Erste Borreliose-Fälle in Thüringen

Die ersten Sonnenstrahlen laden zu Spaziergängen in Wald und Wiese ein. Doch mit steigenden Temperaturen werden auch Zecken wieder aktiv, die Borreliose übertragen können.

Bereits ab Außentemperaturen von sieben Grad sitzen Zecken im hohen Gras und in Büschen und warten auf frisches Blut, sagt BARMER-Landeschefin Birgit Dziuk.

Wer in der Natur unterwegs sei, sollte deshalb anschließend sich und gegebenenfalls Kinder gründlich auf Zecken absuchen. Laut Robert-Koch-Institut sind für dieses Jahr bereits die ersten Borreliose-Fälle gemeldet worden, zwölf an der Zahl in Thüringen. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres waren es neun Fälle, im gesamten Jahr 2023 wurden 273 Borreliose-Infektionen registriert. Bei Zeckenstichen wird empfohlen, die Zecken so früh wie möglich zu entfernen und dadurch das Infektionsrisiko zu verringern.

Keine Panik nach einem Zeckenstich

Falls es zu einem Stich kommt, besteht kein Grund zur Panik.

Nicht jede Zecke trägt gefährliche Erreger in sich. Jedoch sollte der Parasit umgehend und ohne Drehbewegung mit einem Hilfsmittel, wie zum Beispiel einer feinen Pinzette oder Zeckenkarte, entfernt werden, rät Birgit Dziuk.

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Auf keinen Fall dürfe die Zecke vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies reize das Tier unnötig und könne dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Erreger abgebe.

Wichtig ist, die Einstichstelle in den nächsten Tagen und Wochen gut zu beobachten. Bildet sich eine ringförmige Hautrötung, sollten Betroffene dringend Hausärztin oder Hausarzt aufsuchen. Dies kann ein Anzeichen für eine Borreliose sein, so die BARMER-Landeschefin.

Auch bei Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen empfehle sie, ärztlichen Rat zu suchen.

Schutzimpfung gegen FSME möglich

Borrelien tragende Zecken sind deutschlandweit flächendeckend verbreitet. Im Gegensatz dazu kommen Zecken, welche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, nur in bestimmten Regionen vor. In Thüringen gibt es mit dem Altenburger Land seit diesem Jahr ein weiteres ausgewiesenes FSME-Risikogebiet. Ebenfalls betroffen sind die Landkreise Weimarer Land, Greiz, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg, Ilm-Kreis, Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreis, außerdem die kreisfreien Städte Gera, Jena und Suhl. Gegen eine mögliche Infektion mit FSME gibt es eine Schutzimpfung. Die Kosten dafür übernimmt die BARMER für ihre Versicherten.

Mehr zur FSME-Schutzimpfung unter: www.barmer.de/a006813

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