Das Insolvenzgeschehen in Thüringen im Jahr 2022

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Die Thüringer Amtsgerichte entschieden im Jahr 2022 über 2.218 Insolvenzverfahren. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik insgesamt 252 Anträge bzw. 10,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Mit 2.057 Verfahren wurden 92,7 Prozent aller beantragten Insolvenzverfahren eröffnet. 137 Verfahren bzw. 6,2 Prozent wurden mangels Masse abgewiesen und 24 Verfahren bzw. 1,1 Prozent endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 330 Millionen Euro. Pro Verfahren bestanden somit voraussichtliche Gläubigerforderungen von durchschnittlich 149 Tausend Euro.

65,4 Prozent aller Insolvenzverfahren im betrachteten Zeitraum betrafen Verbraucherinsolvenzen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 1.450 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt, das entspricht einem Rückgang von 14,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. 20,0 Prozent bzw. 66,2 Millionen Euro aller voraussichtlichen Gläubigerforderungen entstammten aus Verbraucherinsolvenzverfahren. Durchschnittlich waren das voraussichtliche Forderungen von knapp 46 Tausend Euro pro Verbraucherinsolvenzverfahren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Insolvenzverfahren der ehemals selbstständig Tätigen, die ein vereinfachtes Insolvenzverfahren beantragt haben, mit 7,5 Prozent angestiegen. Dabei wa- ren voraussichtliche Forderungen von durchschnittlich 109 Tausend Euro angegeben.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im Jahr 2022 mit 233 Verfahren um 13,1 Prozent gegenüber 2021 an. Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 1.909 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, also durchschnittlich rund 8 Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer pro Unternehmen. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen insgesamt wurden auf 164 Millionen Euro beziffert.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der beantragten Unternehmensinsolvenzen lag mit 47 Verfahren im Baugewerbe, mit 33 Verfahren im Verarbeitenden Gewerbe, mit 30 Verfahren im Bereich „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ und mit 28 Verfahren im Bereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (113 Anträge) sowie Einzelunternehmen (70 Anträge) Insolvenz anmelden.

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