Anstieg der Klinikbehandlungen von Kindern und Jugendlichen wegen Alkoholmissbrauchs im Jahr 2022

Aktionswoche Alkohol vom 8. bis 16. Juni 2024

Bildquelle: ©LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

Im Jahr 2022 wurden 400 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftungstationär in einem Thüringer Krankenhaus behandelt.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik anlässlich der Aktionswoche Alkohol mitteilt, waren das 12,7 Prozent bzw. 45 Fälle mehr als im Jahr 2021 und 32,0 Prozent bzw. 97 Fälle mehr als im Jahr 2020. Vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie im Jahr 2019 erreichte die Zahl der Fälle mit 482 Behandlungen den bisher höchsten Stand (Betrachtungszeitraum: Jahre 2000 – 2022).

Über alle Altersgruppen hinweg gab es im Jahr 2022 mit 2.470 Fällen 4,1 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen wegen akuter Alkoholvergiftung als im Jahr 2021 (+97 Fälle). Gegenüber 2019 waren es rund ein Fünftel weniger Behandlungen (-19,1 Prozent bzw. -582 Fälle).

Die Daten weisen auch auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern hin. Im Jahr 2022 mussten 1.748 Männer wegen Alkoholmissbrauchs in ein Thüringer Krankenhaus. Das waren 70,8 Prozent aller Fälle. Dabei lag der Männeranteil über alle Altersgruppen, ausgenommen die Altersgruppen der 10- bis unter 15-Jährigen (43,0 Prozent) und der über 80-Jährigen (46,2 Prozent), deutlich über dem Anteil der Frauen. In der Altersgruppe der 55- bis unter 60-Jährigen war der Unterschied mit einem Männeranteil von 85,9 Prozent am stärksten ausgeprägt.

© Thüringer Landesamt für Statistik

Bitte beachten:
Die Angaben zu Krankenhausbehandlungen basieren auf der Krankenhausstatistik. Hierbei handelt es sich jeweils um die Zahl der Behandlungsfälle (einschließlich Stunden- und Sterbefälle). Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls die Patientin oder der Patient in einem Jahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde.
Der Auswertung liegt die ICD-10 Position „F10.0 – Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol – Akute Intoxikation (akuter Rausch)“ zugrunde.

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