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Frust statt Frost

Der Dauerregen führt bei allen, die im Wald ihren Arbeitsplatz haben, zu gemischten Gefühlen. Einerseits wird der Bodenwasserspeicher gefüllt und die gepflanzten Bäumchen sind dankbar für den Regen, andererseits müsste derzeit die Laubholzernte auf Hochtouren laufen.

Die Witterung führt aktuell in vielen Fällen zu Arbeitsunterbrechungen. Einige Wege haben sich aufgrund der Nässe in Schlammpisten verwandelt und sind momentan nicht mehr befahrbar. Einzelne Laubholzkunden klagen daher bereits über Versorgungsprobleme. Die Arbeitsunterbrechungen führen bei den forstlichen Unternehmern, oft Familienbetriebe aus der Region, zu massiven Verdienstausfällen. Die für die Maschinen laufenden Kredite müssen jedoch monatlich bedient werden. Waggons, die seit Wochen für den Holztransport bestellt wurden, müssen möglicherweise storniert werden.

Die Revierförster, die ihren Job machen und auch keine Freude an „Schlammschlachten“ haben, bekommen jetzt den Frust aller zu spüren. Neben Problemen der Unternehmer und Holzkunden ärgern sich auch Waldbesucher über die zerfahrenen Wege.

Den Beschwerden möchte man im Forstamt wie folgt Rechnung tragen: Auf besonders kritischen Flächen bleibt geschnittenes Holz so lange liegen, bis die Witterung das Holzrücken erlaubt. Auf einige Maschinen werden über die Räder sogenannte Moorbänder aufgezogen, die eine breite Auflage bieten und den Bodendruck vermindern sollen. Bei steileren Flächen wird Traktionstechnik zum Einsatz kommen, die dazu führt, dass die Maschinen durch Seilwinden den Hang hochgezogen werden und damit der „Schlupf“ und somit Bodenschäden vermindert werden. Für viele Waldbestände haben die Revierförster den Abstand der Rückegassen von 20 auf 40 Meter verdoppelt.

Damit wurde man dem Wunsch vieler Waldbesucher gerecht, die sich an den Schneisen und den schlammigen Ausfahrten gestört haben. Dies alles sind allerdings nur kleine Mosaiksteine, die zu Mehraufwand führen und Schäden nur verringern, aber nicht ganz verhindern werden. Entscheidend ist das Wetter für die Holzernte: ohne Frost bleibt Frust! Man hat viele Maßnahmen bislang hinausgeschoben in der Hoffnung auf gefrorene Böden. In Kürze müssen allerdings die Arbeiten beginnen, um vor Laubaustrieb die Ernte abgeschlossen zu haben.

In folgenden Revieren sind Laubholzernten geplant: im Revier Wilhelmsthal in der Nähe von Wolfsburg-Unkeroda, im Revier Wartburg im Windtal und Erbstal sowie im Revier Frauensee in der Nähe von Dönges.

Das Brett wächst eben nicht im Baumarkt und zur Holzernte gibt es keine Alternative. Ich bin mir bewusst, dass wir den Waldbesuchern in den nächsten Wochen viel zumuten werden, wirbt Forstamtsleiter Ansgar Pape abschließend um Verständnis.

Nach Abschluss der Arbeiten werden entstandene Schäden wie in der Vergangenheit zeitnah beseitigt.

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