Fledermäusen auf der Spur

NABU macht in Thüringen auf die Schönen der Nacht aufmerksam

Wenn die Dämmerung kommt, segeln Fledermäuse lautlos am Himmel. Zur Internationalen Batnight am 26. und 27. August kann man die wendigen Insektenjäger auf zahlreichen Veranstaltungen in ganz Deutschland erleben. 

Der NABU in Thüringen lädt am 26. August 2023 ab 20 Uhr zur Batnight in den Tierpark Gotha ein. Ronald Bellstedt und Fledermausexperte Michael Ehrhardt nehmen die Teilnehmenden mit auf eine Exkursion durch den Tierpark und über den Kleinen Seeberg und informieren dabei mit viel Wissenswertem über die fliegenden Säugetiere.

Die nachtaktiven Tiere sind anhand ihrer Ultraschall-Rufe, mit denen sie bei Jagdflügen Insekten und Spinnentiere ausfindig machen, mithilfe entsprechender Technik wie zum Beispiel einem Bat-Detektor auch bei Dunkelheit ortbar, erklärt Ronald Bellstedt vom NABU. Unsere heimischen Fledermäuse führen im Frühjahr und im Herbst Wanderungen zwischen den Sommer- und Winterquartieren durch. Die Sommerquartiere befinden sich je nach Art in Baumhöhlen oder in menschlichen Bauwerken.

Die Umgebung des Tierparks bietet optimale Voraussetzungen, um bei der Wanderung das ein oder andere Fledertier zu entdecken.

Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle interessierten Menschen. Die Teilnehmenden werden gebeten Taschenlampen mitzubringen. Der Treffpunkt ist der neue Tierpark-Eingang, der zu Fuß aus Richtung der Ohrdrufer Straße erreichbar ist.

Der Tierpark Gotha befindet sich am Töpfleber Weg in Gotha und hat regulär während der Sommerzeit täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Ein weiteres Highlight ist das Fledermauscamp für Kinder, das die Naturschutzjugend (NAJU) vom 1. bis 3. September anbietet. Am NaturErlebnisHaus bei Jena geht es gemeinsam mit Fledermausspezialisten auf Entdeckungsreise zu Fledermäusen. Das Camp ist in diesem Jahr schon ausgebucht, Interessierte können sich aber für nächstes Jahr schon vormerken lassen.

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Hintergrund

Die Batnight findet traditionell am letzten vollständigen Augustwochenende in weltweit 38 Ländern statt. In Deutschland organisiert der NABU die Batnight. Die Aktion soll hartnäckige Vorurteile gegenüber den „Kobolden der Nacht“ abbauen und auf deren schwierige Situation aufmerksam machen. Probleme bereitet Fledermäusen das Insektensterben und die starke Wohnungsnot. Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen von alten Bäumen finden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf. Von den 25 in Deutschland heimischen Arten sind drei akut vom Aussterben bedroht. In der Roten Liste Thüringen sind 19 Fledermausarten aufgeführt, davon sind bereits drei vom Aussterben bedroht.

Fledermäuse sind auf unsere Hilfe angewiesen. Hier einige Tipps zum Fledermausschutz vor der Haustür:

1. Ein Fledermausbeet als Büffet: Mit einem fledermausfreundlichen Garten können Sie den Kobolden der Nacht helfen. Nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen, zum Beispiel Leimkraut, Nachtkerze, Seifenkraut und Wegwarte, sind ein Feinschmeckerlokal für die Tiere. Durch ihren intensiven Duft locken die Pflanzen Nachfalter an, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten. Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort.

2. Ein Haus für die Fledermaus: Höhlen und Spalten in und an alten Bäumen, am Gebäude, in Kellern oder Kartoffelmieten werden gern als Quartier genutzt. Wo es das nicht gibt, kann Wohnraum geschaffen werden. Auch selbstgebaute oder gekaufte Fledermauskästen leisten Unterstützung.

3. Einen Gartenteich anlegen: Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch.

4. Gärtnern ohne Gift: Herbizide und Kunstdünger haben in einem naturnahen Garten nichts verloren. Wer Fledermäusen helfen will, sollte auf giftfreies Gärtnern setzen.

Mehr Infos zu Fledermäusen unter: www.NABU-Thueringen.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/index.html

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