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Immer mehr Drogen-Unfälle in Thüringen

Berauscht am Steuer: Drogeneinfluss spielt bei immer mehr Verkehrsunfällen in Thüringen eine Rolle. Allein im Jahr 2018 wurden im Freistaat 168 Drogenunfälle registriert – ein deutlicher Anstieg um 17,6 % gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher war der Zuwachs bei den schweren Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Hier wurden 78 Unfälle erfasst, bei denen die Fahrer berauscht unterwegs waren. Dabei wurden 2 Menschen getötet, 43 schwer sowie 58 leicht verletzt.

Wie schnell aus Spaß lebensgefährlicher Ernst werden kann, verdrängen nicht nur junge Autofahrer allzu gern. Doch das Risiko eines Unfalls steigt unter Drogen-Einfluss erheblich, weshalb Ordnungshüter in solchen Fällen keinerlei Spaß verstehen: Schon bei der ersten Auffälligkeit wird der Führerschein entzogen und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Und die Zahlen steigen: 2017 waren 26 % aller MPUs anlässlich einer Fahrt unter Drogen- oder missbräuchlichen Medikamenteneinfluss angeordnet worden. Das Bundesverkehrsministerium sieht in der MPU ein wichtiges Instrument zur Beurteilung der Kraftfahreignung und Verhinderung von drogenbedingten Verkehrsunfällen.

Die zumeist jungen Fahrer sind sich der Folgen oftmals nicht bewusst. Nach einer Drogenfahrt ist der Führerschein für längere Zeit weg. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass Drogen am Steuer nicht nur verboten sind, sondern auch eine Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer darstellen, sagt Dr. Don DeVol, Verkehrspsychologe des TÜV Thüringen.

Dass schon ab der ersten Drogenfahrt die Fahrerlaubnis entzogen wird und für die Neuerteilung eine MPU angeordnet wird, wissen aus Erfahrung des Verkehrspsychologen DeVol die wenigsten. Von den meisten drogenauffälligen Fahrern wird zudem ein Abstinenzkontrollprgramm mit mehreren gerichtsverwertbaren Urin- beziehungsweise Haaranalysen über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem Jahr gefordert.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich schon im Vorfeld der MPU professionell mit den Ursachen des eigenen Drogenkonsums auseinanderzusetzen. Dabei hilft am besten ein geschulter Verkehrspsychologe, rät DeVol. In den meisten Fällen ist eine stabile Drogenabstinenz zum Bestehen der MPU unabdingbar.

Darüber hinaus weist DeVol darauf hin, dass seit August 2018 die einheitliche Gebührenordnung, die im Straßenverkehrs-Gesetz (StVG) festgeschrieben war, entfallen ist. Seitdem dürfen die Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) ihre Preise selbst kalkulieren. Pauschalpreise gibt es dennoch nicht, denn der Preis einer MPU richtet sich in erster Linie nach der Art der Veranlassung. So ist beispielsweise eine alkoholbedingte MPU aufwendiger und teurer als eine Begutachtung aufgrund eines vollen Punktekontos. Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetzes sind sogar noch aufwendiger als Alkoholdelikte. Doch auch die Preise für vergleichbare Leistungen können je nach Begutachtungsstelle um mehr als hundert Euro variieren, weshalb sich ein Preisvergleich schnell lohnen kann. Der genaue Preis lässt sich aber immer erst dann kalkulieren, wenn die Führerscheinakte und die Anordnung der Behörde vorliegen.

Andrea T. | | Quelle:

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