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Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Eisenachs Abwehr riegelte nach dem Seitenwechsel ab.

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Eisenachs Abwehr riegelte nach dem Seitenwechsel ab.

Zehn rasante Minuten

Heimmacht ThSV Eisenach: Wartburgstädter feiern mit 31:24 (16:15) über den TV Emsdetten im 8. Heimspiel den 8. Heimsieg

Der ThSV Eisenach bleibt im Thüringer Handballtempel, der heimischen Werner-Aßmann-Halle, eine Macht, feierte mit einem 31:24 (16:15) – Erfolg über den TV Emsdetten im 8. Heimspiel den 8. Heimsieg.

Wir wollten in der Tabelle mit oben dranbleiben, das ist uns gelungen, strahlte Eisenachs Trainerikone Sead Hasanefendic nach dem Abpfiff.

Auf die schlechte zweite Halbzeit von Coburg gab unsere Mannschaft in einem nicht einfachen Spiel die richtige Antwort, konstatierte ThSV-Manager Rene Witte.

Im ersten Abschnitt haben wir Eisenach vor schwere Aufgaben gestellt, doch schon da wurde jeder unserer Fehler eiskalt bestraft. Nach dem Seitenwechsel luden wir den ThSV Eisenach mit Technik- und Regelfehkern sowie Fehlwürfen zur Spielentscheidung ein. Auf den Rängen wurde es deutlich lauter, die Eisenacher Jungs bekamen einen neuen Schub, für uns wurden die Aufgaben nicht mehr lösbar, resümierte Marcel Schliedermann, der Ex-Eisenacher im Trikot des TV Emsdetten.

Die Wartburgstädter rückten mit nunmehr 17:9 Punkten auf dem 4. Tabellenplatz vor. Der TV Emsdetten verbleibt im Tabellenkeller.

Im anstehenden Heimspiel gegen den TV Hüttenberg muss ein Doppelpunktgewinn gelingen, blickte Marcel Schliedermann schon mal auf das kommende Wochenende.

In der ersten Halbzeit sah es nach einer „engen und heißen Kiste“ aus. Doch lediglich beim 4:5 (11.) lagen die Gäste vorn. Die Ex-Eisenacher Marcel Schliedermann und Dirk Holzner drückten dem Spiel der Gäste im ersten Abschnitt ihren Stempel auf.

Wir spielten gut, verloren aber einige Duelle, bilanzierte Sead Hasanefendic, der mit personellen Wechseln frühzeitig eingriff.

Eine 11:8-Führung, nach einer Doublette zwischen Yoav Lumbroso und Ante Tokic, konnte nicht behauptet werden. Beim 12:12 (in eigener Unterzahl) trafen die Gäste wieder zum Gleichstand. Zum letztmaligen Gleichstand. Rasante zehn Minuten zwischen der 35. und 45. Minute sorgten für die Entscheidung. Der ThSV Eisenach zog vom 18:17 auf 25:18 davon.

Unsere Abwehr stand nach dem Seitenwechsel kompakt. Unser Torhüter Blaz Voncina lief zu großer Form auf, strahlte Sead Hasanefendic.

Den komfortablen Vorsprung ließ sich der ThSV Eisenach nicht mehr nehmen, verzückte seine Getreuen noch mit manch handballerischem Leckerbissen. Einem Zusammenspiel zwischen Alexander Saul und Justin Mürköster entsprang der Treffer zum 31:24-Endstand.

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Linkshänder Alexander Saul zieht aus dem Rückraum ab.

Zahlen sagen einiges
Auch die statistischen Werte dokumentieren die Überlegenheit des ThSV Eisenach! Den Wartburgstädtern unterliefen während der gesamten 60 Minuten nur 4 Technik- und Regelfehler. Keeper Blaz Voncina wurde mit 19 Paraden notiert, was einer Fangquote von 44 Prozent entspricht! Adrian Wöhler, zu Beginn der zweiten Halbzeit auf Linksaußen gekommen, wurde mit einer 100-Prozent-Wurfquote geführt, mit 3 Treffern aus dem Feld und 4 von der Siebenmeterlinie. Der ThSV Eisenach schloss zahlreiche Angriffsaktionen, mehrfach nach Ballgewinnen auch per Gegenstoß, über die Außenpositionen ab. AnteTokic versenkte 7 von 10, Ivan Snajder 4 von 6 Bällen. Und auch diese Zahl ist beachtenswert: Erneut kamen nahezu 2.000 Zuschauer in den Thüringer Handballtempel!

