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Zufrieden nur mit den beiden Pluspunkten

ThSV Eisenach bezwingt den HC Empor Rostock mit 35:28 (18:12)und übt trotz des sechsten Sieges in Serie Selbstkritik.

Zum Auftakt der Rückrunde in der 2. Handballbundesliga der Männer kam der ThSV Eisenach in der Neuauflage eines alten Derbys vor der Saisonrekordkulisse von über 2.700 Zuschauern zu einem klaren 35:28 (18:12)-Erfolg über den HC Empor Rostock. Der sechste Sieg in Serie sorgte bei den Wartburgstädtern jedoch nicht für überschwängliche Freude. Im Gegenteil! Selbstkritik war angesagt.

Zufrieden können wir nur mit den beiden Pluspunkten sein. Zu viele Mängel kennzeichneten unser Spiel. Auch meine Leistung war nicht gut. Wir müssen spielerisch zulegen, ballsicherer werden, um am Sonntag in Nordhorn und dann nach der Punktspielpause im Januar erfolgreich zu sein

räumte Eisenachs Rückraumspieler Tomas Sklenak ein.

Das war nicht das, was der Trainer will. Das war nicht das, was das Publikum will

fand Velimir Petkovic, der Coach des ThSV Eisenach, klare Worte.

Im Schlussgang boten seine Schützlinge dann noch etwas für die Galerie, zum Zungeschnalzen. Hannes Jon Jonsson bediente den seine Sprungkraft nutzenden hoch in den Kreis fliegenden Adrian Wöhler zum 34:28 (60.). Routinier Hannes Jon Jonsson hatte kurz zuvor mit technisch gekonntem Soli zum 33:27 eingenetzt und zeichnete sich auch für den letzten Treffer der Partie zum 35:28-Endstand verantwortlich. Im Spielverlauf blieb freilich vieles Stückwerk. Velimir Petkovic bescheinigte seiner Defensive, Abwehr und Torhüter, eine gute Leistung, nannte seinen nach der Saison zu Erstligist MT Melsungen abwandernden Schlussmann Rene Villadsen (parierte 21 Bälle) als besten Spieler. „Im Vorwärtsgang vergaben wir leichtfertig Bälle, vermochten Gegenstöße nicht zu nutzen. Das rächt sich gegen Teams anderen Kalibers“, konstatierte Velimir Petkovic. Dass einige seiner Akteure krankheits- oder verletzungsbedingt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, Marcel Schliedermann wegen grippalen Infektes überhaupt nicht im Kader stand und Girts Lilienfelds über weite Strecken auf der Bank Platz nahm, Aivis Jurdzs und Benjamin Trauvetter vom Krankenbett auf das Hallenparkett geeilt waren, wollte der Eisenacher Coach nicht als Entschuldigung gelten lassen. Der junge Linkshänder Jan Forstbauer, mit Zweitspielrecht der MT Melsungen diese Saison beim ThSV Eisenach, nutzte die lange Einsatzzeit zu 9 Treffern, bei besserer Chancenwertung hätte die Ausbeute durchaus im zweistelligen Bereich sein können.

Nach der Partie sprach keiner über die Schiedsrichter. Fabian vom Dorff und Christian vom Dorff hatten nämlich ihren Job vortrefflich gemacht!

 

Erst nach einer Viertelstunde das Zepter übernommen

Die Eisenacher  kamen schwer in Tritt. Trotz langer Busreise am Spieltag (Abfahrt war um 9.00 Uhr in der Ostseemetropole) zeigten sich die Gäste überhaupt nicht müde, waren spritzig auf den Beinen, zeigten keinerlei Respekt, kombinierten mit Roman Becvar auf der mittleren Aufbauposition munter drauf los, vollendeten zum 3:5 (9., durch Rückraum-Recken  Patrik Hrusczak), 5:7 (11., durch Torjäger Tom Wetzel) und 6:8 (15., per Tempogegenstoß von Rene Grouszka). Eisenachs Torjäger Bjarki Elisson brachte gleich drei Bälle aus Nahdistanz nicht unter.

Die erste Viertelstunde spielten wir so, wie ich mir das vorgestellt hatte

bilanzierte Aaron Ziercke, seit einigen Wochen Coach an der Waterkant.

