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30 Jahre nach der Wende: Gleiche Löhne in Ost und West für Gebäudereiniger

In Eisenach profitieren 760 Beschäftigte

Lohn-Mauer in der Gebäudereinigung gefallen: Ab Dezember haben die 760 Beschäftigten der Branche in Eisenach Anspruch auf dieselbe Bezahlung wie ihre Kollegen in Westdeutschland. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit.

30 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die unterschiedliche Bezahlung in Ost und West für Reinigungskräfte ein Ende. Die Gebäudereinigung ist damit die erste große Dienstleistungsbranche, die die Lohn-Angleichung vollzieht, sagt Ralf Eckardt von der IG BAU Erfurt.

Der Gewerkschafter spricht von einem „tarifpolitischen Meilenstein“, der in den vergangenen Jahren erkämpft worden sei.

Ab sofort liegt der Mindestlohn in der Gebäudereinigung überall in Deutschland bei 10,80 Euro pro Stunde – und ist damit im Osten seit 2018 um 17 Prozent gestiegen. Glas- und Fassadenreiniger kommen ab Dezember auf einen Stundenlohn von 14,10 Euro. Bereits im Januar steigen die Einkommen im Rahmen eines bundesweiten Tarifabschlusses erneut. Beschäftigte sollten nun die nächste Lohnabrechnung prüfen, rät die IG BAU. Die Zahlung der beiden Mindestlöhne ist für alle ostdeutschen Reinigungsunternehmen verpflichtend.

Die Gebäudereinigung gilt als eine der größten Handwerkssparten und setzte im vergangenen Jahr bundesweit 19,6 Milliarden Euro um.

Im Osten ist die Branche von vielen kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Aber auch Großunternehmen wie Gegenbauer, Wisag und Dussmann sind zwischen Ostsee und Thüringer Wald aktiv, so Bezirksvorsitzender Eckardt.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gebäudereinigung in den neuen Bundesländern 134.000 Menschen (mit Berlin).

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