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Zu viele Mannschaftsteile erreichten nicht ihre Leistung

ThSV Eisenach unterliegt beim TV Hüttenberg mit 24:29 (13:14)  •  Am Samstag erwarten die Wartburgstädter den ASV Hamm-Westfalen  

Es wurde nichts damit, den März ungeschlagen abzuschließen. Nach zwei Siegen und zwei Remis kassierte der ThSV Eisenach am Mittwochabend, dem letzten Tag im Monat März, eine 24:29 (13:14) -Niederlage beim TV Hüttenberg. Die Mittelhessen feierten nach 4 Niederlagen in Serie den ersehnten Sieg. Für den ThSV Eisenach geht es am Ostersamstag bereits wieder um Punkte. Der ASV Hamm-Westfalen gastiert um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Auch das wird leider ein Geisterspiel. Zuschauer sind aufgrund der Bekämpfung der Covid 19-Pandemie nicht zugelassen!

Unsere positive Tendenz und Entwicklung der letzten Wochen wurde gestoppt. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Zu viele Mannschaftsteile erreichten nicht ihre Leistung. Das müssen wir ehrlich zu uns sein. Die Torwartleistung und die vom Kreis waren gut, die von Außen reichte nicht. Auch was wir im Rückraum boten, reichte eben nicht, um beim TV Hüttenberg erfolgreich zu sein. Zudem warfen wir Bälle leichtfertig weg, resümierte ein enttäuschter Eisenacher Coach Markus Murfuni.

Eingangs der Schlussphase lagen seine Schützlinge nur mit einem Treffer hinten (23:24, 51.), doch dann häuften sich die Fehler, schlossen die Gastgeber hingegen konsequent ab.

Ja, wir standen unter Druck. Meine Mannschaft ist mit dieser Drucksituation fantastisch umgegangen. Zuletzt erhielten wir viel Lob, unterlagen aber. Jetzt boten wir eine gute Leistung mit einem auch positiven Ergebnis, freute sich Johannes Wohlrab, der Trainer des TV Hüttenberg.

In Torwart-Oldie Nikolai Weber hatte er einen starken Rückhalt. Der 40-jährige parierte 14 Bälle, vernagelte im ersten Abschnitt bei Würfen von Rechtsaußen schier seinen Kasten. Thomas Eichberger, in der 18. Minute Torwart-Routinier Blaz Voncina beim ThSV Eisenach ablösend, konnte bei seinem Comeback nach einer Verletzung durchaus überzeugen, parierte 12 von 31 Bällen, was einer Fangquote von 39 Prozent entspricht. Seine Vorderleute vermochten daraus kein Kapital zu schließen. Vom Torwart abgewehrte Bälle landeten bei den Hausherren. Eigene Führungen nach dem Seitenwechsel, jeweils durch Treffer von Peter Walz (16:17, 36./ 17:18, 40.), wurden leichtfertig aus der Hand gegeben.

Beim 18:17 schafften wir es nicht, unsere Führung auszubauen. Wir hatten ein klares Konzept, doch es wurden Pässe gespielt, die man hätte weglassen sollen, merkte Markus Murfuni kritisch an. Wir blieben auch in dieser Phase ruhig, vertrauten auf unsere geschlossene Mannschaftsleistung. Keiner im Team fiel ab. Wir hatten stets die richtigen Antworten, fasste der Ex-Eisenacher Stefan Kneer im Team des TV Hüttenberg die 60 Minuten treffend zusammen.

Das verletzungsbedingte Ausscheiden von Kapitän Alexander Saul Mitte der zweiten Halbzeit vermochten die Wartburgstädter zudem nicht zu kompensieren. Nach dem 24:23 machten die Hessen mit resoluter Spielweise den Sack zu.

ThSV Eisenach kommt erst spät auf Betriebstemperatur

Wir waren zu Beginn einfach nicht wach, ärgerte sich Markus Murfuni.

