Diabetes in Thüringen

Konstant hoher Anteil an Zuckerkranken

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Symbolbild

In Thüringen leben nach wie vor besonders viele Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2. Knapp zwölf Prozent der Bevölkerung sind betroffen, was mehr als 254.000 Personen entspricht. Bundesweit leiden lediglich 8,7 Prozent der Bevölkerung an der Zuckerkrankheit. Das geht aus Daten des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor.

In kaum einem Bundesland ist ein solch hoher Anteil der Menschen mit der Diagnose Diabetes Typ 2 in Behandlung. Deutschlandweit steigt die Rate der Betroffenen, während sich die Zahlen in Thüringen auf einem hohen Niveau stabilisiert haben, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER im Freistaat.

Aus Sicht der Kasse müsse der nationalen Diabetes-Strategie mehr Bedeutung zukommen. Sie soll den Menschen helfen, diese Krankheit durch einen gesunden Lebensstil zu vermeiden oder zumindest ihre Auswirkungen zu lindern.

Ostdeutschland von Zuckerkrankheit stark betroffen

Den Analysen zufolge gibt es starke regionale Unterschiede in der Betroffenheit mit Diabetes mellitus Typ 2. Am weitesten unter dem Bundesdurchschnitt von 8,65 Prozent liegt Hamburg mit 6,1 Prozent. Dagegen kommt die Zuckerkrankheit in den ostdeutschen Bundesländern überdurchschnittlich oft vor. Am stärksten betroffen ist Sachsen-Anhalt. Dort wurde bei 13,4 Prozent der Bevölkerung Diabetes mellitus Typ 2 festgestellt. Der Wert liegt 55 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Es folgen Sachsen (12,5 Prozent), Brandenburg (12,1 Prozent) und Thüringen mit besagten 12 Prozent Betroffenen.

Altersdiabetes schon bei jungen Menschen

Mit Blick auf die Altersgruppen weisen die BARMER-Daten vor allem für Ältere hohe Betroffenenraten aus. Bei den 70- bis 79-Jährigen ist demnach in Thüringen jeder Dritte wegen Diabetes mellitus Typ 2 in Behandlung. Bei den ab 80-Jährigen liegt die Rate sogar bei knapp 35 Prozent. Während jedoch in den höheren Altersgruppen der Anteil der Zuckerkranken über die Jahre konstant bleibt, gibt es vor allem bei den 30- bis 39-Jährigen einen deutlichen Anstieg. Binnen zehn Jahren ist die Zahl der Betroffenen im Freistaat von 2.500 auf knapp 4000 angewachsen. Das entspricht einer Steigerungsrate von rund 60 Prozent.