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Ausländerzentralregister: Zahl der ausländischen Mitbürger in Thüringen 2020 um 2,2 Prozent angestiegen

Niedrigste Zuwachsrate seit mehr als 10 Jahren

Nach einer Auswertung des Ausländerzentralregisters (AZR)(1) lebten am 31. Dezember 2020 in Thüringen 117.130 ausländische Personen aus rund 150 Staaten. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 2.505 Personen bzw. 2,2 Prozent mehr als noch Ende des Jahres 2019. Eine vergleichbar niedrige Zuwachsrate gab es zuletzt vor über 10 Jahren in Thüringen.

Nach Kontinenten gegliedert lagen die Europäer mit 61.905 Personen bzw. einem Anteil von 52,9 Prozent an der Gesamtausländerzahl im Jahr 2020 an der Spitze. Unter ihnen waren 44.445 EU-Bürger. 17.460 Personen kamen aus den anderen europäischen Staaten. Weitere 43.750 Personen bzw. 37,4 Prozent der in Thüringen lebenden Ausländer kamen aus Asien, 6.985 Personen aus Afrika (6,0 Prozent), 2.560 Personen kamen aus Nord-, Mittel- oder Südamerika (2,2 Prozent) und 110 Personen aus Australien einschließlich Ozeanien (0,1 Prozent). Bei 1.820 Personen (1,6 Prozent) war die Staatsangehörigkeit ungeklärt oder die Personen galten als staatenlos.

Die syrischen Staatsangehörigen bildeten laut dem AZR im Jahr 2020 mit 16.515 Personen (14,1 Prozent) die größte Gruppe unter den in Thüringen lebenden Ausländern. Es folgen Polen mit 12.285 Personen bzw. 10,5 Prozent, Rumänien (10.485 Personen bzw. 9,0 Prozent), Afghanistan (7.645 Personen bzw. 6,5 Prozent) und Bulgarien (4.535 Personen bzw. 3,9 Prozent).

Das Durchschnittsalter aller in Thüringen lebenden Ausländer betrug 2020 laut AZR 31,5 Jahre. 37.835 Personen (32,3 Prozent) der ausländischen Bevölkerung waren verheiratet und 61.945 Personen (52,9 Prozent) ledig. Von den verheirateten ausländischen Personen lebten 5.950 (15,7 Prozent) mit einem deutschen Ehepartner zusammen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 7,1 Jahre.

Absolut nach Kreisen betrachtet lebten am 31.12.2020 mit 20.075 nichtdeutschen Personen die meisten in der kreisfreien Stadt Erfurt, gefolgt von Jena mit 11.730 Personen und dem Landkreis Gotha mit 9.725 Personen. Die wenigsten Ausländer lebten laut AZR im Landkreis Sömmerda mit 2.165 Personen, gefolgt vom Kyffhäuserkreis (2.240 Personen) und dem Landkreis Hildburghausen (2.420 Personen).

1) Das Ausländerzentralregister (AZR) wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geführt (Registerbehörde). Es unterstützt durch die Speicherung und Übermittlung der Daten von Ausländern die mit der Durchführung ausländer- oder asylrechtlicher Vorschriften betrauten Behörden und andere öffentliche Stellen. Rechtsgrundlage der statistischen Auswertung des Registers ist § 23 des Gesetzes über das Ausländerzentralregister (AZR-Gesetz).

Alle Zahlen ab dem Berichtsjahr 2015 wurden einem Geheimhaltungsverfahren unterzogen, bei dem alle Fallzahlen auf das nächstgelegene Vielfache von 5 gerundet wurden. Infolgedessen können bei Summenbildung Differenzen auftreten.

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