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Borkenkäfer und kein Ende

Die derzeitige Witterung bringt für den Wald keine Erholung, im Gegenteil. Der Borkenkäfer schwärmt und findet in den vorgeschädigten Fichten ideale Brutbedingungen vor. Durch die Wärme und Trockenheit vermehrt er sich rasend schnell. Ein Käfer kann bis zu 170.000 Nachkommen im Jahr produzieren. Die Fichten können sich gegen diesen massiven Befall nicht wehren und sind dem Tode geweiht.

Nach den Osterspaziergängen sind viele Waldbesucher erschüttert über die entstandenen Kahlflächen, die großen Holzpolter oder das völlig veränderte Landschaftsbild. Gerade die von Fichten umsäumte Stadt Ruhla wird die Auswirkungen des Klimawandels spüren, da die Fichte dort wohl keine Zukunft mehr haben wird. Eine Ursache ist dort unter anderem auch im Bau der Sommerrodelbahn zu sehen. Bereits im Jahr 2006 hat das Forstamt in einer Stellungnahme zum Bauvorhaben gemahnt: Durch den Trassenaufhieb werde die Stabilität des verbleibenden Fichtenbestandes gefährdet, Windwürfe und nachfolgender Borkenkäferbefall seien vorprogrammiert und die Waldbestände auf dem Ringberg mittelfristig nicht zu halten. Fotos dokumentieren die vom Forstamt prognostizierte traurige Entwicklung des Ringberges.

Ringberg in den Jahren 2007, nach Bau der Sommerrodelbahn 2009 und aktueller Zustand 2020:

Die derzeitigen Holzeinschläge im Forstamtsbereich resultieren aus unterschiedlichen Gründen. Wo es möglich ist, will man den Borkenkäfer in den Stämmen noch erwischen und aus dem Wald holen. Andernorts werden die Flächen von den toten Bäumen beräumt, um sie für die Wiederaufforstung vorzubereiten.

An der Bebauung und Straßen müssen die Käferbäume wegen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Die derzeitigen Verkaufserlöse, so denn überhaupt Holz verkauft werden kann, decken nicht einmal mehr die Erntekosten. Da sind die notwendigen Wegeinstandsetzungen und Wiederaufforstungen noch gar nicht berücksichtigt. Was wäre die Alternative? Man lässt alle toten Bäume stehen mit der Konsequenz, dass eventuell Waldbereiche aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden müssten und sich die Waldbrandgefahr drastisch erhöht. Je nach Witterungsverlauf ist dieses Szenario nicht ausgeschlossen.

Die derzeitige Situation ist die größte Katastrophe im Wald nach den Borkenkäferjahren 1946-1949 und stellt eine große emotionale Belastung für alle Forstkollegen dar, bittet Forstamtsleiter Ansgar Pape um Verständnis für die derzeitigen Maßnahmen.

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