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75 Jahre DNK/LWB und LWB

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

LWB-Generalsekretärin: Starkes Engagement der deutschen lutherischen Kirchen für die globale Gemeinschaft

Am heutigen Abend feierte das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) das 75-jährige Bestehen der beiden Organisationen. Der Lutherische Weltbund wurde im Juli 1947 in Lund gegründet, das Deutsche Nationalkomitee des LWB wenige Monate später. An diesem Abend blickt das DNK/LWB auf eine lange Geschichte im Dienst der lutherischen Weltgemeinschaft zurück. Der Festakt fand auf der Wartburg in Eisenach statt. Hier wurde die Vorgängerorganisation des LWB, der Lutherische Weltkonvent, 1923 gegründet. Zahlreiche Gäste aus der Ökumene, Gesellschaft und Politik nahmen teil. Im Mittelpunkt standen Geschichte, Gegenwart und aktuelle Herausforderungen der Kirchengemeinschaft.

Der Vorsitzende der Historischen Kommission des DNK/LWB, Prof. Dr. Klaus Fitschen, betonte in einem Rückblick auf die Geschichte des LWB das Spannungsverhältnis von Autonomie und Abhängigkeit in einer Gemeinschaft. Beständig strebe man im LWB nach einer inneren Mitte, „nach Gemeinschaft, nach communio, und das bei aller kulturellen, theologischen und auch politisch bedingten Pluralität, die die Mitgliedskirchen mitbringen“. Dieses Streben über 75 Jahre hinweg sei bewundernswert.

Die Generalsekretärin des LWB, Pfarrerin Anne Burghardt, sprach über die zentralen Säulen der Arbeit des LWB und DNK/LWB. Diese seien von Anfang an die innerlutherische Zusammenarbeit und theologische Reflexion, der ökumenische Dienst an der universalen Kirche, die Hilfe für notleidende Menschen sowie das gemeinsame Engagement in der Mission. Sie gratulierte dem DNK/LWB und betonte die enge Verbundenheit. Das Deutsche Nationalkomitee sei „ein Ausdruck des gesamten Lutherischen Weltbundes“ und dadurch sei – ekklesiologisch gesprochen – auch „die gesamte lutherische Gemeinschaft darin vertreten“.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte:

Der Lutherische Weltbund und das Deutsche Nationalkomitee tragen mit ihrer wichtigen und kirchenübergreifenden Arbeit dazu bei, den Grundkonsens [des Luthertums] weiter in die Gesellschaft zu tragen (…). Mit seinem Engagement für die universelle Würde des Menschen ist er [der LWB] seit Jahren schon am Puls der Zeit. Der Einsatz für Klimagerechtigkeit, die Fairness zwischen den Geschlechtern und für weltweiten Frieden erscheint in Zeiten von Energiekrisen, grausamen Kriegen, steigenden Meeresspiegeln, Hungersnöten oder der Diskriminierung von Minderheiten und anhaltendem Rassismus nötiger denn je.

Landesbischof Friedrich Kramer ergänzte:

Das DNK/LWB sei ein Übersetzer ganz im Sinne Luthers. (…) Als unser Fenster zur lutherischen Welt. Als Erklärer, Vermittler und Experte für Verständnis über kulturelle Grenzen hinweg. Als Spezialist für die weltweite lutherische Theologie und deren feine Unterschiede und als Brückenbauer im ökumenischen Gespräch über alte Kriegsgräben hinweg.

Bischof Dr. Gerhard Feige sprach stellvertretend für die ökumenischen Partner:

Der Lutherische Weltbund und sein Deutsches Nationalkomitees stehen nicht nur für Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb des Luthertums. Sie waren und sind als institutionelle Verkörperungen der lutherischen Tradition (…) für die katholische Kirche weltweit beziehungsweise für die Deutsche Bischofskonferenz wichtige ökumenische Partner.

Der bilaterale Dialog sei nicht immer einfach gewesen, aber von großer Bedeutung. So hoffe und wünsche er sich, dass zukünftig weitere kirchenamtliche Rezeption möglich wird und sich neue Schritte auf dem Weg zur Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft eröffnen.

Musikalisch wurde der Abend durch Uwe Steinmetz begleitet, mit Eindrücken aus den unterschiedlichen Regionen der weltweiten Kirchengemeinschaft. Die Stücke sind Teil des Projekts „Lutheran Hymns and Rites 2024 – ein Globales Achtliederbuch als Ausdruck von Lutherischer Identität in und durch Liturgien und ihre Musik“, das zur nächsten LWB-Vollversammlung 2023 in Krakau fertiggestellt werden soll. Die Veranstaltung endete mit einem Abendgebet der Stellvertretenden Vorsitzenden des DNK/LWB, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.

Alle Beiträge sind in einer Festschrift veröffentlicht, die kostenfrei unter info@dnk-lwb.de bestellt oder auf der DNK/LWB Homepage unter https://www.dnk-lwb.de/sites/default/files/documents/lwb_festschrift_75-jahre_final.pdf abgerufen werden kann. Sie umfasst weitere schriftliche Grußbotschaften von dem Präsidenten des LWB, Erzbischof Dr. Panti Filibus Musa; der LWB-Vizepräsidentin der Region Mittel- und Westeuropa, Pröpstin Astrid Kleist; des Präsidenten des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch; des amtierenden Generalsekretärs der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, Pfarrer Dr. Hanns Lessing; des Leitenden Bischofs der VELKD, Landesbischof Ralf Meister; der Auslandsbischöfin der EKD, Bischöfin Petra Bosse-Huber; des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erzpriester Radu Miron; der Präsidentin von Brot für die Welt, Pfarrerin Dr. Dagmar Pruin; des Direktors der Evangelischen Mission Weltweit, Pfarrer Rainer Kiefer; des Generalsekretärs des Reformierten Bundes, Pfarrer Hannes Brüggemann-Hämmerling; des Präsidenten des Martin-Luther-Bundes, Bischof Dr. Tamás Fabiny, sowie des Leitenden Bischofs der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Bischof Jerzy Samiec.

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