Das schmeckte seinem Eisenacher Kollegen Velimir Petkovic überhaupt nicht, der schon 8  technische Fehler registriert hatte und von „Standhandball“ sprach.  Er stellte die Deckung um, auf eine offensivere Variante mit Bjarki Elisson als vorgezogene Spitze. Die Abwehr zeigte mehr Biss und im Angriff wurde das Tempo forciert, zog aber auch etwas mehr Ballsicherheit ein.   Die Rostocker verloren mit Regisseur Roman Becvar ihren „Kopf“. Mit einer Risswunde in der Hand war für den Tschechen die Partie nach 17 Minuten beendet. Seinen Ausfall vermochten die Gäste nicht zu kompensieren. Sie handelten sich zudem kurz hintereinander zwei Zeitstrafen ein.

Unclever, das hat Eisenach natürlich in die Karten gespielt sagte Aaron Ziercke.

Die Hausherren legten einen Zwischenspurt vom 6:8 (15.) zum 14:9 (26.) ein, starteten blitzschnell bei Ballbesitz in Richtung Rostocker Kasten.  Der erneut auch im Angriff überzeugende Branimir Koloper und Daniel Luther lochten ein. Torhüter Paul Porath, über die gesamten 60 Minuten einer der besten der Rostocker, verhinderte hier schon Ärgeres für seine Farben.

Mit einfachen Fehlern verhalfen wir den Hausherren zu einer klaren Halbzeitführung

ärgerte sich Ziercke.

 

Forstbauer-Treffer halten Norddeutsche auf Distanz

Mit Kenji Hövels als Becvar-Ersatz auf der Schaltzentrale im Angriff und Florian Zemlin als vorgezogene Deckungsspitze wussten die Mecklenburger die Thüringer nur wenig zu irritieren. Kurz vor dem Fest hatten sie bei der HSG Nordhorn-Lingen 18:11 geführt um dann noch 23:25 zu unterliegen. Ein torgefährlicher Tom Wetzel (11 Treffer) vermochte die Hausherren ein wenig zu ärgern. Lediglich beim 23:20 (43.) waren die Gäste bis auf drei Treffer heran. Jan Forstbauer sorgte im Doppelpack wieder für ein Polster der Gastgeber (25:20, 45.). Der ThSV Eisenach, mit Tomas Sklenak in der Regierolle, blieb Chef auf dem Parkett. Bjarki Elisson verwandelte alle vier den Eisenachern zugesprochenen Siebenmeter, wurde mit insgesamt 7 Treffern notiert, wodurch er seinen vorderen Platz in der Torjägerliste der Liga behauptete. Nach Regelwidrigkeit an Kapitän Benjamin Trautvetter versenkte er von der Siebenmeterlinie zum 27:22 (48.).

Kam das Gefühl auf, das vielleicht doch noch was geht, patzten wir, ließen Tempogegenstöße aus oder scheiterten von der Strafwurflinie

konstatierte Aaron Ziercke.

Rene Grouszka (50.) und Tom Wetzel (52.) blieben im Siebenmeterduell mit Eisenachs Keeper Rene Villadsen nur zweiter Sieger.  Auch Treffer des Hünen Patrik Hruscak vermochten die Eisenacher nicht aufzuschrecken. Eine ganz offensive Deckung im Schlussgang ermunterte eher die Hausherren, ihre individuellen Qualitäten zur Geltung zu bringen. Dem 36:25-Hinspielerfolg im August ließ der ThSV Eisenach zum Weihnachtsfest einen klaren 35:28-Rückspielsieg zum Weihnachtsfest folgen.

 

Leistungssteigerung bei der HSG Nordhorn-Lingen unabdingbar

Die Leistung vom zweiten Weihnachtsfeiertag wird bei der HSG Nordhorn-Lingen nicht reichen

ist sich Velimir Petkovic sicher.

Der ThSV Eisenach gastiert zum Ausklang des Kalenderjahres und letztem Punktspiel vor der Punktspielpause am Sonntag, 28.12.2014 um 17.00 Uhr in der Emsland Arena Lingen. Die Gastgeber unterlagen am Freitag überraschend bei TUSEM Essen mit 24:25, wodurch eine Siegesserie ihr Ende fand. Die Partie ist ein so genanntes Vier-Punkte-Spiel, das direkte Aufeinandertreffen von zwei Teams, die mit Platz 3 zum Saisonende liebäugeln. Von dem ist der ThSV Eisenach aktuell aber noch sechs Zähler entfernt.

 

 

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