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Kein Zecken-Sommer in Thüringen dieses Jahr

In Thüringen sind dieses Jahr bislang 163 Borreliose-Infektionen und fünf FSME-Fälle gemeldet worden. Damit zeichnet sich im Freistaat weiter ein deutlicher Abwärtstrend bei der Zahl der durch Zeckenbisse übertragenen Infektionen ab. Wie die BARMER unter Bezug auf aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) meldet, lag die Zahl der Borreliose-Infektionen zum gleichen Zeitpunkt in den Jahren 2021 (315 gemeldete Infektionen) und 2020 (391 gemeldete Infektionen) deutlich höher. Auch die Zahl der FSME-Fälle ist zurückgegangen. Im Jahr 2021 waren es zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls fünf, im Jahr 2020 waren es 14.

Der Rückgang der gemeldeten Fälle ist erfreulich. Das heißt jedoch nicht, dass von Zeckenbissen nun weniger Gefahr ausgeht, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen.

Die kleinen Blutsauger seien nach wie vor aktiv, weswegen weiterhin Vorsicht und Schutzmaßnahmen angebracht seien. Wer draußen die Zeit für Gartenarbeit, Waldspaziergänge oder zum Pilze suchen nutzt, sollte sich und gegebenenfalls die Kinder anschließend auf Zecken absuchen.

Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt die meisten Fälle
Die meisten Borreliose-Infektionen sind dieses Jahr nach aktuellem Stand im Kreis Saalfeld-Rudolstadt (23) gemeldet worden, während es im Eichsfeld nur eine war. Die fünf FSME-Fälle dieses Jahr gab es im Ilm-Kreis (2) sowie in Suhl, im Kreis Hildburghausen und im Kreis Greiz mit jeweils einem Fall.

Borreliose möglichst früh erkennen und behandeln
Borreliose-Bakterien werden durch Zeckenstiche, umgangssprachlich auch als Zeckenbisse bezeichnet, übertragen. Breiten sich diese ungehindert im Körper aus, drohen schwerwiegende Schäden wie Hirnhautentzündung, Gelenkentzündungen oder Herzprobleme. Deshalb sollte besonders auf runde Hautrötungen geachtet werden, die als erstes Anzeichen für eine Infektion einige Tage oder Wochen später um den Zeckenstich herum auftreten. In diesem Fall sollte der Hausarzt oder die Hausärztin aufgesucht werden. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden, es gibt aber keinen Impfstoff gegen sie.

FSME-Impfung besonders in Thüringen empfohlen
Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls von Zecken übertragen wird, gibt es hingegen eine Impfung.* Anders als bei Borreliose tragen nur Zecken in bestimmten Regionen FSME-Viren in sich. In Thüringen gehören aktuell zwölf Landkreise beziehungsweise kreisfreie Städte zu diesen Gebieten. Betroffen sind die Landkreise Weimarer Land, Greiz, Hildburghausen, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg, Ilm-Kreis, Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreis, außerdem die kreisfreien Städte Gera, Jena und Suhl.

Impfschutz gegen FSME
Für einen kompletten Impfschutz gegen FSME sind für die Grundimmunisierung drei Impfungen erforderlich. Die zweite Impfung ist je nach Impfstoff ein bis drei Monate nach der ersten und die dritte fünf- bis zwölf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung erforderlich. Um die Impfreihe abzuschließen, muss je nach Hersteller also ein Zeitraum von mindestens sechs Monaten eingeplant werden. Der Impfschutz beginnt frühestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung. Es besteht dann bei 98 Prozent der Geimpften ein Impfschutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Nach der dritten Impfung sind einzelne Auffrischimpfungen in Abständen zwischen drei und fünf Jahren erforderlich.
Möglich ist auch eine Schnellimmunisierung. Für die Grundimmunisierung werden dabei alle drei Impfungen innerhalb von drei Wochen verabreicht. Es ist dann allerdings notwendig, bereits nach einem Jahr aufzufrischen.

* Bei der FSME sind Antibiotika wirkungslos, da es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis um eine Viruskrankheit handelt. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen.

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