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Beratungsangebot für ehemalige DDR-Heimkinder in Thüringen wird gut angenommen

Über 150 betroffene DDR-Heimkinder nutzten bisher das neu geschaffene Beratungsangebot des Landesbeauftragten. Neben Fragen zur persönlichen und familiären Schicksalsaufklärung, ließen sich die Betroffenen zur Rehabilitierung nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen beraten.

In den 2019 vom Deutschen Bundestag vorgenommenen Änderungen am „Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR und zur Änderung des Adoptionsvermittlungsgesetzes“ wurden unter anderem Beweiserleichterungen festgelegt und die Mindestdauer einer rechtsstaatswidrigen Freiheitsentziehung für die Inanspruchnahme der sogenannten „Opferrente“ von 180 auf 90 Tage abgesenkt.

Seit 1. Mai 2021 hat der Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Aufgabe der Beratung ehemaliger DDR-Heimkinder in Thüringen übernommen. Bis dahin wurden Betroffene von Mitarbeitern der Anlauf- und Beratungsstelle des Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des „Fonds Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1945 bis 1990“ unterstützt.

Mit der Fortführung und Weiterentwicklung der Beratungsleistung kommt der Landesbeauftragte dem wichtigen und begründeten Anliegen von Betroffenen und Betroffenenverbänden nach, ein zeitlich unbegrenztes Beratungsangebot zu ermöglichen und ein erweitertes Unterstützungsangebot zur Verfügung zu stellen. Besondere Bedeutung hat nach wie vor die Aufarbeitung der eigenen Biografie sowie die Überwindung von Hürden bei der Inanspruchnahme psychosozialer und amtlicher Hilfen.

Daneben lädt der Landesbeauftragte ehemalige DDR-Heimkinder und Menschen mit Diktaturerfahrung zu regelmäßigen Gruppentreffen in Erfurt, Gera, Leinefelde und Suhl ein. Trotz coronabedingter Einschränkungen konnten dies Jahr insgesamt 18 Treffen stattfinden. Die Teilnehmenden können sich in einem geschützten und fachlich begleiteten Rahmen mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen in den Heimen und Jugendwerkhöfen der DDR-Jugendhilfe, in den Haftanstalten und als Verfolgte oder Diskriminierte der SED-Diktatur auseinandersetzen. Dabei liegt der Fokus besonders auf die Förderung von zwischenmenschlichen Beziehungen, einer besseren Alltagsbewältigung und der Vermittlung von Erklärungswissen.

Ansprechpartner beim Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist Matthias Morawski (Referent für Bürgerberatung und Rehabilitierung, Tel. 0361 57 3114 959. E-Mail: morawski@thla.thueringen.de

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