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Zum 35. Geburtstag von Adrian Wöhler ein klarer Erfolg

ThSV Eisenach bejubelt 35:26 (17:14) -Erfolg über den TuS Ferndorf und freut sich auf das Traditionsderby gegen den EHV Aue am Samstag in heimischer Halle 

In einem Nachholspiel vom 11. Spieltag bejubelte der ThSV Eisenach einen in souveräner Manier erzielten 35:26 (17:14) -Erfolg über den TuS Ferndorf und belegt mit 33:27 Punkten den 7. Tabellenplatz, nur einen Zähler hinter dem Tabellen-Vierten SG BBM Bietigheim. 

Die Wartburgstädter hielten von Beginn das Ruder gegen die Siegerländer in der Hand. „Einsatz und Leidenschaft haben vom Anpfiff weg gestimmt“, konstatierten die Rückraumspieler Jonas Ulshöfer und Jannis Schneibel. Auch wenn die Abwehr anfangs um Stabilität rang, sie war letztendlich erneut der Schlüssel zum 9-Tore-Sieg. „Unsere Deckung im Zusammenspiel mit Torhüter Fran Lucin legte den Grundstein. Unser bestens strukturiertes Angriffsspiel mit effizientem Abschluss ermöglichte den Gästen kaum Gegenstöße“, betonte Linkshänder Alexander Saul. „Das Fehlen unseres Stammkeepers Lucas Puhl war von großem Nachteil. Mit drei gehaltenen Bällen ist kaum ein Spiel zu gewinnen“, verwies Robert Andersson, der Coach des TuS Ferndorf, auf die schwache Leistung auf der Torhüterposition. Eisenachs Trainer Misha Kaufmann strich die Kollektivleistung heraus. „Jeder hat einen guten Job gemacht“, betonte der Schweizer. Eisenachs dienstältester Spieler Adrian Wöhler bekam nach seinem Treffer zum 33:24 (57.) ein Geburtstagsständchen aus über 800 Kehlen. Der Linksaußen feierte am Spieltag sein 35. Wiegenfest. 

„Wir wollten das Spiel über den Angriff gewinnen. Viele Fehlpässe durchkreuzten unser Vorhaben. Nach dem Seitenwechsel kassierten wir mehrere Gegenstoßtore, versuchten es dann im 7 gegen 6, fanden aber nicht die passenden Lösungen. In den Zweikämpfen war Eisenach besser und landete einen auch in der Höhe verdienten Sieg“, erklärte Robert Andersson, der ehemalige schwedische Nationalspieler auf der Bank des TuS Ferndorf. Robert Andersson wurde mit Schweden 1994 und 1998 Europameister, gewann bei den Olympischen Spielen 1992 und 1996 jeweils die Silbermedaille. Mit dem zuletzt klar im Aufwind befindlichen TuS Ferndorf gab es für ihn in der Wartburgstadt nichts zu holen. Sein Abwehrchef Branimir Koloper hätte gern was Zählbares im Abstiegskampf mitgenommen. „Uns unterliefen im Angriff einfach zu viele Fehler, aus denen Eisenacher Gegenstöße resultierten“, resümierte Branimir Koloper, der von 2011 bis 2016 das Trikot des ThSV Eisenach trug. Der inzwischen 36-Jährige war während der 60 Minuten ohne Zeitstrafe, ja sogar ohne gelbe Karte ausgekommen, schüttelte nach der Partie an einstiger Wirkungsstätte viele Hände. „Es war schön, mal wieder in der Werner-Aßmann-Halle zu sein“, drückte Branimir Koloper seine Gefühlswelt aus. Nach dieser Saison wechselt er als spielender Co-Trainer zu Drittligist HG Saarlouis.

