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Dauerfrost und zweistellige Minusgrade machen Batterie und Diesel schwer zu schaffen

Wintereinbruch mit extremer Kälte: Arktische Kaltluft und Schneemassen bestimmt derzeit das Wetter in Mitteldeutschland. Bei Temperaturen im zweistelligen Minusgradbereich haben Abschleppdienste Hochkonjunktur: Autos springen nicht mehr an oder bleiben liegen, Dieselkraftstoff droht einzufrieren. Fahrzeugexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen gibt wertvolle Tipps, wie Autofahrer sicher durch die Eiseskälte kommen.

Wetterlagen mit Temperaturen im zweistelligen Minusgradbereich und große Schneemengen bis in die Niederungen sind in Deutschland eigentlich eher selten geworden, aber in diesem Jahr schlägt der Winter mit aller Macht zu. Das belastet nicht nur Autofahrer, auch dem Fahrzeug wird bei derart extremer Witterung alles abverlangt. Ein gut gewartetes und technisch einwandfreies Auto ist da besonders vorteilhaft. Fahrzeugexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen erklärt, worauf Autofahrer bei der Eiseskälte gefasst sein müssen:

Bei diesen Extremtemperaturen muss vor allem immer ausreichend Frostschutz im Kühlsystem und in der Scheibenwaschanlage vorhanden sein. Neben Eiskratzer und Schneefeger sollte auf jeden Fall auch eine Wolldecke immer mit an Bord sein: Unter den aktuellen Bedingungen muss man immer darauf gefasst sein, mit dem Fahrzeug unterwegs liegen zu bleiben.

Vielerorts sind die Autos unter einer dicken Schneedecke verhüllt, Nebenstraßen sind kaum geräumt, die Parkplatzsuche wird zur Tortur. So mancher Autofahrer lässt unter diesen Bedingungen den Wagen lieber stehen, aber viele sind auf das Fahrzeug angewiesen.

Wessen Batterie in diesen Tagen schwächelt, muss damit rechnen, dass der Wagen frühmorgens nicht mehr anspringt. Besonders durch häufige Kurzstreckenfahrten wird die Batterie nicht ausreichend geladen. Dann hilft nur noch eine Starthilfe. Gerade ältere Batterien machen bei extremer Kälte schlapp. Oftmals versagt dann sogar eine Fremdstarthilfe, macht Achmed Leser deutlich.

Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Kraftstoff? Kann dieser bei extremer Kälte einfrieren und was können Autofahrer dagegen tun?

Diese Problematik wird vor allem von Dieselfahrern befürchtet. Allerdings haben die Tankstellen seit Oktober Winterdiesel an ihren Zapfsäulen. Fällt die Temperatur jedoch unter minus 22 Grad, kann auch Winterdiesel gelieren. Dann verstopft der Kraftstofffilter und der Wagen springt nicht mehr an, so der Fahrzeugexperte. Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, Motor, Tank oder Kraftstoffleitung mit einem Gasbrenner oder ähnlichem aufzutauen. Auch der altbekannte Trick, kristallisierten Dieselkraftstoff mit einem Schluck Benzin zu verdünnen, ist keine gute Idee. Moderne Selbstzünder quittieren dies mit einem Ausfall der Einspritzanlage. Und das kann teuer werden, warnt Leser.

Sollte der Dieselkraftstoff dennoch einfrieren, kann man dagegen im Nachgang nicht mehr viel tun. Im schlimmsten Fall muss der Kraftstoff von einer Werkstatt abgepumpt werden und der Kraftstofffilter getauscht werden. Daher sollten Dieselfahrer Wetterwarnungen vor Extremkälte ernst nehmen und den Wagen notfalls für eine Nacht in einer Garage parken. Achmed Leser empfiehlt zudem bei der polaren Kälte, den Tank nie ganz leer zu fahren. So kann sich weniger Kondenswasser im Tank bilden.

Wischerblätter und Türdichtgummis sollten Autofahrer schon vor dem Wintereinbruch einer guten Pflege unterzogen haben. Angefrorene Autotüren sind bei starkem Frost aber keine Seltenheit. Wer seine Dichtungsgummis nicht ausreichend gut mit Talkum oder Silikonspray behandelt hat, könnte am Morgen vor einem versperrten Wagen stehen. Angefrorene Türdichtungen können beim Öffnen der Wagentür beschädigt werden. Das Gleiche trifft auf die Scheibenwischer zu. Sind diese an der Scheibe angefroren, sollte nicht versucht werden, sie mit Gewalt zu lösen, rät Achmed Leser.

Der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage darf auf keinen Fall zu niedrig gewählt werden. Bei extremen Minustemperaturen sollte der Scheibenzusatz stattdessen lieber unverdünnt verwendet werden, als eine eingefrorene Scheibenwaschanlage zu riskieren. Das ist nicht nur für die eigene Sicherheit und gute Sicht von Nöten, laut StVO ist ausreichend Frostschutz sogar zwingend vorgeschrieben.

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