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Forschung im und für den Wald

Die letzten Jahre waren eine Zäsur für den Wald und je nach klimatischer Entwicklung kann keine Entwarnung hinsichtlich Waldschäden gegeben werden. Um sich für die Zukunft besser zu wappnen, sind umfangreiche Versuche und Forschungsvorhaben notwendig.

Das Forstamt Marksuhl hat hierzu bislang mehrere Forschungsflächen in den Revieren Kohlbach bei Gerstungen, Marksuhl, Wartburg und Etterwinden angelegt. Man arbeitet dabei sehr eng mit dem forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum in Gotha, der Fachhochschule in Erfurt sowie der Universität Göttingen zusammen.

Im Revier Etterwinden gibt es eine Dauerbeobachtungsfläche, die mit verschiedenen Weißtannen aus Deutschland und Rumänien bepflanzt ist. Daneben wurde eine Versuchsfläche mit Libanonzedern angelegt, die sich mit Douglasien und Hybridlärchen (Kreuzung aus europäischer und japanischer Lärche) vergleichen müssen. Alle Pflanzungen geschehen einmal mit Zaunschutz und einmal ohne, um auch den Einfluss von Reh- und Rotwild auf das Wachstum zu untersuchen. Im Wartburgrevier ist eine etwa 3,5 ha große Fläche mit 11 Versuchsvarianten angelegt worden. Hier wurden Traubeneichen aus verschiedenen Regionen Deutschlands gepflanzt und zum Vergleich Eichenarten aus Süd- und Mitteleuropa sowie dem östlichen Nordamerika.

Im Revier Marksuhl wird derzeit am Forstort „Schabig“ eine Forschungsfläche mit 5 Parzellen zur Wiederbewaldung angelegt. Geschädigte und abgestorbene Fichtenflächen werden verschieden stark aufgelichtet, um unterschiedliche klimatische Verhältnisse auf den Parzellen zu schaffen. Der Anblick hoher Baumstümpfe ist gewöhnungsbedürftig, gehört aber zum Versuchsdesign. Die Auswirkungen der unterschiedlichen Holzentnahmen auf die Licht- und Windverhältnisse oder auch den Wasserhaushalt werden untersucht.

Auf einer sogenannten „Nullfläche“ bleiben alle toten Bäume stehen, die anderen Flächen werden jeweils mit Bergahorn und Douglasie bepflanzt und das Wachstum regelmäßig gemessen und verglichen.

Die Forschungsflächen bieten verschiedenste Themenstellungen, so dass bereits einige Studenten ihre Bachelor- oder Masterarbeit im Forstamt schreiben.

Forstwirtschaft ist ein Generationenvertrag, das gilt auch für den Umgang mit den Versuchsflächen. Von den Erfolgen oder auch Fehlschlägen werden im wesentlichen unsere Nachfolger einen Erkenntnisgewinn haben, blickt Forstamtsleiter Ansgar Pape in die Zukunft.

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