World Games Champions schwärmen an der Küste aus: Lena Oppermann übernimmt Patenschaft für DLRG Rettungsboot

Bildquelle: Linus Weiß / DLRG – Lena Oppermann bei der Bootstaufe
Ihre Namen stehen für Geschwindigkeit im Wasser, Präzision in der Rettung und sportlichen Erfolg auf Weltniveau: Die Athletinnen und Athleten der Nationalmannschaft im Rettungsschwimmen sammelten vergangenes Jahr in China bei den World Games 13 Medaillen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die als Spitzenverband des Rettungssports das Nationalteam stellt, lässt ihren erfolgreichen Sportlern eine besondere Ehre zuteilwerden: Alle Medaillengewinner übernehmen eine Patenschaft für ein Rettungsboot im Wasserrettungsdienst der DLRG an Nord- und Ostsee. Am Dienstag (19. Mai) schickte Lena Oppermann von der DLRG Saale-Kreis als eine der Ersten ihr Boot in die Badesaison. Nach der Taufe durch die Eisenacherin am Strand von Grömitz soll das Rettungsboot in diesem Sommer den ehrenamtlichen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern an der DLRG Station in Heiligenhafen einen guten Dienst erweisen. Ein zweites Boot taufte Felix Hofmann aus Wiesbaden.
„Herausragende sportliche Leistungen, wie die von Lena, fallen nicht vom Himmel. Viele tausend Stunden Training sind nötig und immer wieder Entbehrungen damit verbunden. Die daraus resultierenden Erfolge wollen wir würdigen und lassen unsere Spitzenathleten an den Küstenstränden ausschwärmen“, sagte DLRG Generalsekretärin Tanja Larsson in Grömitz. Alle zwölf Sportlerinnen und Sportler aus dem Nationalteam bei den World Games 2025 übernehmen eine Bootspatenschaft für ein Rettungsboot im Zentralen Wasserrettungsdienst-Küste (ZWRD-K) der DLRG. Dieser umfasst derzeit 81 Stationen mit rund 100 Badestellen an Nord- und Ostsee. Zwischen Anfang Mai und Ende September sind dort zusammengenommen über 5.000 Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Während der Hochsaison sind bis zu 850 Ehrenamtliche im Dienst für die Sicherheit der Badegäste und Wassersportler. Sie wachen an sieben Tagen in der Woche an den Strandabschnitten.
Oppermann: Eines Tages selbst an der Küste?
„Das ist eine besondere Ehre, Patin eines Rettungsbootes zu sein, das dazu beitragen wird, Leben zu retten“, findet Lena Oppermann. Die 21-Jährige von der DLRG Halle-Saalekreis war bei den World Games mit drei Silbermedaillen in Einzelwettbewerben und drei Goldmedaillen mit dem Team die fleißigste Medaillensammlerin in der DLRG Nationalmannschaft. Einige Wochen danach krönte sich die Eisenacherin, die gerade als Sportsoldatin in Warendorf (Nordrhein-Westfalen) trainiert, auch zur Europameisterin. Zeit für ein Ehrenamt in der DLRG lassen der enorme Trainingsaufwand von 35 bis 40 Stunden in der Woche und das Fernstudium nicht zu. Oppermann: „Das ist auch ein Traum von mir, dass ich vielleicht in ein paar Jahren, wenn ich die aktive Karriere beendet habe, hier auch mal an der Küste tätig zu sein.“
Vorbilder für den Nachwuchs an den Gewässern
„Mit den Bootspatenschaften verknüpfen wir, was untrennbar miteinander verbunden ist: Der Rettungssport ist die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens; seine Disziplinen sind dem Einsatz an den Badestellen entlehnt“, so Generalsekretärin Larsson. Der Sport biete die Möglichkeit, seine Einsatzfähigkeit als Rettungsschwimmer dauerhaft zu erhalten, aber auch den Anreiz, sich miteinander zu messen. Zudem sei er ein wichtiges Instrument, um Nachwuchs zu gewinnen. Larsson: „Lena, Felix und all die anderen Spitzenathleten sind Vorbilder. Viele Kinder, die in der DLRG das Schwimmen gelernt haben und weitermachen wollen, schauen zu ihnen auf und eifern ihnen nach. Unser Ziel ist es, sie später auch für den ehrenamtlichen Einsatz an den Gewässern zu gewinnen.“
90 Sekunden bis zur Rettung
Das DLRG Schlauchboot Rescue S 350 Typ II ist ein halbstarres Schlauchboot mit Aluminiumrumpf. In der DLRG wird dieser Bootstyp seit rund 20 Jahren eingesetzt und hat sich seither zu einem Standard-Rettungsmittel entwickelt. Insbesondere zur Rettung in der Brandungszone sind die schnellen und wendigen IRBs hervorragend geeignet. Der Anspruch der DLRG Rettungsschwimmer: Von der Sichtung einer Person in Not über deren Rettung bis zur Rückkehr an den Strand sollen nicht mehr als 90 Sekunden vergehen.
2025 verfügte die DLRG bundesweit über 430 IRBs. Davon waren rund 45 im Zentralen Wasserrettungsdienst-Küste (ZWRD-K) der DLRG im Einsatz. Viele der 240 lebensrettenden Einsätze dort bewältigten die Rettungsschwimmer auch mittels IRB.
World Games
Die World Games fanden vom 7. bis 17. August 2025 im chinesischen Chengdu statt. Bei den alle vier Jahre ausgetragenen Weltspielen nichtolympischer Sportarten traten 2025 insgesamt 215 Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland an. Im Medaillenspiegel belegten die deutschen Athleten hinter China den zweiten Platz. 13 der insgesamt 45 Medaillen gingen auf das Konto der Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer.
2029 kehren die World Games nach Karlsruhe zurück, wo 1989 bereits die zweite Auflage stattfand. 2032 könnte der Rettungssport erstmals olympisch werden – bei den Sommerspielen in Brisbane (Australien).