Jugend forscht – mit Mikroalgen, Tripod und Knete zum Erfolg

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Neun Jungforschende aus Thüringen qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb
Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich neun junge MINT-Talente aus Thüringen qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden gestern in Anwesenheit von Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in Jena ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, gemeinsam ausgerichtet von der JENOPTIK AG und der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), präsentierten 90 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 42 Forschungsprojekte.
Landessiegerin im Fachgebiet Biologie wurde Annabell Nonnenmacher (15) vom Käthe Kollwitz-Gymnasium in Lengenfeld unterm Stein. Sie untersuchte, ob Mikroalgen die Luft in Innenräumen verbessern können. Dafür ermittelte sie die CO2-Werte in Wohnungen. Ferner verglich sie zwei Algenarten in selbst gebauten Reaktoren. Die effizienteste entfernte mehr CO2 als eine Zimmerpflanze und zeigte Potenzial für kompakte Luftreiniger in Räumen. Einen weiteren Biologie-Landessieg erhielten Elina Grüning (18), Lara Ostrowski (18) und Kim Dufft (18) vom Staatlichen Gymnasium „Albert Schweitzer” Erfurt. Die drei fragten sich, ob Blätter von Radieschen, Rettich und Lauchzwiebel nach Entfernung der Pflanzenzellen als Gerüste für menschliche Zellen dienen können. Ihre Tests zeigten, dass die Zellen gut haften. Besonders Lauchzwiebelstrukturen förderten gerichtetes Wachstum – ein möglicher Schritt zur Züchtung von Gewebe im Labor.
Linda Möckel (17) von der Goetheschule Ilmenau befasste sich mit der sogenannten Wöhlk-Reaktion zum Nachweis von Lactose. Mit einer selbst gebauten Apparatur maß sie während dieser Reaktion elektrische Größen wie den Widerstand. Dessen Verlauf zeigte charakteristische Muster, mit denen sich Lactosegehalt und Reaktion schon vor der Farbänderung abschätzen ließen. Sie siegte im Fachgebiet Chemie. Den Physik-Landessieg errang Ben Waldmann (17) vom Ulf-Merbold-Gymnasium Greiz. Der Jungforscher erforschte, ob Axion-Sterne aus ultraleichter Dunkler Materie die Entstehung der ersten Sterne im Universum ausgelöst haben könnten. Mit einem neuen physikalischen Modell und Simulationen zeigte er, dass diese Objekte Gas stark verdichten können und so frühe Sternbildung fördern.
Janina Leistritz von der Goetheschule Ilmenau überzeugte die Jury im Fachgebiet Technik. Die 17-Jährige entwickelte ein kostengünstiges Anschauungsmodell eines Tripods, einer mechanischen Konstruktion mit drei verstellbaren Beinen. Viele Teile erstellte sie per 3D-Druck. Ein Laser-Test belegte die Bewegungsgenauigkeit ihres Systems, das sich für Lehrzwecke eignet. Ebenfalls Landessieger in Technik wurde Ben Waldmann (17) vom Ulf-Merbold-Gymnasium Greiz, der ein Programm für Kleinwind anlagen entwarf. Es teilt Rotorblätter in Segmente und simuliert deren aerodynamisches Verhalten einzeln. So lassen sich Rotoren besser analysieren und an wechselnde Windbedingungen anpassen. Simulationen zeigten dabei eine mögliche Effizienzsteigerung. Mit dem Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt wurde Magdalena Felber (16) von der Goetheschule Ilmenau ausgezeichnet. Sie erforschte, ob elektrisch leitfähige Knete eine günstige und umweltfreundliche Alternative zu Silber-Silberchlorid-Elektroden für EKG-Messungen ist. Die Jungforscherin testete verschiedene Kneterezepte, maß deren Widerstand und verglich sie am Simulator sowie am Menschen. Im Ergebnis waren die Signale ähnlich gut, teils sogar stabiler.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.