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Wird der Auswärtsbock umgestoßen?

«In den vergangenen Jahren haben wir die ersten Auswärtspunkte auch erst nach der 1. Heimniederlage geholt. Insofern stehen die Zeichen für uns nicht ungünstig», flachste Eisenachs Coach Peter Rost heute auf der Pressekonferenz zum morgigen Spiel. Seine Schützlinge gastieren ab 19.30 Uhr bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen Wetzlar. Dieses hessisch-thüringische Nachbarschaftsderby wird wie gewohnt in der 1750 Zuschauer fassenden Sporthalle Dutenhofen ausgetragen.
Die erste Saisonheimniederlage hat der ThSV Eisenach ja weg (26:27 in Erfurt gegen Flensburg). Doch gerade die dort gezeigte Leistung vor 4350 begeisterten Besuchern gegen einen heißen Meisterschaftsanwärter sorgt für Optimismus in den Reihen der Wartburgstädter. «Uns fehlte nur ein Quentchen Glück, um den Lohn der Arbeit einzufahren», blickt Peter Rost zurück. Wie in den Begegnungen in Willstätt und Hamburg waren die Eisenacher auch gegen die «Nordlichter» nicht chancenlos. «Freilich, angesichts unserer 12 Auswärtszähler im Vorjahr sind jetzt alle auf der Hut, wenn der ThSV Eisenach kommt, doch wenn wir die Zahl der Technik- und Regelfehler eindämmen, werden wir auch in dieser Spielserie auswärts punkten», ist sich Rost sicher.
Bis auf Stephane Joulin tritt der ThSV Eisenach mit voller Kapelle die Fahrt an. Dem Franzosen wurden die Drähte im operierten Knie entfernt. Er konnte noch nicht wieder am Training teilnehmen. Preben Vildalen und Jonny Jensen weilten während der kurzen Punktspielpause mit der Auswahl Norwegens zu einem Mammutturnier in Portugal: 5 Spiele in 5 Tagen. Preben Vildalen absolvierte alle nahezu über die volle Distanz, kam entsprechend «geschlaucht» wieder in Thüringen an. Jonny Jensen pausierte wegen Problemen im Knie während der ersten Partien. «Wir freuen uns, dass der norwegische Verband im Sinne des ThSV Eisenach bei einem Einsatz von Jonny Jensen entschieden hat», zollte Eisenachs Manager Thomas Dröge den Wikinger-Verantwortlichen Dank. Jensen und Vildalen können damit auflaufen.

Die Eisenacher müssen sich im «Handballdorf» Dutenhofen auf einen ganz besonders heißen Tanz einstellen. Die Gastgeber müssen auf ihren «Star» Gehnadij Khalepo verzichten. Nach einer Tätlichkeit in Gummersbach gegen das Schiedsrichterduo Andler/Andler wurde der russische Rückraumkanonier für ein halbes Jahr gesperrt. Mittels einer einstweiligen Verfügung versuchen die Hessen, die Sperre auszusetzen. Neben Kalepo wird auch Trainer Velimir Petkovic nicht auf der Bank Platz nehmen können. Er wurde nach Vorfällen in der gleichen Partie für 3 Spiele gesperrt. Die Hessen fühlen sich ungerecht behandelt. Der sportliche Leiter, die Eminenz im Hintergrund, Rainer Dotzauer, fordert daher von der Mannschaft und den Zuschauern eine Trotzreaktion. Mit Arvydas Kestawitz, Kapitän Andreas Klimpke und Nico Bepler fehlen bei der HSG D/M Wetzlar ohnehin drei Langzeitverletzte.

Die Eisenacher wissen aus eigener Erfahrung, gerade in solchen Situationen rückt der «Rest» noch enger zusammen, tritt als verschworene Gemeinschaft auf. Die Eisenacher müssen auf der Hut sein! Sie wissen aber auch, für die Gastgeber ist diese Begegnung ein absolutes Schlüsselspiel. Der Druck ist gewaltig. «Mit Eisenach, Wilhelmshaven, Willstätt, Nettelstedt und Großwallstadt treffen wir hintereinander auf Mannschaften unserer Kragenweite, da müssen Pluszähler her», unterstreicht Rainer Dotzauer die Bedeutung. Der «Mister Handball» wird höchstpersönlich das Sagen auf der Auswechselbank für den gesperrten Velimir Petkovic übernehmen. «Bleiben wir auf Tuchfühlung oder gehen gar selbst in Vorhand, wird die Nervosität beim Gastgeber groß. Das ist unsere Chance», weiß Peter Rost.

INFO: Tickets und Plätze im ThSV-Fanbus, Abfahrt 16.00 Uhr Parkplatz Katzenaue, noch vorhanden.

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