Konsumzurückhaltung und hohe Sparquote 2021 in Thüringen

In Thüringen hielt die Konsumzurückhaltung des Vorjahres auch im Jahr 2021 an. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik stiegen die privaten Konsumausgaben preisbereinigt nur um 0,1 Prozent. Wie bereits 2020 gaben die Thüringerinnen und Thüringer etwa jeden 10. Euro nicht aus: Die Sparquote lag 2021 bei 11,1 Prozent.

Aktuelle Ergebnisse des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ zeigen, dass die privaten Konsumausgaben der Thüringerinnen und Thüringer von 40,4 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 41,8 Milliarden Euro in 2021 stiegen (+3,4 Prozent). Preisbereinigt, also unter Berücksichtigung der Preisveränderungen, nahmen die Konsumausgaben um 0,1 Prozent zu. Verglichen mit den Jahren vor der Corona Pandemie entspricht dies einer geringeren Zunahme. In den Jahren 2012 bis 2019 stiegen die Ausgaben im Durchschnitt um 1,6 Prozent.

Die privaten Konsumausgaben lagen 2021 weiterhin unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Dies ist auf eine anhaltend hohe Sparquote zurückzuführen, welche 2021 in Thüringen bei 11,1 Prozent lag. Im Jahr 2020 war die Sparquote mit 12,7 Prozent zwar noch höher, in den Vorjahren lag die Quote jedoch durchschnittlich bei nur 7,0 Prozent (Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2019).

Im Jahr 2021 gab jede Thüringerin bzw. jeder Thüringer durchschnittlich 19.751 Euro für Konsum aus. Dies entspricht einem nominalen Anstieg von 4,0 Prozent und einem preisbereinigten Anstieg von 0,7 Prozent. Im bundesweiten Vergleich lag Thüringen auf dem 15. Rang. In Thüringen gab jede Person durchschnittlich 7,4 Prozent weniger Geld aus als in Deutschland insgesamt. Dieser Abstand hat sich jedoch in den vergangenen Jahren verringert. 2012 lag er noch bei 14,5 Prozent.

Der nicht konsumierte und somit gesparte Teil des verfügbaren Einkommens privater Haushalte nahm 2021 verglichen mit 2020 je Einwohnerin bzw. Einwohner in Thüringen um 10,2 Prozent ab. In Deutschland nahm das Sparen um 6,1 Prozent ab. Verglichen mit 2019 lag das Sparen pro Kopf im Berichtsjahr in Thüringen um 69,1 Prozent und in Deutschland um 44,7 Prozent höher. Im Jahr 2021 sparte jede Thüringerin bzw. jeder Thüringer durchschnittlich 2.472 Euro. Dies entspricht 65,1 Prozent des Betrags, den jede Einwohnerin bzw. jeder Einwohner Deutschlands sparte.

Bitte beachten: Die privaten Konsumausgaben enthalten die Konsumausgaben sowohl der privaten Haushalte als auch der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Gleiches gilt für das Sparen und das verfügbare Einkommen. Das verfügbare Einkommen entspricht den Einkommen, die private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können. Der nicht konsumierte Teil des verfügbaren Einkommens zuzüglich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche stellt das Sparen dar. Die Sparquote ist definiert als Anteil des so ermittelten Sparens am verfügbaren Einkommen (Letzteres erhöht um die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche).

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