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Yoav Lumbroso, der torgefährliche kleine Regisseur mit ganz viel Esprit.

Die Geste des Abends
Nach dem Abpfiff drehte die siegreiche Eisenacher Mannschaft ihre beifallsumrauschte Runde. An der Seitenlinie applaudierten die jungen Anschlusskader Noah Streckhardt und Marius Noack. ThSV-Coach Sead Hasanefendic schritt zu beiden, bedankte sich bei ihnen per Handschlag, denn auch sie hatten durch ihre Trainingsleistung Anteil am Erfolg. Die Trainerikone rief die beiden Youngsters zum Teamfoto mit dem „Sponsor oft he day“, der Köstritzer Schwarzbierbrauerei.

Erst Brötchenschmieren, dann das Geburtstagsgeschenk
Markus Krauthoff-Murfuni, Co-Trainer des Zweitbundesligateams und Nachwuchskoordinator des ThSV Eisenach, feierte am Spieltag seinen 43. Geburtstag. Er fand sich bereits am Mittag zur „Brötchenschmier-Runde“ ein. Aufgrund der für diesen Tag (Totensonntag) veränderten Rahmenbedingungen hatte sich der ThSV Eisenach entschlossen, verstärkt belegte Brötchen anzubieten. Hierzu wurden etwa 400 Brötchen mit Gehacktem, Bierschinken und Käse von fleißigen Helfern belegt. Am Abend erhielt Markus Krauthoff-Murfuni auch das gewünschte Geburtsgeschenk von der Mannschaft, den Sieg über den TV Emsdetten.

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Marcel Schliedermann und Sead Hasanefendic (re.), im Vorjahr als Kapitän und Trainer des ThSV Eisenach in die 2. Handballbundesliga aufgestiegen.

Viel Beifall für zwei Gästespieler
Als Eisenachs langjähriger Hallensprecher Jürgen Hausburg die Mannschaft des TV Emsdetten vorstellte, brandete bei zwei Namen starker Beifall auf. Mit Dirk Holzner (2015 bis 2017) und Marcel Schliedermann (2014 bis 2019) standen zwei ehemalige Eisenacher im Aufgebot der Münsterländer und die blau-weiße Fangemeinde hatte deren Verdienste in bester Erinnerung! Marcel Schliedermann, in der Vorsaison Kapitän des ThSV Eisenach, musste vor und nach der Partie viele Hände schütteln, wurde – wohl eingedenk seiner neuen schlanken Figur – mit reichlich „Verpflegungspaketen“ bedacht.

Vielen, vielen Dank für den freundlichen Empfang und die reichlichen Mitgaben, bat Marcel Schliedermann zu übermitteln.

Zehn Treffer über die Außenpositionen
In der Auftaktphase besetzte Martin Potisk beim ThSV Eisenach die Regieposition. Schnell klar, das Angriffskonzept war auf die Außenpositionen zugeschnitten. Ivan Snajder und Ante Tokic trafen zum 2:0 (3.). Bei den Gästen brachte Marcel Schliedermann seine zuvor 5 Jahre für den ThSV Eisenach eingesetzten arteigenen Stärken zum Tragen, den Zweikampf suchend sowie das Leder zu Linksaußen Dirk Holzner ablegend. Eisenachs 5:1-Deckung vermochte im ersten Abschnitt nicht entscheidend zu bremsen. Um das eigene Angriffsspiel zu forcieren brachte Eisenachs Trainer seinen kleinen quirligen und mit viel Esprit aufwartenden Spielgestalter Yoav Lumbroso, der auch selbst zum Torwurf ansetzte. Das zwischenzeitliche 4:5 (11.) beantworteten die Eisenacher vornehmlich mit Treffern über Links- und Rechtsaußen zum 7:7 (13.) und 8:6 (14.). Aber nicht alle Bälle fanden den Weg ins Tor. Ante Tokic scheiterte am Keeper der Gäste (16.), Ivan Snajder am Holz (18.). Marcel Schliedermann (im Nachwurf) und Dirk Holzner (per Konter) glichen für die Münsterländer zum 8:8 aus (19.). Andrej Obranovic kam beim Gastgeber für den linken Rückraum. Seine Kollegen schlossen zum 11:8 ab (22.). Mit einem ruhigen Sonntagabend wurde es aber nichts. Eine Attacke gegen Eisenachs Alexander Saul stuften die Unparteiischen nicht als Foulspiel ein. Während der Linkshänder sich am Boden krümmte, die Partie nicht unterbrochen wurde, schloss Dirk Holzner per Konter zum 11:11 ab (23.). Die Volksseele auf den Rängen kochte! Eine Überzahlphase nutzte der Gastgeber zum 14:12 (26.). Yoav Lumbroso traf aus der eigenen Hälfte in den verwaisten Kasten der Gäste.

