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Diako Thüringen setzt sich für die Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht ein

Mit einem Schreiben an den Bundesminister für Gesundheit, weitere Bundes- und Landespolitiker sowie an die LIGA der Freien Wohlfahrtpflege in Thüringen e. V fordern wir auf, sich für die Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht einzusetzen. Aus unserer Sicht gefährdet diese die Versorgungsicherheit für die besonders schützenswerten Personengruppen erheblich mehr, als dass sie zu deren Schutz beiträgt.

Als Diako Thüringen sind wir mit vielfältigen Angeboten für Menschen da, die pflege- und unterstützungsbedürftig sind. Die Corona-Pandemie hat in den zurückliegenden zwei Jahren von uns allen, von den Nutzerinnen und Nutzern, den Angehörigen und den Mitarbeitenden extrem viel gefordert. Gemeinsam haben wir bis hierher die Herausforderungen angenommen und bewältigt. Wir sind allen unseren Mitarbeitenden sehr dankbar, dass sie über diese lange Zeit mit so viel Einsatzbereitschaft und bis zur Erschöpfung ihren Dienst getan haben.

Wir sind froh und dankbar, dass mit der Möglichkeit der Impfung ganz erhebliche Schritte hin zu einer Überwindung der Pandemie gegangen werden können. Wir halten eine hohe Beteiligung an den Impfangeboten für sehr wichtig und sind uns bewusst, dass wir besonders gefährdete Menschen vor dieser Erkrankung bestmöglich schützen müssen. Wir wissen aber auch, dass es bei einem Teil unserer Mitarbeitenden aus individuell ganz unterschiedlichen Gründen Bedenken im Hinblick auf diese Impfung gibt. Wir respektieren die sich daraus ergebenden Entscheidungen jeder und jedes Einzelnen aber auch das geltende Recht.

Von unseren 2.500 Mitarbeitenden sind etwa 2/3 von der einrichtungsbezogenen Impflicht betroffen. In unseren Einrichtungen liegt die Impfbeteiligung bei 76% bis 100%. Wir sehen nicht, dass die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht die Impfbereitschaft erhöht und müssen deshalb davon ausgehen, dass ein erheblicher Teil der Mitarbeitenden für den Dienst nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Angesichts der ohnehin schon sehr schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bereich der Arbeit mit Pflegebedürftigen und mit Menschen mit Behinderung wird nicht nur eine qualitative Arbeit schwierig sein. Wir müssen davon ausgehen, dass die Versorgungssicherheit in vielen Einrichtungen und Diensten auf lange Sicht nicht mehr zu gewährleisten ist. Vor diesem Hintergrund schadet die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impflicht unmittelbar die, die sie eigentlich schützen soll.

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