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Naturschutzmittel für Thüringische Rhön

Der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Jürgen Trittin hat der Aufnahme des Naturschutzgroßprojektes «Thüringer Rhönhutungen» (Phase 1) in das Förderprogramm des Bundes zur «Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung» zugestimmt. Der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, hat gestern in Kaltensundheim in Anwesenheit des Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Dr. Hartmut Vogtmann, den Förderbescheid an den Vorsitzenden des Landschaftspflegeverbandes Biosphärenreservat Thüringische Rhön e.V. übergeben. Damit fällt der Startschuss für das dritte Naturschutzgroßprojekt in Thüringen.

Das Bundesamt für Naturschutz sowie das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt werden bis zum 31.12.2004 zunächst rund 470000 Euro für das Naturschutzgroßprojekt bereitstellen. Insgesamt werden die Kosten zu 75% vom Bund, 15% vom Freistaat Thüringen und zu 10% vom Träger des Projektes, dem Landschaftspflegeverband Biosphärenreservat Thüringische Rhön e.V., getragen.

Die Rhön gehört zu den Landschaften Deutschlands, deren Naturausstattung von europaweiter Bedeutung ist. Dazu zählen insbesondere Trockenrasen, Wachholderheiden, Kalk-Flachmoore, thermophile Buchen-, Kiefern- und Eibenwälder mit dem Vorkommen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Das Naturschutzgroßprojekt «Thüringer Rhönhutungen», mitten im Biosphärenreservat Rhön gelegen, sieht die Optimierung und Entwicklung eines überregional herausragenden Flächensystems von Kalkmagerrasen und die Verbesserung der mittel- und langfristigen Rahmenbedingungen für die Pflegeschäferei vor. Alle diese Gebiete sind als FFH- Gebiete an die EU Kommission gemeldet worden. «In diesen Gebieten wollen wir auch künftig einen besonderen Schwerpunkt sehen, wenn es um die Ausreichung von Fördermitteln für die Landschaftspflege geht», so Minister Dr. Sklenar.

Im Mittelpunkt der ersten Phase, für die der Förderbescheid übergeben wird, steht die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplanes für das Projektgebiet. Erst wenn dieser Planungsprozess (Phase I) erfolgreich beendet ist, werden in einer zweiten Projektphase die Maßnahmen – beispielsweise durch Flächenerwerb und Lebensraumgestaltung – konkret umgesetzt. Hierfür sind Mittel in Höhe von insgesamt rund 3,9 Millionen Euro (Bund, Land und Eigenanteil Projektträger) vorgesehen. « Mit dem zweistufigen Aufbau verfolgen wir bei den Naturschutzgroßprojekten einen neuen konzeptionellen Ansatz. Durch die vorgeschaltete Planungsphase wollen wir noch stärker als bisher auf die Ansprüche und Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingehen und mögliche Konflikte bereits im Vorfeld lösen,» sagte BfN-Präsident Hartmut Vogtmann.

Mit dem Naturschutzgroßprojekt «Thüringer Rhönhutungen» soll ein weiterer Schritt getan werden, um das einmalige Naturerbe dieser Region für Pflanzen und Tiere, aber auch für die hier lebenden Menschen, zu erhalten.

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