Bundesförderung des klimaangepassten Waldmanagements in Thüringen stark nachgefragt

Wälder sind unsere wichtigsten Kohlenstoffspeicher. Zugleich gewinnen wir durch sie den besonders klimafreundlichen Baustoff Holz. Deshalb brauchen wir wirksame Instrumente für ein klimaangepasstes Waldmanagement, sagt Staatssekretär Torsten Weil zum Tag des Waldes.

Mit dem „Aktionsplan Wald 2030ff“ legte die Landesregierung bereits 2019 einen Strategieplan vor, um die klimabedingten Waldschäden einzudämmen und die klimaresiliente Wiederbewaldung schnellstmöglich voranzubringen.

Mit einem Meilenstein haben wir die Förderung eines klimaangepassten Waldmanagements vorangebracht, sagt Staatssekretär Torsten Weil. Unsere bundesweit einmalige Landesförderung der Ökosystemleistungen des Waldes haben wir 2021 mit 15 Mio. Euro untersetzt. Diese war beispielgebend und mit weiterem politischen Einsatz startete schließlich 2022 der Bund seine Förderung für das klimaangepasste Waldmanagement.

Die Bundesförderung wird von Thüringer Waldbesitzenden stark nachgefragt und die Thüringer Länderquote ist bereits fast zur Hälfte ausgeschöpft.

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) förderte die Klimaschutzleistungen für eine nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung im Jahr 2021 mit 15 Mio. Euro. Bei privaten und kommunalen Waldbesitzenden wurde die Förderung stark nachgefragt und nahezu komplett abgerufen. Thüringen nahm mit dieser Förderrichtlinie bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Zugleich wirkte die Landesregierung nachdrücklich darauf hin, dass der Bund ein analoges Förderinstrument schafft, um die Unterstützung eines klimaangepassten Waldmanagements zu verstetigen. Diese Bemühungen waren erfolgreich.

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Im November 2022 veröffentlichte das BMEL die „Richtlinie für Zuwendungen zu einem klimaangepassten Waldmanagement“. Mit dem Programm werden private und kommunale Forstbetriebe dabei unterstützt, ihre Wälder zu gemischten und strukturierten Beständen umzubauen. Der Bund honoriert die zusätzlichen Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen bis 2026 mit insgesamt 900 Mio. Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds. In diesem Jahr stehen 200 Mio. Euro zur bereit.

In Thüringen stieß die neue Bundesförderung auf besonders großes Interesse. Aus dem Freistaat gingen Anträge von Forstbetrieben über eine Fläche von rund 44.200 Hektar ein. Rund 25 Prozent der Anträge betreffen Privat- und etwa 75 Prozent den Körperschaftswald. Insbesondere Thüringer Forstbetriebe mit einer Fläche bis zu 100 Hektar nehmen die Förderung in Anspruch. Für diese beträgt der Fördersatz 85 bzw. 100 Euro je Hektar und Jahr. In kurzer Zeit wurde die Thüringer Länderquote des Programms zu etwa 44 Prozent ausgeschöpft, was deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Seit dem Programmstart am 12. November 2022 gingen bis Ende Januar bundesweit über 7500 Förderanträge bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ein, die die Anträge fachlich prüft und bescheidet. Inzwischen wurden Fördermittel für das klimaangepasste Waldmanagement auf über 900.000 Hektar beantragt, was etwa 12 Prozent der Fläche des Privat- und Kommunalwaldes in Deutschland entspricht.

In 2023 ist die Beantragung erstmalig über ein volles Jahr möglich. Förder-willige Forstbetriebe müssen ihr klimaangepasstes Waldmanagements über ein unabhängiges, anerkanntes Waldzertifizierungssystem nachweisen (z. B. PEFC, FSC). Zudem sind bestimmte Kriterien der Bewirtschaftung zu erfüllen, die über die Standards des Waldgesetzes und über die Regelstandards der Waldzertifizierung hinausgehen. Dazu gehören unter anderem der Vorrang natürlicher Waldverjüngung, die Verwendung standortheimische Baumarten, die Schaffung von Baumartenvielfalt, erweiterte Abstände der Rückegassen sowie das Belassen von Totholz und Habitatbäumen im Bestand.

Der Verpflichtungszeitraum für die Förderung liegt bei zehn bzw. 20 Jahren.

Die Bundesförderung für ein klimaangepasstes Waldmanagement bietet die Chance, die mit dem notwendigen klimaresilienten Waldumbau einhergehenden vielfältigen Ökosystemleistungen der Wälder zu erfüllen. Das TMIL empfiehlt den privaten und kommunalen Thüringer Forstbetrieben zu prüfen, inwieweit sich die geforderten Bewirtschaftungskriterien in die jeweiligen Betriebskonzepte integrieren lassen.

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