Die Ausrufezeichen! Zwei Punkteteilungen gegen den THW Kiel
Nachgefragt bei Peter Walz, Kapitän des ThSV Eisenach
„Ich glaube mich erinnern zu können, dass selbsternannte und tatsächliche Experten spätestens nach dem Abgang von Marko Grgic den ThSV Eisenach als ersten Absteiger benannt haben. Sebastian Hinze und unsere Mannschaft haben alle eines Besseren belehrt. Wir haben nicht nur die nötigen Punkte zum vorzeitigen Klassenerhalt geholt, wir haben im Laufe der Saison eine gute Entwicklung genommen. Das kam auch in Spielen gegen große Mannschaften der Liga zum Ausdruck“, erklärte Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach.
Wir sprachen unmittelbar nach dem letzten Saisonspiel mit Peter Walz, dem Kapitän des ThSV Eisenach:
So richtig in Abstiegsängste geriet Ihre Mannschaft im gesamten Saisonverlauf nicht…?
Die Vorbereitung lief nicht so optimal. Nach dem Wartburg-Cup und dem nur knapp mit einem Tor gewonnenen Testspiel gegen TuSEM Essen war mir schon etwas flau. Unser Umbruch war ja riesig, mit Trainerwechsel und Abgängen von 7 Spielern. Ganz wichtig der Auftaktsieg über den SC DHfK Leipzig. Unsere Neuzugänge haben rasch die Eisenacher Mentalität angenommen, die positive Wucht der Werner-Aßmann-Halle erkannt. Mit dem Derbysieg über Leipzig wusste ich, wir sind auf dem richtigen Weg.
Sie sprachen gerade die wahrlich nicht unerheblichen personellen Veränderungen im Sommer des Vorjahres an. Sebastian Hinze übernahm das Traineramt, Stammkräfte wie Marko Grgic, Simone Mengon, Filip Vistorop und Ivan Snajder hatten den Verein verlassen, doch Sie fanden relativ rasch zu Stabilität?
Wir hatten in der Vorbereitung hart gearbeitet, haben in der ganzen Saison Woche für Woche hart gearbeitet. Die Mannschaft zeigte rasch eine Top-Moral. Die Team-Chemie stimmte schnell. Wir wurden sehr schnell ein echtes Team, auf und neben dem Parkett.
Wie hatte sich das Spielsystem verändert?
Im Angriff nicht so viel. Wir hatten ja schon in der Vorsaison verstärkt mit 4 Rückraumspielern agiert. Umstellen mussten wir uns in der Abwehr, spielten nicht mehr so oft in einer 5:1-Formation, fokussierten uns auf eine 6:0-Abwehr. Hierfür mussten wir die entsprechenden Abläufe wieder verinnerlichen.
Was waren die Knackpunkte der Saison?
Mit dem 32:29 Anfang Oktober über den VfL Gummersbach war uns klar, wir können auch Top-Teams der Liga bezwingen. Mehr als Ausrufezeichen, unsere zwei Remis gegen den THW Kiel. Der 34:29-Sieg bei GWD Minden beseitigte dann letzte Zweifel über unseren Ligaverbleib.
Es dauerte lange, bis zum ersten Auswärtspunkt, der dann ausgerechnet beim Derby in Leipzig gelang…?
Dass wir lange ohne Auswärtspunkte dastanden, wurde immer wieder von außen thematisiert. Für uns selbst spielte das kaum eine Rolle. Der Tabelle ist es völlig egal, wo die Punkte geholt werden. Wir waren oft an Auswärtszählern nah dran, waren manchmal nicht abgezockt genug, stellten uns etwas unclever an.
Was macht die Werner-Aßmann-Halle für Ihre Mannschaft so besonders?
Die Wucht von den Rängen pusht uns, verunsichert die sportlichen Gegner. Die Werner-Aßmann-Halle ist klein und kompakt, die Fans peitschen uns mit enormer Lautstärke nach vorn. Die Werner-Aßmann-Halle wird zum Hexenkessel. Die Atmosphäre ist einzigartig, völlig anders als in den großen und unpersönlichen Arenen.