In der menschenleeren großen Rittal Arena in Wetzlar, in der der TV Hüttenberg derzeit seine Heimspiele austrägt, kamen die Eisenacher einfach nicht auf Betriebstemperatur. Die Gastgeber ergriffen sofort die Initiative. In der Abwehr attackierten sie frühzeitig den Eisenacher Angriff, schlossen ihrerseits konsequent ab. Spielzüge auf Rechtsaußen erwiesen sich beim ThSV Eisenach als kein probates Mittel, Willy Weyhrauch scheiterte beim Torwurf, ab schnörkellos oder per Heber, an Torhüter Nikolai Weber, für den bis zur Pause 8 parierte Bälle in der Statistik standen. Die Hessen schlossen ihrerseits durch Merlin Fuß erfolgreich aus dem linken Rückraum ab. Der 21-Jährige lochte mit seinem 4. Treffer zum 7:3 für seine Farben ein (13.). ThSV-Coach Markus Murfuni griff zur grünen Karte, um sein Team wach zu rütteln und um personelle Umstellungen vorzunehmen. Martin Potisk löste Jannis Schneibel in der zentralen Aufbauposition ab, Adrian Wöhler kam auf Linksaußen. Wenig später kam auch Thomas Eichberger für Blaz Voncina ins Tor. Besserung folgte mit leichter Verspätung. Eisenachs Spiel nahm langsam an Fahrt zu. Alexander Saul netzte ein (9:7, 21.). Daniel Dicker steuerte aus dem linken Rückraum mehrfach mit Vehemenz den Hüttenberger Kasten an. Ein an ihm verwirkten Siebenmeter verwandelte Adrian Wöhler im Nachwurf zum Anschlusstreffer (9:8, 22.). Daniel Dicker zog resolut ab, Martin Potisk nutzte einen Ballgewinn per Gegenstoß zum 10:10-Ausgleich (25.). Die Hessen setzten nun auf ihre Routiniers Stefan Kneer (35 Jahre) und Christian Rompf (34). Christian Rompf traf per Strafwurf zum 12:11 (27.) und nach dem 13:13-Ausgleichstreffer von Willy Weyhrauch erneut von der Siebenmeterlinie zur 14:13-Halbzeitführung.

Eisenach mit zu vielen Fehlern nach eigener Führung
Mit Elan kamen die Eisenacher aus den Kabinen. Ein ausgelassener Siebenmeter (Wöhler) wurde rasch weggesteckt. Keeper Thomas Eichberger parierte, selbst den Nachwurf, motivierte seine Teamkollegen zusätzlich. Ante Tokic (von Rechtsaußen, 33.) und Alexander Saul aus der Distanz (34.) versenkten jeweils zum Ausgleich. Peter Walz brachte den ThSV Eisenach in Führung (16:17, 36.). Thomas Eichberger kaufte dem frei auf ihn zulaufenden Christian Rompf das Leder ab (38.). Einer Doublette zwischen Alexander Saul und Peter Walz entsprang das 17:18 (40.). Die Hessen wackelten mächtig. Die Eisenacher bauten sie wieder auf (Stürmerfoul, Pässe ins Seitenaus, Auslassen einer dicken Torchance). Stefan Kneer traf im Doppelpack aus dem Rückraum zum 22:19 (47.). Ian Weber, Hendrik Schreiber und Vit Reichl (je 5 Treffer) bestimmten nun das Spiel des TV Hüttenberg.

Wir trafen durch verschiedene Spieler von verschiedenen Positionen. Alle übernahmen Verantwortung, merkte Johannes Wohlrab erfreut an.

Die Wartburgstädter, nun wieder mit Jannis Schneibel als Spielgestalter, Ante Tokic für den verletzt ausgeschiedenen Alexander Saul im rechten Rückraum, gaben aber nicht klein bei, stellten auf eine 5:1-Abwehr um, mit Ivan Snajder vorgezogen. Peter Walz (2) und Ivan Snajder lochten zum Eisenacher Anschlusstreffer ein (24:23, 51.). Die Thüringer bauten die wankenden Hessen mit etlichen Fehlern wieder auf. Der TV Hüttenberg, mit dem festen Willen, die Erfolglosigkeit der letzten Wochen zu beenden, nahm die Präsente dankend an. Hendrik Schreiber aus dem Rückraum, Vit Reichl im Nachsetzen und Merlin Fuß per Gegenstoß trafen zum 27:23 (54.). Eine erneute Auszeit vermochte die Eisenacher Niederlage nicht mehr abzuwenden. Vit Reichl stellte mit seinem Treffer zum 28:23 (57.) die Signale klar auf Sieg für den TV Hüttenberg.

Uns gelangen im zweiten Abschnitt nur 11 Tore, führte Markus Murfuni als einen der Gründe für die Niederlage an.

Die Wurfeffektivität seines Teams lag bei nur 55 Prozent.

Statistik
TV Hüttenberg: N. Weber (1.-60./ 14 Paraden), Plaue; Fuß (6/1), Kneer (2), Theiß (1), Fujita, I. Weber (5), Rompf (3/3), Lindenstruth, Reichl (5), Mubenzem, Hübscher (1), Hahn (1/1), Klein, Jockel, Schreiber (5)
ThSV Eisenach: Voncina (1.-18/ 2 Paraden); Eichberger (ab 18./ 12 Paraden); Fehr; Volar, Iffert (1), Wöhler (2/1), Potisk (3), Hideg, Tokic (1) Dicker (3), Obranovic, Schneibel (1), Walz (5), Snajder (3/2), Weyhrauch (2), Saul (3)
Siebenmeter: TV Hüttenberg 3/5 – ThSV Eisenach 3/6
Zeitstrafen: TV Hüttenberg 6 Min. – ThSV 2 Min.
Schiedsrichter: Bona/Frank
Zuschauer: keine

Th. Levknecht

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