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Internationaler Tag des Luchses im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda

BUND Thüringen wirbt für Rückkehr der Pinselohren in unsere Wälder

Zum internationalen Tag des Luchses wirbt der BUND Thüringen um Unterstützung für die Rückkehr der einst heimischen Pinselohren. Mit Informationen und Vernetzungsmaßnahmen will der Verband den Tieren die Wiederausbreitung erleichtern. Neben einem neuen Forschungsprojekt leistet das Luchsgehege im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärungsarbeit rund um die scheuen Tiere. Eine Schaufütterung mit dem BUND-Experten Thomas Mölich bietet Besuchern am Donnerstag die Chance, die Tiere noch besser kennenzulernen.

Man muss schon großes Glück haben, die größte heimische Raubkatze in freier Wildbahn zu Gesicht zu bekommen, erklärt Thomas Mölich, Luchsexperte des BUND Thüringen. Dabei war Deutschland mal ein Luchsland. In nahezu all unseren Wäldern war der Eurasische Luchs (Lynx lynx) unterwegs. Heute streifen laut Bundesamt für Naturschutz aber nur noch etwa 85 erwachsene Luchse durch das Bundesgebiet.

Nach Angaben von Mölich leben die meisten Luchse im Harz und im Bayerischen Wald. Die scheuen Katzen tauchen aber auch vermehrt in Nordhessen, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Brandenburg auf. Im Pfälzerwald werden seit 2016 Luchse durch Aussetzungen aktiv wieder angesiedelt – auch unter Beteiligung des BUND. Zersplitterte Lebensräume, etwa durch Straßen und illegale Abschüsse bilden die größten Gefahren für den Luchs.

Im April hat der BUND Thüringen gemeinsam mit den Universitäten Göttingen und Freiburg ein Projekt gestartet, um die Ursachen für die zögerliche Ausbreitung der Tiere zu erforschen. Dabei arbeitet der Verband eng mit ThüringenForst sowie privaten Waldbesitzern und Jägern zusammen. Ziel ist es, Wege zu identifizieren, wie die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland in Zukunft erleichtert werden kann. Finanzielle Unterstützung dafür kommt vom Thüringer Umweltministerium.

Mölich: Die Pinselohren sind bei ihrer Wiederausbreitung nicht nur auf sichere Wege angewiesen, sondern auch darauf, mit ‚offenen Armen‘ empfangen zu werden. Informationen und Akzeptanzbildung sind dafür unerlässlich. Gerade deshalb kommt der Umweltbildungsarbeit im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda eine entscheidende Bedeutung zu. Seit August 2019 können Besucher dort zwei Tiere in einem naturnahen Lebensraum kennenlernen.

Am Internationalen Tag des Luchses wird die tägliche Schaufütterung der Tiere um 17 Uhr durch einen Vortrag von BUND-Experte Thomas Mölich ergänzt. Er liefert Hintergrundinformationen rund um das Leben der scheuen Tiere und klärt auf, welchen Beitrag jeder Besucher selbst zur Vision „Luchsregion Mitteldeutschland“ leisten kann.

Jeder kann mithelfen, dem Luchs seine Rückkehr in die Heimat zu erleichtern, erklärt Mölich. Sei es durch die Unterstützung bei der Anlage grüner Korridore oder ganz einfach beim Sprechen über den Sympathieträger ‚Luchs‘. Je mehr die Menschen über die Tiere wissen, desto einfacher haben es die Pinselohren, in Mitteldeutschland wieder Fuß zu fassen.

Informationen zum BUND Wildkatzendorf Hütscheroda:
https://www.wildkatzendorf.com/de/

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