Wir hätten zur Pause deutlicher führen müssen, doch wir ließen im ersten Abschnitt noch zu viele klare Torchance aus, befand Rene Witte.

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Adrian Wöhler trifft von Linksaußen. Er beeindruckte mit einer 10o-Prozent-Wurfquote.

„Adi-Wöhler-Sprechhöre“
Die Rückraumreihe mit Andrej Obranovic, Yoav Lumbroso und Alexander saul erhöhte im Vorwärtsgang die Schlagzahl. Die Abwehr setzte die Gäste erheblich unter Druck. Der TV Emsdetten verlor völlig seine Linie. Mit jedem von ThSV-Schlussmann Blaz Voncina parierten Ball rutschte das Selbstvertrauen der Gäste immer mehr in die Hose. Binnen zehn Minuten überrollte der ThSV-Express den TV Emsdetten. Mit zwei Glanzparaden plus eines abgewehrten Holzner-Siebenmeter leitete Blaz Voncina den letztlich alles entscheidenden Zwischenspurt ein. Adrian Wöhler (per Konter und von der Siebenmeterlinie), Andrei Obranovic mit Rückraum-Knaller und Yoav Lumbroso mit gewieftem Wurf trafen zum 24:18 (48.). Inzwischen hatte Marcel Schliedermann auf der Bank Platz genommen. So richtig in Fahrt, Andrej Obranovic drückte im Nachwurf das Leder über die Linie und Adrian Wöhler schloss einen Gegenstoß zum 26:19 ab. Nur Emsdettens Rückraum-Rechter Johannes Wasielewski, im Sommer aus Dessau gekommen, traf noch ins Eisenacher Gehäuse. TVE-Schlussmann Konstantin Madert verhinderte noch Eisenacher Großchancen. Sead Hasanefendic zückte rechtzeitig die grüne Karte, um seine Mannen an die vorgegebene Linie zu erinnern. Die Gäste vermochten Eisenachs Angriffspower nur regelwidrig zu stoppen. Adrian Wöhler versenkte binnen 4 Minuten 3 Strafwürfe. Und wurde mit „Adi-Wöhler-Sprechhören“. Dirk Holzner scheiterte von der Siebenmeterlinie ein zweites Mal. Längst hatten sich die knapp 2.000 Zuschauer von ihren Plätzen erhoben und feierten den erneuten Heimsieg.

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Marcel Schliedermann, der Ex-Eisenacher, vor dem mdr-Mikrofon.

Statistik
ThSV Eisenach: Voncina (19 Paraden), Karic; Potisk , Kikanovic (1), Wöhler (7/4), Ulshöfer, Miljak, Tokic (7), Richardt, Mürköster (1), Obranovioc (3), Lumbroso (4), Snajder (4), Racic (1), A. Alaj, Saul (3)
TV Emsdetten: Paske, Madert (12 Paraden); Weischer, Kress, Toom (1), Kolk (1), Schliedermann (2), Wasielewski (5), Damm (1), Holzner (8/3), Smits, Wesseling (1), Mojzis (5)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 4/4 (Wöhler verwandelt 2x gegen Madert, 2x gegen Paske) / TV Emsdetten: 3/5 (Holzner verwandelt 2x gegen Voncina, 1x gegen Karic, Holzner scheitert 2x an Voncina)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 8 Min. (Racic 4 Min., Miljak und Snajder je 2 Min.) / TV Emsdetten 10 Min. (Kolk 4 Min., Wasielewski, Smits, Holzner je 2 Min.)
Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich
Zuschauer: 1.986

Th. Levknecht

Andrea T. | | Quelle:

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