„Eisenacher Wunde heilt – hochemotionaler Moment“

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode GmbH
Minister Steffen Schütz übergibt zur Grundsteinlegung für Wartburgarena EFRE-Zuwendungsbescheid mit knapp 6,4 Mio. Euro
Bauminister Minister Steffen Schütz überbringt zur Grundsteinlegung der Wartburgarena den EFRE-Zuwendungsbescheid mit rund 6.364.000 Mio. Euro. Die Förderung umfasst die energetischen Maßnahmen und deckt damit einen Teil der Kosten, um aus dem vom Verfall bedrohten Industriedenkmal O1 die Wartburgarena zu errichten. Minister Schütz: „Dieser Ort gehört zur DNA der Stadt. Es war schlimm mit anzusehen, wie das Gelände verfiel – eine Wunde, die wir Eisenacher noch heute spüren. Jetzt wird die Wunde geheilt. Mit dem Baustart für die Wartburgarena erhalten wir das große industrielle Erbe und zugleich zieht Zukunft an diesen Ort. Es ist ein hochemotionaler Moment.“
Grundsteinlegung und Übergabe des Zuwendungsbescheides finden bewusst am Europatag und am Tag der Städtebauförderung statt, die beide dieses Jahr am 9. Mai begangen werden. Thüringen konnte seit der Wiedervereinigung enorm von diesen Förderungen profitieren – dies soll ausdrücklich gewürdigt werden. Die Städtebauförderung wird von Bund und Land getragen, die EFRE-Förderung liegt in der Verantwortung der Europäischen Union. EFRE steht für den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Die Wartburgarena wird neue Heimat des erfolgreichen ThSV Eisenach, ebenso finden dort zukünftig Veranstaltungen, Schul- und Breitensport ein neues Zuhause. Die Multifunktionsarena wird 4.000 Gästen Platz bieten.
Der Bau der Wartburgarena bewahrt die historische Bausubstanz, die Fassade und die Gebäudestruktur bleiben erhalten. Die neue Multifunktionsarena wird als Haus im Haus gebaut und hinter der historischen Fassade errichtet. Der Bau der Wartburgarena würdigt die Geschichte der Stadt und ist zugleich ein neuer Aufbruch.
Für den Bau sind rund 57 Mio. Euro vorgesehen. Sechs Förderinstitutionen von Land, Bund und der Europäischen Union sind mit Fördermitteln von voraussichtlich rund 35 Mio. Euro beteiligt.
An der Grundsteinlegung und Übergabe des Zuwendungsbescheides nehmen neben Minister Schütz der Oberbürgermeister der Stadt Eisenach Christoph Ihling, der Parlamentarische Staatsekretär des Bundesverkehrsministerium Christian Hirte, die Europaabgeordnete Marion Walsmann, Landrat Dr. Michael Brodführer und der Präsident ThSV Eisenach Shpetim Alaj teil.
Hintergrund zum Gebäude O1:
1896 wurde die „Fahrzeugfabrik Eisenach“ auf diesem Gelände gegründet. Architekt war der Eisenacher Georg Schroeder, seine Nachfahren haben in Eisenach noch immer ein Bauunternehmen. Das „O1“ genannte Gebäude ist ein typischer Industriebau der 1930er Jahre. Es steht für die Prosperität und den Aufbruch Eisenachs jener Jahre. Nach knapp 100jähriger und sehr bewegter Geschichte des Werks lief am 10. April 1991 der letzte Wartburg vom Band. Seit 1995 stehen die Gebäude unter Denkmalschutz.
Hintergrund zur Städtebauförderung und zur EFRE-Förderung:
Insgesamt wurden den Thüringer Kommunen seit 1991 bis Ende 2025 rund 3,8 Mrd. Euro Städtebaufinanzhilfen zugeteilt. Mit den Geldern wurden historische Stadt- und Ortskerne saniert, charakteristische Stadtbilder wiederbelebt, leerstehende Häuser gerettet und Wohnumfelder aufgewertet. Im Landeshaushalt 2026 stehen insgesamt rund 70,68 Mio. Euro Städtebaufinanzhilfen zur Verfügung. Davon stammen 64,38 Mio. Euro aus den drei Bund-Länder-Programmen, die jeweils zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln gespeist werden. 6,3 Mio. Euro stammen aus den landeseigenen Städtebauförderprogrammen, also reinen Landesfinanzhilfen.
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Förderinstrument der Europäischen Kommission für alle Regionen Europas. Er ist darauf ausgerichtet, Entwicklungsunterschiede auszugleichen. Der Freistaat Thüringen erhält in der Förderperiode 2021–2027 rund 1,088 Mrd. Euro aus dem EFRE.
