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Bundesregierung fällt dem deutschen Güterkraftverkehrsgewerbe in den Rücken

Symbolbild

Bildquelle: © Thaut Images / Fotolia.com

Verkehrsgewerbe in Thüringen benötigt dringende Unterstützung – LTV kritisiert die teilweise Aufhebung der Kabotage aufgrund der Corona-Virus-Krise – Schließen sämtlicher Sanitäranlagen im Bundesgebiet nicht hinnehmbar

Der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes e.V. kritisiert die mangelnde Unterstützung des Gewerbes durch Bund und Land in der Corona-Krise.

Während der Freistaat Bayern ein Sofortprogramm mit Liquiditätshilfen bis zu 30.000 Euro für von der Krise betroffene Unternehmen gestartet hat, schläft unsere Landesregierung bzw. wehrt sich beharrlich gegen Hilfen für die Unternehmen, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Martin Kammer. Daran ist zu erkennen, dass die rot-rot-grüne Landesregierung etwas kurz denkt. Das Kurzarbeitergeld, das schnell auf den Weg gebracht wurde und in erster Linie vor Massenentlassungen und damit die Arbeitnehmer schützen soll, nützt auch nichts, wenn es das Unternehmen über kurz oder lang nicht mehr gibt. Die Unternehmen, die angeschlagen sind, brauchen dringend Hilfe!

Viele Verkehrsunternehmen, ob Einzelunternehmer oder Gesellschaften, ob mit oder ohne Beschäftigten, haben mittlerweile große Probleme ihre Liquidität aufrecht zu halten. Verzinsliche Kredite helfen da wenig, betonte Kammer.

Die Schwierigkeiten kommen entweder durch massive Auftragseinbrüche oder aufgrund von Quarantänen, Kinderbetreuung oder Krankschreibung der Beschäftigten zustande. Die Landesregierung und der Bund müssen hier dringend handeln, um ein Unternehmersterben zu verhindern.

Unternehmen, die mit Auftragsverlusten durch die Corona-Virus-Krise zu kämpfen haben, könnten ohne weiteres bei der Verteilung lebensnotwendiger Güter helfen.

Jedoch ist unsere Bundesregierung der Meinung, die deutschen Güterkraftverkehrsunternehmen würden die Versorgung ohne die Hilfe der ausländischen Unternehmen nicht mehr hinbekommen. Ein Trauerspiel!, skizzierte Kammer die Lage. Es ist traurig, dass die Bundesregierung, insbesondere das Verkehrsministerium, die Meinung großer Speditionen bzw. Logistikkonzerne annimmt, die für ihre niedrigen Frachtraten, schlechten Transportbedingungen und den vermehrten Einsatz osteuropäische Güterverkehrsunternehmen bekannt sind.

Das Thüringer Verkehrsgewerbe hatte schon vor der Krise mehr Laderaum als Nachfrage.

Aufgrund der Aussetzung der Kabotageregelung werden deutsche Kraftfahrer in Kurzarbeit geschickt und ausländische Unternehmen erhalten weitere Marktanteile am deutschen Güterverkehrsmarkt. Ein Irrsinn, den man nicht rational erklären kann, sagte der Hauptgeschäftsführer weiter. Steuergeld werde zum Erhalt von Arbeitsplätzen eingesetzt, damit große Logistikkonzerne ihre Gewinnmaximierung betreiben können. Statt auf die Verbände zuzugehen, um die Bedarfe der Unternehmen zu erfragen, wird auf einzelne marktbeherrschende Logistikunternehmen gehört. Wir fordern gemeinsam, dass die Aussetzung der Kabotageregelung wieder rückgängig gemacht wird.

Zudem haben Kraftfahrer auf Tour in Deutschland es derzeit schwer, ein gewohntes Maß an Hygiene aufrechtzuerhalten. Das Angebot der Sanitäranlagen wird deutlich eingeschränkt, Toiletten oder Duschen sind geschlossen.

Die Fahrer müssen ihre Notdurft im Freien verrichten und können sich unter Umständen die ganze Woche nicht duschen oder waschen. Auch sämtliche Ladestellen untersagen den Kraftfahrern derzeit den Besuch der Sanitäranlagen oder der Aufenthaltsräume, wo meistens die Kaffee- und Versorgungsautomaten stehen, schilderte Kammer und appellierte: Wir fordern die Politik auf, sich schnellstmöglich um das Wohl unserer Kraftfahrer zu kümmern.

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