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Filmpremiere „Die Tochter“

Am 2. September hatte die automobile welt eisenach zur Filmpremiere mit anschließender Podiumsdiskussion geladen. Im gezeigten Film mit dem Titel „Die Tochter“ wird das Leben einer ukrainischen jungen Frau nachgezeichnet, die im Zweiten Weltkrieg nach Eisenach verschleppt wurde und bei BMW zur Arbeit in der Motorradproduktion gezwungen wurde. Nach dem Ende des Krieges lebte Alexandra Bandejera zwei Jahre in Wildflecken als sogenannte Displaced Person, ehe sie mit ihrem polnischen Mann und dem gemeinsamen Sohn nach Belgien migrierte.

Bildquelle: © A. Nestler für AWE-Stiftung

Der Film ist das Ergebnis eines Studienprojekts des Belgiers Axel Verraest, der damit das Leben seiner Großmutter aufarbeitete. Bei der Umsetzung wurde er dabei nicht nur von der Stiftung Automobile Welt Eisenach und der lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Eisenach und der Gemeinde Wutha-Farnroda „Vielfalt tut gut“ unterstützt, sondern auch von seinen Eltern. Eine besondere Rolle nahm hierbei seine Mutter Teresa Szpyt ein – die Tochter der Ukrainerin – die im Film den Spuren ihrer Mutter vom Heimatdorf in der Ukraine, über Eisenach nach Wildflecken nachgeht. In der anschließenden von Matthias Doht geleiteten Podiumsdiskussion mit Teresa Szpyt, Eberhard Spee und Jessica Lindner-Elsner ging es zum Beispiel um die Frage danach, ob und wie die ehemalige Zwangsarbeiterin über diese  Zeit in ihrem Leben gesprochen hat, wie das Verhältnis zur Sowjetunion und auch zu Deutschland war oder warum sie 1947 nach Belgien migrierte und nicht in ihre Heimat zurückkehrte.

Bildquelle: © A. Nestler für AWE-Stiftung

Im Deutschen Reich waren während des  Zweiten Weltkrieges etwa 20 Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt. Allein in Thüringen wird die Zahl auf etwa 500.000 Personen geschätzt. Mit diesem Film wird ein lokalhistorischer Bezug zu einem Thema hergestellt, der angesichts solcher Zahlen sonst nur abstrakt bleibt. Alexandra Bandejera war eine von etwa eintausend Zwangsarbeiter*innen bei BMW in Eisenach.

Bildquelle: © A. Nestler für AWE-Stiftung

Der Film „Die Tochter“ konnte dank der Unterstützung der lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ mit deutschen Untertiteln versehen werden und kann künftig bei der Stiftung Automobile Welt Eisenach für bildungspolitische Zwecke in Schulen, Vereinen und Betrieben vorgeführt werden.

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