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Mehr Schuldsprüche gegen Jugendliche und Heranwachsende

Nach ersten Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik 2001 wurden an den Gerichten des Freistaates 33157 Personen abgeurteilt, 24933 von ihnen wurden rechtskräftig verurteilt. In 1139 Fällen entschieden die Gerichte auf Freispruch, 7071 mal wurde das Verfahren eingestellt und von einer Strafe abgesehen und 14 mal wurde eine Maßregel ausgesprochen. Gegenüber dem Jahr 2000 verringerte sich nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik die Anzahl der Abgeurteilten um 150 Personen, wobei die der Verurteilten um 764 zurück ging und die der Freisprüche um 62 sowie die der Einstellungen um 552 stieg.

Von den Verurteilten waren 47,2 Prozent bereits vorbestraft (2000: 46,1 Prozent), 20707 hatten gegen das Strafgesetzbuch und 4226 gegen andere Gesetze verstoßen.

An der Spitze der Verurteiltenzahlen standen mit einem jedoch von 31 Prozent auf 28,9 Prozent weiter gesunkenen Anteil die Straftaten im Straßenverkehr. Bei 3988 von ihnen, das sind 55 Prozent dieser Verurteilten, war Alkohol oder ein anderes berauschendes Mittel beteiligt. Bei den übrigen Straftaten waren Diebstahl und Unterschlagung mit einem Anteil von 20,9 Prozent (2000: 20,3 Prozent) sowie andere Vermögens- und Eigentumsdelikte (insbesondere Betrug und Erschleichen von Leistungen) und Urkundendelikte mit einem Anteil von 17,4 Prozent die häufigste Ursache für eine Verurteilung. Eine Zunahme der Anzahl der Verurteilten gegenüber dem Jahr 2000 gab es vor allem bei den anderen Straftaten gegen die Person (vor allem wegen Beleidigungen, Straftaten gegen die persönliche Freiheit und Körperverletzungen) um 211, den Betäubungsmitteldelikten um 99 und bei den Straftaten gegen den Staat, die öffentliche Ordnung und im Amte um 96.

Im Jahr 2001 waren unter den Verurteilten 1952 Jugendliche (60 mehr als 2000) im Alter von 14 bis unter 18 Jahren und 3858 Heranwachsende im Alter von 18 bis unter 21 Jahren (119 mehr als 2000). Damit war fast jeder vierte Straffällige (23,3 Prozent) noch keine 21 Jahre alt.

86 Prozent der Verurteilten waren männlich, wobei die Anzahl der männlichen Verurteilten gegenüber dem Jahr 2000 um 818 sank und die der weiblichen Verurteilten um 54 stieg.

Unter den Verurteilten waren im vergangenen Jahr 1921 Ausländer und Staatenlose, 185 weniger als 2000, was einem auf 7,7 Prozent verringerten Anteil (2000 waren es 8,2 Prozent) entsprach. Ein Vergleich mit dem Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung ist nicht möglich, da auch straffällig gewordene ausländische Touristen und illegal in Deutschland lebende Personen bei einer Verurteilung in die Statistik einbezogen werden. Die verurteilten Ausländer standen vor allem wegen Diebstahl und Unterschlagung (33 Prozent) und wegen Verstößen gegen das Asylverfahrensgesetz bzw. das Ausländergesetz (23 Prozent) vor Gericht.

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