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Lohn-Fahrstuhl nach unten stoppen

«Wir müssen verhindern, dass sich Deutschland zum Land der Niedriglöhne entwickelt», sagte der Thüringer Arbeitsminister Matthias Machnig Donnerstag anlässlich des bundesweiten DGB-Aktionstages gegen Leiharbeit. Er begrüßt diesen Aktionstag, da die Leiharbeit in den vergangenen Jahren bedrohlich zugenommen hat. «Leiharbeit muss wieder zur Ausnahme werden», so der Minister. Ursprünglich gedacht, um Auftragsspitzen abzufedern, haben immer mehr Unternehmen in den letzten Jahren Stammbelegschaften durch Leiharbeiter ersetzt. «Wir müssen den Trend stoppen, dass Leiharbeit immer mehr zur Regel wird», so Machnig.

Niedrige Löhne, fehlende Perspektiven, Unsicherheit – die Leiharbeit habe sich zu einem prekären Beschäftigungsverhältnis entwickelt und ziehe das gesamte Tarifgefüge nach unten. Im Juni 2010 wurden in Thüringen 30473 Leiharbeitnehmer gezählt, in ganz Deutschland waren es rund 806000. Ein halbes Jahr vorher – im Dezember 2009 – gab es in Thüringen 21714 Leiharbeitnehmer und in ganz Deutschland rund 632570. Die Leiharbeitsverträge nehmen zu, wenn keine Grenzen gesetzt werden. Jetzt – gut zwei Monate vor Inkrafttreten der Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai – müssten Regeln eingeführt werden, die Arbeitnehmer vor dieser Abwärtsspirale schützen. Dazu zählen der Mindestlohn, der jetzt kommen soll, und «equal pay», gleicher Lohn für gleiche Arbeit. «Wir müssen den Lohn-Fahrstuhl nach unten stoppen», sagte Machnig.

«Die Unternehmer, die Leiharbeit einsetzen, sollten sich an den Kollegen orientieren, die Tariflöhne zahlen», sagte der Arbeitsminister. Es gebe genügend Unternehmer, die auf die Zuverlässigkeit und Kontinuität ihrer Stammbelegschaften setzen und Leiharbeit vielleicht in Ausnahmesituationen nutzen. Machnig begrüßte die jüngste Entwicklung bei VW: Bei dem Autobauer sollen 2200 Leiharbeiter in die Stammbelegschaft übernommen werden.

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