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Einsaat für blühenden Feldrain bei Wolfsbehringen

Bildquelle: © Marcel Komischke, Wildtierland Hainich gGmbH
Hier wird der Feldrain in Wolfsbehringen angelegt. Ein Traktor mit Drillmaschine der BEAG Agrar bringt die regionalen Wildkräuter- und Gräsersamen ein.

Am 12.10.2021 wurde in Wolfsbehringen ein Feldrain auf einer gemeindeeigenen Fläche angelegt. Für eine der ersten Ansaaten im Stationsgebiet konnte die Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld (Trägerschaft Wildtierland Hainich gGmbH) die BEAG Agrar GmbH und die Gemeinde Hörselberg-Hainich als Kooperationspartner gewinnen. Auf der Gemeindefläche wurde eine artenreiche Samenmischung mit regionalen Wildkräuter- und Gräserarten ausgebracht. Die Maßnahme ist Bestandteil des Projektes „VIA Natura 2000 – Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft“.

Ich freue mich sehr, dass einer der vielen Feldraine, die wir während der Projektlaufzeit anlegen wollen, nun durch die BEAG Agrar GmbH in Kooperation mit der Gemeinde Hörselberg eingesät werden konnte., so Marcel Komischke, Projektleiter des VIA Natura 2000-Projektteiles der Wildtierland Hainich gGmbH (Träger der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld). Mein Dank gilt hier besonders Herrn Häfner (Geschäftsführer der BEAG Agrar Gmb H) und Herrn Thomas (Erster Beigeordneter der Gemeinde und Ortsteilbürgermeister Wolfsbehringen) für ihre Unterstützung. Die große Bereitschaft aller Beteiligten zur Zusammenarbeit im Sinne der Tier- und Pflanzenvielfalt in unserer Landschaft ist bemerkenswert. Schon im kommenden Jahr können sich die Menschen auf dem Radweg vom Kindel zum Wildkatzendorf Hütscheroda an dem Anblick erfreuen., so Komischke weiter.

Früher prägten blühende, artenreiche Feldraine die Ackerränder und trugen so zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild bei. Mittlerweile sind solche Feldraine in Thüringen selten geworden. Blütenreiche Randstreifen zwischen zwei Schlägen oder an Wegrändern sind entweder gar nicht mehr vorhanden, flächendeckend mit Gräsern bewachsen und nicht naturschutzfachlich gepflegt oder so schmal, dass sie durch Nährstoff- und Pestizideintrag aus den umliegenden Ackerflächen kaum noch Lebensraum für Schmetterlinge, Wildbienen und Schwebfliegen bieten. Auch für Rebhühner, Feldhasen und Co. Reich reichen sie nicht mehr als Nahrungsquelle und Rückzugsraum aus.

Um hier gegenzusteuern, wurde das Verbundprojekt „VIA Natura 2000 – Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen“ gestartet, das von Mai 2020 bis April 2026 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Es wird in den Zuständigkeitsbereichen von fünf Natura 2000-Stationen in Thüringen umgesetzt. Die insgesamt sieben Projektpartner setzen sich dafür ein, noch vorhandene Saumbiotope aufzuwerten und neue Feldraine in den Agrarlandschaften dauerhaft anzulegen. Die Projektflächen werden auf Basis umfassender, flurstücksgenauer Biotopverbundplanungen ausgewählt, um auch die Vernetzung zwischen Natura 2000- und anderen Schutzgebieten zu verbessern.

Die Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld setzt sich dafür ein, dass weitere Feldraine in vielen anderen Gemeinden im Herbst und in den kommenden Jahren folgen werden. Insgesamt sollen bis Mitte 2026 elf Hektar Feldraine im nördlichen Wartburgkreis sowie den Landkreisen Unstrut-Hainich und Eichsfeld angelegt werden.

Ortsansässige Kindertagesstätten und Schulen sollen das Projekt im Rahmen einer Feldrainpatenschaft begleiten, die vom VIA Natura 2000-Projekt betreut wird. An diesem Praxisbeispiel soll den Kindern die Bedeutung der biologischen Vielfalt vermittelt werden.

Hintergrund
Das Projekt „VIA Natura 2000 – Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, sowie dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz gefördert. Partner im Projektverbund sind die Stiftung Naturschutz Thüringen, die Träger der Natura 2000-Stationen Unstrut-Hainich/Eichsfeld, Osterland, Gotha/Ilm-Kreis, Südharz/Kyffhäuser und Mittelthüringen/Hohe Schrecke sowie die Umwelt- und Agrarstudien GmbH.
Die Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld befindet sich in Trägerschaft der Wildtierland Hainich gGmbH, die auch das Wildkatzendorf Hütscheroda betreibt. In dem von der Station betreuten Gebiet im Nordwesten Thüringens (Landkreise Eichsfeld, Unstrut-Hainich und nördlicher Wartburgkreis) werden viele praktische Naturschutzprojekte initiiert und durchgeführt.

Natura 2000 ist das weltweit größte, grenzübergreifende Schutzgebietsnetz. Europaweit hat es den Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen und ihrer Lebensräume zum Ziel. Neben dem behördlichen Naturschutz ist in Thüringen ein Netzwerk von zwölf Natura 2000-Stationen an dessen Umsetzung beteiligt. Ziel ist die Vermittlung zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft und der Bevölkerung vor Ort.
Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) hat die Natura 2000-Stationen eingerichtet und fördert diese. Seit 2019 ist das Netzwerk der Natura 2000-Stationen im Thüringer Gesetz zur Neuordnung des Naturschutzrechts (vom 30. Juli 2019) gesetzlich verankert und somit fester Bestandteil des Naturschutzes in Thüringen. Informationen zum Netzwerk unter www.natura2000-thueringen.de.

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