, auch um den Erfolgsdruck auszuhalten?
Nein. Ich traue diesem Kader zu, die Qualifikation zur Jugendbundesliga zu schaffen. Vom Potential her ist das gegeben. Vielleicht fehlt etwas Wettkampfhärte.

Wir haben es bereits thematisiert, schon am Wochenende geht es zur Hoffnungsrunde nach Stuttgart. Wer sind da die Kontrahenten? Welche Modalitäten sind angesagt?
Wir wurden überraschend in die Süd-Gruppe eingeordnet, müssen daher schon kommenden Samstag und Sonntag in Stuttgart ran. Die Kontrahenten heißen SG BBM Bietigheim, HSG Hanau, DJK Rimpar Wölfe, Team Stuttgart und der SV Zweibrücken. Am Samstag wird in zwei Dreier-Gruppen gespielt. Die zwei besten Teams dieser Dreier-Gruppen treffen am Sonntag in einer Vierer-Gruppe aufeinander, wobei die Punkte vom Vortag gegen die miteinziehenden Kontrahenten mitgenommen werden. Die ersten drei Teams dieser Vierer-Gruppe qualifizieren sich für die Jugendbundesliga-Saison 2022/2023.

Und das ist Ihr erklärtes Ziel. Was stimmt Sie optimistisch?
Die erste Halbzeit der Partie gegen den TSV Anderten muss unser Maßstab sein. Diese Leistung gilt es zu konservieren und am Wochenende in Stuttgart abzurufen. Wir müssen unsere Torchancen einfach besser nutzen!

Danke für das umfangreiche Gespräch.

Th. Levknecht

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