„Zum Jahreswechsel über dem Strich? Ja, das ist realisierbar.“

Nachgefragt bei Misha Kaufmann, dem Coach des ThSV Eisenach, vor dem thüringisch-hessischen Nachbarschaftsduell mit der MT Melsungen 

Innerhalb zwei Wochen steht für den ThSV Eisenach ein zweiter thüringisch-hessischer Nachbarschaftsvergleich an. Am Freitag, 24.11.2023 empfangen die auf Platz 17 rangierenden Wartburgstädter um 19.00 Uhr mit der MT Melsungen den Tabellen-Dritten. Nach fünf Niederlagen in Folge braucht der Aufsteiger dringend Punkte. Mit der MT Melsungen kommt freilich ein ganz dicker Brocken. In der heimischen Werner-Aßmann-Halle ist allerdings alles möglich. Tickets sind vorab erhältlich online unter www.thsv-eisenach.de und in der am neuen Standort im Sportkomplex Katzenaue, Am Sportpark 4 (im Multifunktionsgebäude neben dem Kunstrasenplatz) befindlichen ThSV-Geschäftsstelle 

Wir sprachen vor dem Anpfiff mit Misha Kaufmann, dem Coach des ThSV Eisenach: 

In Magdeburg, bei der Nummer 1 des Welthandballs, gab es für Ihre Mannschaft Komplimente und gute Wünsche, aber letztendlich keine Punkte. Welche Erkenntnisse gewannen Sie in dieser Partie?

Wir haben einiges gut gemacht, zunächst lange mitgehalten. So ab der 18. Minute setzte es einen Blackout. Der SC Magdeburg ist davongezogen, sogar bis auf eine 11-Tore-Differenz. Wir haben uns hernach zurückgekämpft, verzeichneten in der 47. Minute nur noch einen Rückstand 5 Toren. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich von unseren Jungs mehr Feuer erwartet. Wir pendeln uns dann da ein. Der SCM, eine Weltmannschaft mit Ausnahmekönnern hat unsere Grenzen aufgezeigt. Im Zweikampfverhalten agierten wir zu passiv, nicht aggressiv genug. Das muss besser werden. 

Niclas Heitkamp bekommt derzeit ganz wenige Spielanteile, ist er „außer Tritt“? 

Aktuell sind andere einfach besser, können uns mehr helfen. Anfangs der Saison hatte er viele Einsatzzeiten. Inzwischen sind Marko Grgic und nun auch Jannis Schneibel zurück, da ist die Konkurrenz größer. Ich bin überzeugt, er bekommt seine Einsatzchancen, muss dafür bereit sein.

Von den Torhütern hat sich noch keiner so richtig zur Nummer 1 gemausert…?

Die Torwartposition ist sehr umkämpft. Matija Spikic und Mateusz Kornecki wechseln sich ab. Aktuell ist Matija Spikic der Zuverlässigere von beiden. Dominik Plaue nimmt eine sehr gute Entwicklung, pirscht sich an die beiden heran, füllt seine Rolle sehr gut aus. 

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Wie ist die Situation bei Jannis Schneibel, er kam in den letzten beiden Spielen zu Kurzeinsätzen? 

Meine Aufgabe ist es, ihn langsam wieder heranzuführen. Dies derzeit mit Kurzeinsätzen, bis ich das Gefühl habe, er ist bereit mehr zu spielen. 

Geschäftsführer Rene Witte möchte zum Jahreswechsel „über dem Strich stehen“. Ist das realisierbar? 

Eindeutig Ja. Wir wussten von Anfang an, es wird eine ganz schwere Saison. Wir wollen keine Experimente mit ausländischen Spielern, setzten auf unseren jungen Kader. Unsere Mannschaft kämpft um jeden Punkt, gibt sich nicht auf. Fünf Niederlagen in Folge, das ist eine schwierige, weil auch ungewohnte Situation. Aus diesem Tal wollen wir uns gemeinsam befreien. In keinem Spiel sind wir der Favorit. Wir entwickeln uns gut. Um unser großes Ziel zu erreichen, dafür arbeiten wir mit größter Intensität. 

Am Freitag steht ein neuerlicher thüringisch-hessischer Nachbarschaftsvergleich an. Der erste vor zwei Wochen – gegen die HSG Wetzlar – ging verloren. Was muss gegen die MT Melsungen besser werden? 

Auf uns kommt eine „mächtige Mannschaft“ zu. Nicht nur vom Tabellenplatz, sondern auch von der Körperlichkeit. Sie beeindruckt mit Größe, Kraft und Athletik. Unsere Jungspunde müssen schnell den Respekt ablegen. Ich hoffe, unsere Zuschauer helfen da gleich mit. Wir wollen von Beginn auf unsere Attribute setzen, sprich Emotionen, Leidenschaft und Kampfbereitschaft. Es muss uns mal gelingen, in allen Phasen eine konstant gute Leistung zu bringen, unsere maximale Grenze und darüber hinaus zu erreichen. Wir werden alles geben, was wir haben. In unserer Halle können wir jeden schlagen. 

Wie würden Sie den Tabellen-Dritten, die MT Melsungen charakterisieren?

Unter ihrem neuen Trainer hat die MT Melsungen einen Riesenschritt nach vorn gemacht, profitiert von einem Kader mit Weltklasseformat. Sie spielen einen sehr, sehr guten Handball, gelenkt von Erik Balenciaga als Spielgestalter. 

Wie sieht es bei Ihnen personell aus?

Bei uns sind voraussichtlich alle an Deck. 

Marko Grgic (ThSV Eisenach) Paul Kompenhans (TV Huettenberg)
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