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17. Juni 1953 – Ein Tag mit (Vor)Geschichte

Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu Protesten und einer Welle von Streiks, unter anderem gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen und die vorherrschenden Lebensbedingungen der Bevölkerung. Der Aufstand wurde durch Polizei, Staatssicherheit und sowjetische Panzer mit Waffengewalt niedergeschlagen. Der 17. Juni 1953 fiel dabei nicht vom Himmel. Bereits in den Jahren zuvor versuchte die SED mit Enteignung, Kollektivierung und Gewalt die Bevölkerung einzuschüchtern.

So trat beispielsweise am 26. Mai 1952 die folgenreiche Verordnung über „Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und den westlichen Besatzungszonen Deutschlands“ in Kraft. Tausende Menschen wurden unter dem Vorwurf, kriminell oder politisch unzuverlässig zu sein, aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze vertrieben. Sie mussten ihre Heimat, Familie und Freunde für immer verlassen und ihre materielle Existenzgrundlage aufgeben. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) nannte diese Maßnahme im Thüringer Abschnitt der Grenze zynisch „Aktion Ungeziefer“.

Auch 70 Jahre nach diesem traumatischen Ereignis haben die Betroffenen und ihre Angehörigen mit den Folgen der Zwangsaussiedlung zu kämpfen.

Die SED regierte von Beginn an im stalinistischen Geist und mit Härte ihren Staat. Der 17. Juni 1953 ist ein Schlüsseldatum deutscher Geschichte. Er ist bis heute ein Zeichen für den Wunsch nach gesellschaftlicher Emanzipation und demokratischer Selbstbestimmung., so Dr. Peter Wurschi der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

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