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Dieselpreisanstieg gefährdet Speditionsbranche in Thüringen

Die Transport- und Logistikwirtschaft ist durch die extremen Preissteigerungen für Diesel-Kraftstoff auch in Thüringen enorm unter Druck geraten. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen stehen vor dem Aus, sollte ihnen keine kurzfristige Unterstützung zuteilwerden. Denn eine Umlage der Kosten auf Industrie und Handel bis hin zum Endverbraucher dauert deutlich länger, als es sich viele Unternehmen leisten können. Das Logistik Netzwerk Thüringen appelliert an alle Beteiligten, die Unternehmen nicht allein zu lassen. Andernfalls könnte ein maßgeblicher Anteil der Marktteilnehmer verschwinden, was zu negativen Folgen für die Versorgungssicherheit führen würde.

Viele Transport- und Logistikunternehmen können die extrem gestiegenen Dieselpreise nur teilweise oder mit größerer Verzögerung an ihre Kunden weitergeben. Sie stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand und sind in ihrer Existenz gefährdet, da sie zumeist nicht auf umfangreiche Rücklagen zurückgreifen können.

… warnt Joachim Werner, Vorstandsvorsitzender im Logistik Netzwerk Thüringen, und ergänzt: „Zur Überbrückung braucht es deshalb eine schnelle, wirksame und unbürokratische Entlastung, bis die gestiegenen Kosten bei Handel, Industrie und Endverbraucher eingepreist sind.“

Eine wirksame Form der Entlastung wäre die Einführung eines festgesetzten Gewerbedieselpreises auf 1,50 Euro pro Liter und die Erstattung der Differenz für die Unternehmen. Bleiben diese oder vergleichbare Sofortmaßnahmen zur Senkung der Kosten aus, dürften schon bald nennenswerte Teile des Lkw-Verkehrs zum Erliegen kommen. Auch bei AdBlue und LNG steigen die Preise rasant und verschärfen die Situation weiter, die bereits durch den Fahrermangel und das knappe Frachtraumangebot angespannt ist.

Gudrun Gaus, Standortleiterin der AXTHELM + ZUFALL GmbH & Co. KG in Nohra, teilt die Sorge: „Als Logistiker sind wir krisenerprobt und finden trotz aller Herausforderungen für unsere Kunden stets passende Lösungen. Die aktuelle Gemengelage versetzt die Branche jedoch in einen erweiterten Krisenmodus. Denn zu den enormen Belastungen durch die hohen Kraftstoffpreise gerät die Industrie ebenfalls durch Lieferengpässe und massive Verteuerungen bei den Energiekosten zunehmend unter Druck. Für die pandemiebedingt bereits geschwächten Lieferketten sind das zu der Ukrainekrise enorme Zusatzbelastungen.“

„Es geht darum, jetzt Unternehmen zu retten“, appelliert Joachim Werner und weist darauf hin: „Transportanbieter, die heute den Markt verlassen, werden in Zukunft kaum wiederkehren, da sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umorientieren und damit mittel- und langfristig der Personal- und Fachkräftemangel weiter erhöht wird.

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