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Inflationsrate in Thüringen im April 1,1 Prozent

Die Verbraucherpreise erhöhten sich nach vorläufigen Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik gegenüber dem Vormonat März um 0,3 Prozent und erreichten einen Indexstand von 106,3 Prozent (Basis 2015 = 100). Die Jahresteuerungsrate verlor an Dynamik und sank von 1,7 Prozent im März auf 1,1 Prozent im April.

Verantwortlich für diese Entwicklung ist der seit Monaten andauernde Preisverfall der Mineralölprodukte. Der Preis für Heizöl, einschließlich Umlage, sank im Vergleich zum Vorjahr um 17,1 Prozent und fiel auf das Preisniveau vom Oktober 2017. Die Kraftstoffpreise fielen im Jahresvergleich um 14,3 Prozent. Fernwärme wurde um 4,7 Prozent günstiger angeboten. Deutliche Preisanstiege wurden im Energiebereich für Strom (+6,5 Prozent), feste Brennstoffe (+6,1 Prozent) sowie für Gas (+1,3 Prozent), einschließlich Umlage, beobachtet.

Betrachtet man den Gesamtindex ohne die Preise für Energie, würde die Inflationsrate bei 1,8 Prozent liegen. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Jahresvergleich um durchschnittlich 5,0 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen stiegen binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um durchschnittlich 0,3 Prozent. Nennenswerte Preissteigerungen wurden im Bereich Dienstleistungen (+0,9 Prozent) für die ambulante Pflege (+6,3 Prozent) oder für die Dienstleistungen der Altenheime (+2,7 Prozent) verzeichnet. Indexdämpfend binnen Monatsfrist wirkte sich die Preisentwicklung im Bereich Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe; -3,3 Prozent) aus. Am stärksten fielen die Kraftstoffpreise (-9,3 Prozent) und die Preise für Fernwärme (-3,7 Prozent). Die Heizölpreise gaben im Vergleich zum März um 1,9 Prozent nach.

Hintergrundinformationen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Preiserhebung für den Verbraucherpreisindex:
In Thüringen erfolgte im April die Preiserhebung unter Berücksichtigung der Pandemiemaßnahmen. Für eine Vielzahl von Gütern des Warenkorbes konnte die Preiserhebung problemlos durchgeführt werden. Dies betrifft vor allem die für die Indexberechnung wichtigen Güter mit einem hohen Wägungsanteil. Dazu gehören z. B. Mieten, Haushaltsenergie, Kraftstoffe oder administrierte Preise. Die Vororterhebung der Preise in den Geschäften wurde aus Fürsorgegründen gegenüber den Preisermittlern durch alternative Erhebungen und Berechnungsmethoden ersetzt. Die Preiserhebung erfolgte online, telefonisch oder schriftlich. In anderen Fällen erfolgten Schätzungen und Berechnungen sowie maschinell unterstützte Fortschreibungsmechanismen und Berechnungen anhand typischer, z. B. saisonaler Verläufe. Dadurch war eine solide Berechnung von Preisveränderungen und in der Gesamtbetrachtung eine valide Darstellung der aktuellen Verbraucherpreisentwicklung möglich. In Einzelbereichen müssen allerdings Einschränkungen in der Aussagefähigkeit in Kauf genommen werden.

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