ThSV Eisenach mit schnellem Umschaltspiel 

Der ThSV Eisenach startete mit Jonas Ulshöfer im Rückraum. „Das war so geplant, damit ich meine 1:1-Qualitäten gegen den Deckungsinnenblick der Gäste ausspielen kann“, erläuterte der Hesse in Diensten der Thüringer. Für Abwehraufgaben wurde er zunächst von Jannis Schneibel abgelöst. „Das eine oder andere Mal haben wir uns anfangs das Leben noch selbst schwer gemacht, agierten nicht konsequent genug in der Abwehr“, befand Jannis Schneibel. Eisenachs Abwehrchef Daniel Dicker und Kapitän Peter Walz waren nach einer guten Viertelstunde bereits mit der zweiten Zeitstrafe belastet. „Unsere aggressive Abwehrarbeit geht schon mal auf Kosten von Zeitstrafen. Daniel Dicker hat aber bis zur 60. Minute durchgespielt, unsere Abwehr geführt“, konstatierte Alexander Saul. Daniel Dicker, in den Angriff mit aufgerückt, markierte auch 3 Treffer. In der Schlussminute sah Peter Walz nach der dritten Zeitstrafe den roten Karton, doch da war die Partie längst entschieden, rollte die Laola-Welle über die Ränge des Thüringer Handballtempels. Nach dem per Gegenstoß von Fynn Hangstein erzielten Treffer zum 5:4 (11.) hatten die Gastgeber die Führung nicht mehr aus der Hand gegeben, auch wenn zunächst die Gäste über ihre rechte Anfangsseite zum einen oder anderen Torerfolg kamen. Schnelles Umschaltspiel, auch in Unterzahl, war beim ThSV Eisenach angesagt. Fynn Hangstein (insgesamt 8 Treffer aus 9 Versuchen) stibitzte sich das Leder und vollendete selbst zum 10:6 (17.). „Leider haben wir in dieser Phase etwas den Faden verloren“, ärgerte sich Misha Kaufmann. Das eine oder andere Mal ging Schnelligkeit vor Präzision, wurde das Leder leichtfertig aus der Hand gegeben, wovon der TuS Ferndorf profitierte. Lucas Schneider verkürzte mit seinem 5. Torerfolg bis auf zwei Treffer (11:9, 19.). Christoph Neuhold markierte den 10. Treffer für die Gäste (12:10, 21.). „Nach dem 13:10 werfen wir zwei Ballgewinne leichtfertig weg, hätten auf 5-Treffer Vorsprung davonziehen können“, merkte Eisenachs Jannis Schneibel selbstkritisch an. Durch Treffer von Lukas Siegler blieben die Nordsiegerländer dran. Rutger ten Velde traf im Nachsetzen zum 14. Gäste-Treffer (16:14, 28.). Jannis Schneibel bediente Peter Walz am Kreis, der zum 17:14-Pausenstand einnetzte. 

Laola-Welle nach 10-Tore-Führung

Nach dem Seitenwechsel bogen die Eisenacher auf die Überholspur und düsten davon. Der eingewechselte Keeper Johannes Jepsen parierte den Siebenmeter von Rutger ten Velde, den Abpraller sicherte Jannis Schneibel, wenige Augenblicke später lochte Willy Weyhrauch zum 20:16 ein (35.). Eisenachs Tempospiel nahm nun richtig Fahrt auf. Alexander Saul traf zum 22:16 (39.), Ivan Snajder zum 23:17 (40.). Nach dem 24:17 durch Ruben Sousa (41.) versuchte es der TuS Ferndorf im 7 gegen 6, mit Branimir Koloper als zusätzlichen Feldspieler am Kreis. Die Wartburgstädter dominierten. Martin Potisk, inzwischen im Rückraum, nutzte seine Qualitäten, lochte zum 25:17 ein (42.). Das Team aus dem Siegerland wurde nun regelrecht überrollt. Ivan Snajder traf per Gegenstoß zum 26:17 (42.). Jannis Schneibel besorgte die erstmalige 10-Tore-Führung (27:17, 45.) und löste damit auch die erste Laola-Welle über die Ränge aus. Die Gastgeber spielten locker ihr Pensum herunter. Ivan Snajder (insgesamt 6 Treffer aus 7 Versuchen) zirkelte das Leder ins leere Ferndorfer Gehäuse zum 30:20 (51.). Neuzugang Oleksandr Kasai verwandelte für die Gäste zwei Strafwürfe, sorgte mit dafür, dass die Niederlage für den TuS Ferndorf im einstelligen Bereich blieb. Martin Potisk setzte quasi mit der Sirene den Schlusspunkt zum 35:26-Endstand. 

Am Samstag die 98. Auflage des Traditionsderbys 

Bereits am Samstag, 30.04.2022 steigt um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle die 98. Auflage des Traditionsderbys zwischen dem ThSV Eisenach und dem EHV Aue. Anwurf ist um 19.30 Uhr. Eintrittskarten sind im Vorverkauf erhältlich, online unter www.thsv-eisenach.de sowie in der ThSV-Geschäftsstelle. Bereits um 14.00 Uhr kommt es am Samstag zu einem Rollstuhl-Handballspiel zwischen dem ThSV Eisenach und der RSG Hannover. 

Statistik

ThSV Eisenach: Jepsen (12.-28. u. bei 2 Siebenmetern/ 2 Paraden), Lucin (8 Paraden); Wöhler (1), Potisk (3), Hangstein (8/4), Ulshöfer, Walz (2), Tokic, Sousa (1), Dicker (3), Donker, Schneibel (5), Snajder (6), Weyhrauch (1), Saul (5)

TuS Ferndorf: Rottschäfer (1.-21., 31.-36./ 1 Parade), Hottgenroth (2 Paraden); Eres (2), Kasai (3/2), Strakeljahn (3), L. Schneider (5), Persson, Michel (1), Voss-Fels, Siegler (3), J. Schneider (1), Bornemann (2), ten Velde (2), Diebel (1), Neuhold (3)

Siebenmeter

ThSV Eisenach: 4/4

TuS Ferndorf:  2/4

Zeitstrafen

ThSV Eisenach 5 x 2 Min. (Rot n. 3. ZS für Walz, 60.) 

TUS Ferndorf 2 x 2 Min. 

Schiedsrichter: Köppl/Regner 

Zuschauer 866 

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