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KV Thüringen zur Forderung nach mehr Abend- und Wochenendsprechstunden von Vertragsärzten

Zur Forderung des stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg, sowie des SPD-Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Karl Lauterbach nach mehr Abend- und Samstagssprechstunden in den Arztpraxen gibt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen folgende Erklärung ab:

Kurz vor den Feiertagen, an denen über 1.200 Ärztinnen und Ärzte in Thüringen mit ihrem Personal die ambulanten Bereitschaftsdienste in Stadt und Land abdecken, während die meisten Menschen Freizeit genießen, weisen wir die Verunglimpfung unseres Berufsstandes als unerträglich zurück. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Vertragsärzte beträgt bekanntlich 52 Stunden, wovon neben Hausbesuchen, Bereitschaftsdiensten, Fortbildung und Kassenbürokratie 29,5 Wochenstunden auf Sprechstunden entfallen. Nachmittagssprechstunden bis in den Abend werden regelhaft angeboten, ab 18 Uhr und an den Wochenenden stehen flächendeckend Dienstärzte für Akut- und Notfälle und das Beratungstelefon 116117 bereit.

Unsere Ärztinnen und Ärzte arbeiten zu großen Teilen bereits bedenklich nahe an der Erschöpfungsgrenze, sagt Dr. med. Annette Rommel, 1. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen: Wenn mit neuen Gesetzen noch mehr Leistung aus dem System gepresst werden soll, werden uns noch mehr Ärzte aus der Versorgung wegbrechen, die der Belastung einfach nicht mehr gewachsen sind. Das läge nicht im Interesse der Patienten, für welche die Herren von Stackelberg und Lauterbach zu sprechen vorgeben.

Dr. med. Thomas Schröter, 2. Vorsitzender der KV Thüringen, erklärt:

Unsere Bemühungen um die Sicherung des ärztlichen Nachwuchses für Praxen und Medizinische Versorgungszentren im Land werden derzeit durch die Verweigerung des Landes Thüringen ausgebremst, die Zahl der Medizinstudienplätze zu erhöhen. Daher wird das gegenwärtige Niveau der Versorgung in Zukunft nur schwer zu halten sein, die Forderungen nach noch mehr Sprechstundenservice sind populistisch und realitätsfern.

Andrea T. | | Quelle:

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