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Bewegender Brief des Gesamtbetriebsrates von K&S an Landtagsabgeordnete

Mit einen offenem Brief an alle Landtagsabgeordneten schaltete sich der Gesamtbetriebsrat der Kali und Salz AG in die Debatte einer handlungsfähigen Regierungsbildung in Thüringen ein, so informiert die Angeordnete Anja Müller (DIE LINKE).

Über 4.500 Arbeitsplätze aus unserer Region und deren Zukunft stehen auf dem Spiel. Durch das unsägliche Agieren der FDP Landtagsfraktion und der CDU Fraktion im Thüringer Landtag , und damit meint die Abgeordnete den „Pakt mit dem Faschismus“ und daraus folgend die Handlungsunfähigkeit des Freistaates, können Gespräche über die Zukunft des Werks Unterbreizbach mit den Verantwortlichen auf Bundesebene nicht fortgeführt werden. Dies betont auch der Gesamtbetriebsrat in seinem Schreiben.

Müller unterstützt die Forderung nach Handlungsfähigkeit und der Bildung einer Regierung in Thüringen. Betont aber gleichzeitig, dass dies nur mit einem Ministerpräsidentenkandidaten Bodo Ramelow gelingen kann. In den vergangenen fünf Jahren hat Ramelow sich stark für die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der K&S AG eingesetzt und dabei nie auf den Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und den Erhalt der Arbeitsplätze aus dem Blick verloren.

Von daher ist der offene Brief des Gesamtbetriebsrates ein Wachrütteln an alle demokratischen Abgeordneten im Thüringer Landtag unterstreicht Müller. Abschließend unterstreicht Müller deutlich, dass Sie ein verlässlicher Partner an der Seite des Gesamtbetriebsrat für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Region ist.

 

Hier der offene Brief des Gesamtbetriebsrates der Kali und Salz AG an die Mitglieder des Thüringer Landtages:

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin Keller,
sehr geehrte Vorsitzende der im Thüringer Landtag vertretenen Fraktionen,
in der Sitzung am 19.02.2020 in Kassel hat der Gesamtbetriebsrat der K+S AG einstimmig beschlossen, dass wir uns mit folgenden Schreiben an Sie und alle im Thüringer Landtag vertretenen Mitglieder wenden.

Als Gesamtbetriebsrat der K+S AG vertreten wir die Interessen von über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland. Wir gewinnen und verarbeiten bergmännisch Rohsalze. Wir liefern viele lebensnotwendige und unentbehrliche Produkte für die Ernährung, Landwirtschaft, Industrie, Pharmazie und tragen zur Sicherung unserer Straßen in den Wintermonaten bei.

Auch um den politischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, befindet sich unser Unternehmen derzeit in einer Transformationsphase. Diese Phase ist für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichzeitig eine große Herausforderung, aber auch eine Chance dafür, dass wir als eines der letzten großen Bergbauunternehmen Deutschlands zwischen Umweltauflagen und Naturschutz eine Zukunft haben. Wenn Kali- und Steinsalzbergbau bei uns nicht mehr möglich sein sollte, dann müssen Kali- und Steinsalzprodukte, aus dem Ausland bezogen werden. Die Arbeits- und Abbaubedingungen, den Arbeits- und den Umweltschutz können wir hier mitgestalten, nicht aber in Russland, Weißrussland oder Kanada. Das darf uns nicht egal sein.

Mit großer Sorge betrachten wir die derzeitige Entwicklung im Thüringer Landtag! Als Betriebsrätinnen und Betriebsräte sind wir selbstverständlich auch – neben unserem Ehrenamt – politisch aktiv und tragen somit unseren Anteil bei, damit die Demokratie auch weiterhin in Deutschland gelebt werden kann.

In verschiedensten Gesprächen durften wir erfahren, dass Politiker (fast) immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen, also für die Anliegen von uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. Und wir haben gemeinsam mit Politik und dem Unternehmen Lösungen gefunden, damit wir weiter arbeiten können. Wir haben somit – gemeinsam mit Politik – eine positive Zukunft gestalten können. Dazu hatten wir mit den Ministerpräsidenten Armin Laschet, Reiner Haseloff, Stephan Weil, Volker Buoffier und nicht zuletzt mit Bode Ramelow verlässliche Ansprechpartner, die über Partei- und Ländergrenzen für die Sache tätig waren. An dieser Stelle sei uns der Hinweis gestattet, dass wir nie den Eindruck hatten, einer dieser Gesprächspartner will uns allein lassen oder kollektivieren. Diese Arbeit wurde nicht zuletzt durch viele Abgeordnete der Landtage in NRW, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Hessen und in Thüringen mitgetragen. Außerdem kennen die Abgeordneten der betroffenen Bundesländer unsere Themen. Dafür sind wir ausgesprochen dankbar!

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin, sehr geehrte Abgeordnete des Thüringer Landtages!
Wir haben großes Verständnis dafür, dass Sie alle miteinander vor der großen Herausforderung stehen, für stabile Verhältnisse in Thüringen sorgen zu müssen. Aber dürfen wir das nicht auch von Ihnen erwarten?

Als Betriebsräte haben wir oft, naturgemäß, eine andere Sichtweise auf zu regelnde Sachverhalte oder Prozesse, als sie unsere Verhandlungspartner hat. Aber gemeinsam arbeiten wir nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Dadurch sind wir gezwungen, Lösungen zu finden. Lösungen, die von beiden Seiten zum Wohle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch zum Wohle des Unternehmens mitgetragen werden können und dabei auch praktikabel sind. Das gelingt uns immer durch Kompromissbereitschaft und wenigstens etwas Empathie für die Ansichten und die Beweggründe der „anderen“ Seite.

Wir möchten uns nicht anmaßen, Ihre Verantwortung mit unserer zu vergleichen. Uns ist bewusst, dass Ihre Verantwortung viel größer ist. Sie alle gemeinsam, aber auch jeder für sich, tragen Verantwortung für eine viel größere Anzahl von Menschen als wir Mitglieder des Gesamtbetriebsrates zusammen. Aber Sie tragen auch Verantwortung für uns! Für Menschen, die von Ihren Entscheidungen als Landtagsabgeordnete abhängig sind.

Wir bitten Sie dafür Sorge zu tragen, dass Thüringen schnellstens eine handlungsfähige Regierung erhält. Dass haben nicht nur unsere Kolleginnen und Kollegen aus Thüringen verdient. Das ist auch absolut notwendig, damit anstehende Entscheidungen getroffen werden können, von denen wir – auch über Thüringen hinaus – betroffen sind.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Glückauf, Thüringen!

Für den Gesamtbetriebsrat: Andre Bahn und Stefan Böck

 

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